Da ich fast mein Leben lang nicht nur mit der Audiotechnik zu tun hatte, sondern auch musiziert habe, sehe ich die Musikwiedergabe nie für sich alleine, sondern immer nur beides in Kombination.
Andererseits habe ich hier erst vor Kurzem geschrieben, dass wenn ich Musik höre, mich die Audiotechnik nicht interessiert und umgekehrt. Das ist auch so und ist kein Widerspruch, denn die Zusammenhänge um die es dabei geht, die sind so in mir verwurzelt, dass ich darüber nicht nachdenken muss.
Das was ich hier schreibe, soll nur eine schnelle und einfache Zusammenfassung für Leute sein, die immer nur Prospektdaten sehen und vergleichen, ohne zu wissen, was davon in der Praxis tatsächlich relevant ist.
Bei der Musikwiedergabe aus Lautsprechern in einem Raum gibt es Frequenzbereiche, die sowohl aus musikalischer, als auch aus raumakustischer Sicht, aber auch in Bezug darauf, wie sensibel der Mensch auf bestimmte Wiedergabefehler reagiert, wichtig, weniger wichtig oder gar nicht wichtig sind.
Dabei spielt auch mit, welche Musik wiedergegeben wird. Ganz grob kann man sagen, dass bei Musikrichtungen, wo nur oder hauptsächlich „natürliche“ und unverstärkte Instrumente vorkommen (beispielsweise Klassik und klassischer Jazz, oder alles was man „unplugged“ nennt), der Tieftonbereich meist keine großen Probleme verursacht. Das hat vor allem damit zu tun, weil bei diesen Musikrichtungen meist (es gibt auch seltene Ausnahmen) tiefe Frequenzen mit nur relativ geringen Pegeln erzeugt werden. Die tiefen Grundtöne sind dabei nicht wirklich wichtig, viel mehr geht es um das, was sich „darüber“ abspielt.
Ganz anders ist es bei Musikrichtungen, wo praktisch jedes Instrument und auch die Gesangsstimmen verstärkt werden (also alles, was im breiteren Sinne unter „Pop“ fällt). Hier ist der Tieftonbereich fast immer recht ausgeprägt und teilweise sogar „tragend“, weil der Bass nicht selten das Fundament eines Liedes darstellt. Gäbe es dieses Fundament nicht, würde etwas ganz wichtiges fehlen,
Hier wird auch bei der Musikproduktion alles gemacht was zum Hörspaß beiträgt, denn „natürlich“ ist da schon von Haus aus so gut wie gar nichts, was zählt, ist nur der Endeffekt.
Fest steht aber in jedem Fall, dass der am schwierigsten wiederzugebende Bereich „ganz unten“ (ca. bei 40Hz) beginnt und nach oben hin kontinuierlich immer unproblematischer wird. Dabei geht es etwa um die unteren zwei Oktaven. Das gilt aber (ganz wichtig!) nur in Bezug auf Schalldruckunterschiede, also „lineare“ Verzerrungen, die sich in jedem Raum automatisch ergeben.
Bei „nichtlinearen“ Verzerrungen (dem „Klirr“) ist es wieder ganz anders, denn da sind recht hohe Werte im Bassbereich fast gar nicht hörbar, aber bald danach (darüber) wird das Gehör diesbezüglich immer „hellhöriger“. Ab dem Beginn des Hochtonbereiches (ca. ab 2kHz) nimmt die Empfindlichkeit für nichtlineare Verzerrungen wieder gleichmäßig ab.
Das empfindliche „Mitteltonbereich“ umfasst etwa dreieinhalb Oktaven und das darauffolgende „Hochtonbereich“ dann die restlichen ca. zweieinhalb Oktaven. Nur recht junge Menschen hören noch etwas höher, aber für die Musik an sich hat das kaum noch Bedeutung.
Im Hochtonbereich nimmt auch die Hörbarkeit von recht starken linearen Verzerrungen deutlich ab. Auch hier gilt: umso höher es wird, desto weniger fallen Wiedergabefehler auf.
Sehr entscheidend ist auch, wie "breit" ("Q-Faktor") ein Fehler ausgebildet ist. Kurze Schalldruck Überhöhungen oder Einbrüche fallen akustisch kaum auf, bei breiten ist diese "Gefahr" größer. (Ein kleiner Q-Faktor bedeutet ein breites Frequenzbereich, ein großer Q-Faktor ein schmalbandiges.)
Nur so nebenbei: Quellgeräte und Verstärker arbeiten, sowohl was lineare als auch was nichtlineare Verzerrungen betrifft, auch in den ganz unteren Preisregionen praktisch fehlerfrei. (Anmerkung zu Verstärkern: solange sie leistungsmäßig nicht im Grenzbereich betrieben werden. Anmerkung zur Anmerkung: im Heimbereich reichen bereits sehr geringe Verstärkerleistungen für mehr als ausreichend hohe Lautstärken aus. "Wattboliden" bringen da gar nichts, viel eher ist sogar das Gegenteil der Fall).
Bei Lautsprechern ist es so, dass sie zufällig (!) dort ihre Stärken und Schwächen haben, wie es gut zum menschlichen Gehör passt.
Die linearen Verzerrungen kann der Hersteller weitgehend selbst bestimmen (und dabei „gefällig schummeln“), bei den nichtlinearen Verzerrungen ist die Sache nicht so einfach, aber hier ist es eben zufällig so, dass Lautsprecher im Bassbereich hohen Klirr erzeugen, im Mitteltonbereich recht wenig und das bleibt dann sogar nach oben hin noch recht lange so.
Im Hochtonbereich sind sowohl die linearen als auch die nichtlinearen Verzerrungen meist viel besser als tatsächlich notwendig. Dort etwas zu optimieren, kann man sich genau genommen sparen (ich mache es auch, aber nur um schöne Messwerte zu sehen).
Aber! Einen großen Nachteil haben alle Lautsprecher, nämlich den, dass ihre nichtlinearen Verzerrungen mit höherer Schallabgabe „mitwachsen“, im Gegensatz zu Verstärkern, deren Klirr am geringsten ist, relativ kurz bevor sie ihre höchstmögliche Leistung abgeben. Das heißt, bei (sehr) geringen Leistungen ist deren Klirr zwar noch relativ hoch, aber immer noch weit davon entfernt, dass er hörbar werden könnte. Gleiches gilt für den Stör-/Nutzsspannungsabstand.
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Alles das "plaperre" ich nicht nur daher oder nach (so wie in dieser Szene üblich), das sind Erfahrungen, die ich über mehrere Jahrzehnte gemacht habe und die physikalisch logisch sind. Obwohl ich hunderte verblindete Vergleiche mit unzähligen "Probanden" auf diesem Gebiet hinter mir habe (meist mit erschreckenden Ergebnissen!), kann ich dazu leider keine vorweisen, weil es zu schwierig ist, vor allem nichtlineare Wiedergabefehler zu simulieren. Lineare Fehler zu simulieren, das ist mittels DSP recht einfach und hier stimmt alles, was ich dazu geschrieben habe. Davon leite ich mit viel Erfahrung und "Gespür" auf diesem Gebiet das ab, was ich zu den nichtlinearen Wiedergabefehlern geschrieben habe.
Andererseits habe ich hier erst vor Kurzem geschrieben, dass wenn ich Musik höre, mich die Audiotechnik nicht interessiert und umgekehrt. Das ist auch so und ist kein Widerspruch, denn die Zusammenhänge um die es dabei geht, die sind so in mir verwurzelt, dass ich darüber nicht nachdenken muss.
Das was ich hier schreibe, soll nur eine schnelle und einfache Zusammenfassung für Leute sein, die immer nur Prospektdaten sehen und vergleichen, ohne zu wissen, was davon in der Praxis tatsächlich relevant ist.
Bei der Musikwiedergabe aus Lautsprechern in einem Raum gibt es Frequenzbereiche, die sowohl aus musikalischer, als auch aus raumakustischer Sicht, aber auch in Bezug darauf, wie sensibel der Mensch auf bestimmte Wiedergabefehler reagiert, wichtig, weniger wichtig oder gar nicht wichtig sind.
Dabei spielt auch mit, welche Musik wiedergegeben wird. Ganz grob kann man sagen, dass bei Musikrichtungen, wo nur oder hauptsächlich „natürliche“ und unverstärkte Instrumente vorkommen (beispielsweise Klassik und klassischer Jazz, oder alles was man „unplugged“ nennt), der Tieftonbereich meist keine großen Probleme verursacht. Das hat vor allem damit zu tun, weil bei diesen Musikrichtungen meist (es gibt auch seltene Ausnahmen) tiefe Frequenzen mit nur relativ geringen Pegeln erzeugt werden. Die tiefen Grundtöne sind dabei nicht wirklich wichtig, viel mehr geht es um das, was sich „darüber“ abspielt.
Ganz anders ist es bei Musikrichtungen, wo praktisch jedes Instrument und auch die Gesangsstimmen verstärkt werden (also alles, was im breiteren Sinne unter „Pop“ fällt). Hier ist der Tieftonbereich fast immer recht ausgeprägt und teilweise sogar „tragend“, weil der Bass nicht selten das Fundament eines Liedes darstellt. Gäbe es dieses Fundament nicht, würde etwas ganz wichtiges fehlen,
Hier wird auch bei der Musikproduktion alles gemacht was zum Hörspaß beiträgt, denn „natürlich“ ist da schon von Haus aus so gut wie gar nichts, was zählt, ist nur der Endeffekt.
Fest steht aber in jedem Fall, dass der am schwierigsten wiederzugebende Bereich „ganz unten“ (ca. bei 40Hz) beginnt und nach oben hin kontinuierlich immer unproblematischer wird. Dabei geht es etwa um die unteren zwei Oktaven. Das gilt aber (ganz wichtig!) nur in Bezug auf Schalldruckunterschiede, also „lineare“ Verzerrungen, die sich in jedem Raum automatisch ergeben.
Bei „nichtlinearen“ Verzerrungen (dem „Klirr“) ist es wieder ganz anders, denn da sind recht hohe Werte im Bassbereich fast gar nicht hörbar, aber bald danach (darüber) wird das Gehör diesbezüglich immer „hellhöriger“. Ab dem Beginn des Hochtonbereiches (ca. ab 2kHz) nimmt die Empfindlichkeit für nichtlineare Verzerrungen wieder gleichmäßig ab.
Das empfindliche „Mitteltonbereich“ umfasst etwa dreieinhalb Oktaven und das darauffolgende „Hochtonbereich“ dann die restlichen ca. zweieinhalb Oktaven. Nur recht junge Menschen hören noch etwas höher, aber für die Musik an sich hat das kaum noch Bedeutung.
Im Hochtonbereich nimmt auch die Hörbarkeit von recht starken linearen Verzerrungen deutlich ab. Auch hier gilt: umso höher es wird, desto weniger fallen Wiedergabefehler auf.
Sehr entscheidend ist auch, wie "breit" ("Q-Faktor") ein Fehler ausgebildet ist. Kurze Schalldruck Überhöhungen oder Einbrüche fallen akustisch kaum auf, bei breiten ist diese "Gefahr" größer. (Ein kleiner Q-Faktor bedeutet ein breites Frequenzbereich, ein großer Q-Faktor ein schmalbandiges.)
Nur so nebenbei: Quellgeräte und Verstärker arbeiten, sowohl was lineare als auch was nichtlineare Verzerrungen betrifft, auch in den ganz unteren Preisregionen praktisch fehlerfrei. (Anmerkung zu Verstärkern: solange sie leistungsmäßig nicht im Grenzbereich betrieben werden. Anmerkung zur Anmerkung: im Heimbereich reichen bereits sehr geringe Verstärkerleistungen für mehr als ausreichend hohe Lautstärken aus. "Wattboliden" bringen da gar nichts, viel eher ist sogar das Gegenteil der Fall).
Bei Lautsprechern ist es so, dass sie zufällig (!) dort ihre Stärken und Schwächen haben, wie es gut zum menschlichen Gehör passt.
Die linearen Verzerrungen kann der Hersteller weitgehend selbst bestimmen (und dabei „gefällig schummeln“), bei den nichtlinearen Verzerrungen ist die Sache nicht so einfach, aber hier ist es eben zufällig so, dass Lautsprecher im Bassbereich hohen Klirr erzeugen, im Mitteltonbereich recht wenig und das bleibt dann sogar nach oben hin noch recht lange so.
Im Hochtonbereich sind sowohl die linearen als auch die nichtlinearen Verzerrungen meist viel besser als tatsächlich notwendig. Dort etwas zu optimieren, kann man sich genau genommen sparen (ich mache es auch, aber nur um schöne Messwerte zu sehen).
Aber! Einen großen Nachteil haben alle Lautsprecher, nämlich den, dass ihre nichtlinearen Verzerrungen mit höherer Schallabgabe „mitwachsen“, im Gegensatz zu Verstärkern, deren Klirr am geringsten ist, relativ kurz bevor sie ihre höchstmögliche Leistung abgeben. Das heißt, bei (sehr) geringen Leistungen ist deren Klirr zwar noch relativ hoch, aber immer noch weit davon entfernt, dass er hörbar werden könnte. Gleiches gilt für den Stör-/Nutzsspannungsabstand.
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Alles das "plaperre" ich nicht nur daher oder nach (so wie in dieser Szene üblich), das sind Erfahrungen, die ich über mehrere Jahrzehnte gemacht habe und die physikalisch logisch sind. Obwohl ich hunderte verblindete Vergleiche mit unzähligen "Probanden" auf diesem Gebiet hinter mir habe (meist mit erschreckenden Ergebnissen!), kann ich dazu leider keine vorweisen, weil es zu schwierig ist, vor allem nichtlineare Wiedergabefehler zu simulieren. Lineare Fehler zu simulieren, das ist mittels DSP recht einfach und hier stimmt alles, was ich dazu geschrieben habe. Davon leite ich mit viel Erfahrung und "Gespür" auf diesem Gebiet das ab, was ich zu den nichtlinearen Wiedergabefehlern geschrieben habe.

Das Leben ist ein Kompromiss...
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