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Alt 16.06.2012, 20:05   #15
ebs
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Standard Vor- und Nachteile technischer Konzepte

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Zitat von paschulke2 Beitrag anzeigen
Ach. Gilt das auch für Bändchenmikrofone? Nein, gilt es nicht. Ein Bändchenmikrofon ist eher ein Schallschnellewandler, vor allem dann, wenn das Bändchen sehr leicht ist. Weil die Abneigung gegen alles, was nicht Schalldruck ist, in der Tontechnikerszene allerdings so groß ist (wie hier von Eberhard Sengpiel eindrucksvoll vorgeführt), wird dort lieber von einem "Druckgradientenempfänger" gesprochen.
Der Mikrofonentwickler Manfred Hibbing teilt in einer E-Mail mit: Mikrofone reagieren auf Druckdifferenzen, nicht aber auf die Schallschnelle. Auch das Bändchenmikrofon nicht, obwohl es häufig als Schnellmikrofon bezeichnet wird. Das Bändchen galt früher (in den 1930er Jahren) als so leicht, dass man irrtümlich glaubte, es würde der Luftteilchenbewegung unmittelbar folgen. Das ist aber, wie ein rechnerischer Vergleich der Geschwindigkeiten zeigt, nicht der Fall. Auch die Bändchenmembran wird wie bei jedem anderen Membranmikrofon durch die Kraft angetrieben, die sich als Produkt aus der Druckdifferenz zwischen beiden Membranseiten und der Membranfläche ergibt; siehe:

"Schallschnelle, Druckgradient und Mikrofone":
http://www.sengpielaudio.com/SchallschnelleDruckgradientMikrofone-HibbingMails.pdf
Das Märchen von der Schnelle des leichten Bändchens ist schon recht alt und nicht auszurotten.

Zitat:
Zitat von paschulke2 Beitrag anzeigen
Interessant. Lass Dir doch mal von diesen Mikrofonentwicklern erklären, wie man das Rauschen (das war mal das Thema dieses Threads, nur so zur Erinnerung …) eines Mikrofons berechnen kann, ohne mit der Rauschleistung zu rechnen.
Es gibt kein Problem mit der Rauschspannung beim Thermischen Rauschen der Mikrofone. In der Tontechnik interessiert eher die Rauschspannung als Störquelle bei Verstärkern und bei Mikrofonen; siehe:

"Rauschspannung - Thermisches Rauschen oder Wärmerauschen":
http://www.sengpielaudio.com/Rechner-rauschen.htm
Wer die Rauschleistung zur Berechnung braucht, der soll sie doch einfach anwenden. P ~ U². Wo liegt das Problem? Meine Mikrofone und Audioverstärker sind in der Praxis der Tonaufnahmetechnik mit der Spannung zufrieden - übrigens meine Lautsprecher auch.

Zitat:
Zitat von paschulke2 Beitrag anzeigen
Tauchspulenmikrofone liefern übrigens ein Signal (eine Spannung U an einem Widerstand R, also eine Leistung (P = U² / R) ohne zusätzliche Energiequelle (Batterie oder Netzteil). Wo diese Leistung wohl herkommt? Die Schallleistung kann es ja auf gar keinen Fall sein. Vakuumfluktuationen? Potentialwirbel? Tesla'sche Raumenergie? Freie Energie? Die Tontechnik ist wirklich voll von Wundern …
Wie schön, dass es noch nachvollziehbare "Wunder" gibt. Ein Tauchspulmikrofon ist ein dynamisches Mikrofon, das wie alle Mikrofone den Schall in eine Audiospannung wandelt. Das funktioniert dort genau umgekehrt wie beim Lautsprecher; siehe:

"Elektrodynamische Schallwandler: Dynamisches Mikrofone, Tauchspul-Mikrofon":
http://www.sengpielaudio.com/ElektrodynamischeSchallwandler.pdf

Viele Grüße ebs

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