Welches wäre denn die Grundlage, um für diesen Lautsprecher
eine passende Frequenzweiche zu ermitteln?
Die Anordnung der Treiber berücksichtigt "ab Entwurf" u.a. "Floor Bounce" Effekte, deshalb
arbeitet hier u.a. ein "Bodenwoofer", dessen erste Auslöschungsfrequenz für übliche Abhör-
entfernungen oberhalb seines Übertragungsbereiches liegt.
Das Mittel-/Hochtonarray legt seinen Floorbounce wiederum unterhalb seines Übertragungs-
bereiches und nutzt zusätzlich eine - auch unter größeren Winkeln in der vertikalen Ebene -
dekorrelierte Abstrahlung, um mit Spiegelschallquellen umzugehen d.h. Kammfiltereffekte
abzumildern.
Der Lautsprecher berücksichtigt also Lautsprecher-/Raum Interaktion soweit sie ohenhin
unvermeidlich ist, und das betrifft zuerst seine nächste Spiegelschallquelle, die bei einem
- d.h. genauer jedem ... - Standlautsprecher unter dem Boden des Raums quasi als "kopf-
über gespiegelter Zwilling" erscheint.
Der Lautsprecher mit "Kopfüber Zwilling" hat als verteilte Gesamtschallquelle eine wirksame
Höhe von ca. 1.6 m, davon befindet sich die Hälfte "unter dem Zimmerboden", auf dem ein
Hörer sich später bewegen oder auch sitzen wird ...
Um eine Frequenzweiche zu ermitteln, benötige ich eine geeignete IST Übertragungs-
funktion sowohl des Tieftonzweiges (unbeschaltet) als auch des Mittel-/Hochtonzweiges
(unbeschaltet).
Eine für beide Wege einheitliche Messdistanz dafür sollte bereits im Fernfeld der Anordnung
aus Schallquellen liegen. Dazu nehme ich den "akustischen Zwilling" unter dem Boden hier
mit dazu, denn bei der geplanten Übernahme um ca. 540Hz wird der Boden üblicher Räume
tatsächlich kaum nennenswerte Absorption aufweisen, d.h. der Boden wird typischerweise
einen akustisch relativ "blanken" Spiegel vom Tiefton bis in den unteren Mittelton hinein
darstellen.
Bei welcher Entfernung r liegt der Nahfeld-/Fernfeld Übergang bei einer Schallquelle, die
ca. 1.6m hoch ist für die Frequenz 540Hz (hier an der Übernahme soll es ja "passen")?
Wir schauen mal bei Anselm Görtz nach:
Lt. Gleichung 1 wäre der Nahfeld-/Fernfeld Übergang unter diesen Bedingungen bei
ziemlich genau 2m.
Rein zufällig ist das auch die Abhördistanz, für die dieser Lautsprecher etwa ausgelegt
ist: Größere Hörabstände wären erstmal kein Problem, sehr viel näher heranzugehen
"müsste man ausprobieren" aber dafür ist die Auslegung erstmal nicht gedacht.
Der Hörraum, welcher hier auch für Messungen zur Verfügung steht, verhält sich um
500Hz bereits weitgehend "statistisch".
Hält man den Messabstand ein, so kann man bei gelockertem Mikrofongalgen nun eine
"Wedelmessung" machen, welche sich z.B. innerhalb des Winkelbereichs des Toole'schen
"Listening Window" bewegen könnte, d.h. um einen möglichen Haupthörplatz herum.
Durch die räumliche Mittelung - auch eine "Mehrpunkt" Messung wäre denkbar - werden
Raumeinflüsse u.a. in Form ggf. verbleibender Kammfilter etc. noch weiter ausgeblendet,
und man erhält erfahrungsgemäß relativ glatte Kurven, die etwas über das IST Verhalten
beider Übertragungswege aussagen.
Dennoch handelt es sich hier jeweils um "Inroom Responses", was bei der Zielfunktion
- dem anzustrebenden Summenfrequenzgang bei Anwendung der gesuchten Frequenz-
weiche - zu berücksichtigen ist:

Im geplanten Übernahmebereich weist die "bevorzugte Raumkurve" nach Bruel&Kjaer einen
Abfall von ca. 1 dB/Oktave auf.
Bei Anwendung der gleichen "Wedelmessung" auch für den späteren Summenfrequenzgang
beider Wege ist die Zielfunktion im Bereich der Übernahme also nicht vollkommen "flach",
sondern ganz leicht fallend.
Damit haben wir dem "Frequenzweichendesigner" einen recht klaren Auftrag zu erteilen:
Er bekommt als Input zwei relativ "glatte" IST Übertragungsfunktionen für beide unbeschalteten
Wege und er bekommt eine eindeutige Zielfunktion (s.o.), die als Summenfrequenzgang im
Übernahmebereich anzunähern ist.
Eine bisher nicht erwähnte Voraussetzung für dies Vorgehen ist, dass die Nachhallzeit des
Raums im relevanten Frequenzbereich keine größeren Schwankungen aufweist: Das ist im
vorgesehenen Raum gegeben.
____________________________
Dieser Post ist quasi ein "Spickzettel für später", wenn es mal an die Frequenzweiche geht ...
Und ja: Wenn es gelingt, unter diesen Bedingungen eine Frequenzweiche zu erstellen, die
"wirklich gut sitzt", dann ist sie auch für andere Räume verwendbar.
Das hängt mit "Nebenbedingungen" zusammen, die dieser LS erfüllen wird, so werden die
Bündelungsmaße beider Wege an der Übernahme nicht sehr stark voneinander abweichen.
eine passende Frequenzweiche zu ermitteln?
Die Anordnung der Treiber berücksichtigt "ab Entwurf" u.a. "Floor Bounce" Effekte, deshalb
arbeitet hier u.a. ein "Bodenwoofer", dessen erste Auslöschungsfrequenz für übliche Abhör-
entfernungen oberhalb seines Übertragungsbereiches liegt.
Das Mittel-/Hochtonarray legt seinen Floorbounce wiederum unterhalb seines Übertragungs-
bereiches und nutzt zusätzlich eine - auch unter größeren Winkeln in der vertikalen Ebene -
dekorrelierte Abstrahlung, um mit Spiegelschallquellen umzugehen d.h. Kammfiltereffekte
abzumildern.
Der Lautsprecher berücksichtigt also Lautsprecher-/Raum Interaktion soweit sie ohenhin
unvermeidlich ist, und das betrifft zuerst seine nächste Spiegelschallquelle, die bei einem
- d.h. genauer jedem ... - Standlautsprecher unter dem Boden des Raums quasi als "kopf-
über gespiegelter Zwilling" erscheint.
Der Lautsprecher mit "Kopfüber Zwilling" hat als verteilte Gesamtschallquelle eine wirksame
Höhe von ca. 1.6 m, davon befindet sich die Hälfte "unter dem Zimmerboden", auf dem ein
Hörer sich später bewegen oder auch sitzen wird ...
Um eine Frequenzweiche zu ermitteln, benötige ich eine geeignete IST Übertragungs-
funktion sowohl des Tieftonzweiges (unbeschaltet) als auch des Mittel-/Hochtonzweiges
(unbeschaltet).
Eine für beide Wege einheitliche Messdistanz dafür sollte bereits im Fernfeld der Anordnung
aus Schallquellen liegen. Dazu nehme ich den "akustischen Zwilling" unter dem Boden hier
mit dazu, denn bei der geplanten Übernahme um ca. 540Hz wird der Boden üblicher Räume
tatsächlich kaum nennenswerte Absorption aufweisen, d.h. der Boden wird typischerweise
einen akustisch relativ "blanken" Spiegel vom Tiefton bis in den unteren Mittelton hinein
darstellen.
Bei welcher Entfernung r liegt der Nahfeld-/Fernfeld Übergang bei einer Schallquelle, die
ca. 1.6m hoch ist für die Frequenz 540Hz (hier an der Übernahme soll es ja "passen")?
Wir schauen mal bei Anselm Görtz nach:
Lt. Gleichung 1 wäre der Nahfeld-/Fernfeld Übergang unter diesen Bedingungen bei
ziemlich genau 2m.
Rein zufällig ist das auch die Abhördistanz, für die dieser Lautsprecher etwa ausgelegt
ist: Größere Hörabstände wären erstmal kein Problem, sehr viel näher heranzugehen
"müsste man ausprobieren" aber dafür ist die Auslegung erstmal nicht gedacht.
Der Hörraum, welcher hier auch für Messungen zur Verfügung steht, verhält sich um
500Hz bereits weitgehend "statistisch".
Hält man den Messabstand ein, so kann man bei gelockertem Mikrofongalgen nun eine
"Wedelmessung" machen, welche sich z.B. innerhalb des Winkelbereichs des Toole'schen
"Listening Window" bewegen könnte, d.h. um einen möglichen Haupthörplatz herum.
Durch die räumliche Mittelung - auch eine "Mehrpunkt" Messung wäre denkbar - werden
Raumeinflüsse u.a. in Form ggf. verbleibender Kammfilter etc. noch weiter ausgeblendet,
und man erhält erfahrungsgemäß relativ glatte Kurven, die etwas über das IST Verhalten
beider Übertragungswege aussagen.
Dennoch handelt es sich hier jeweils um "Inroom Responses", was bei der Zielfunktion
- dem anzustrebenden Summenfrequenzgang bei Anwendung der gesuchten Frequenz-
weiche - zu berücksichtigen ist:
Im geplanten Übernahmebereich weist die "bevorzugte Raumkurve" nach Bruel&Kjaer einen
Abfall von ca. 1 dB/Oktave auf.
Bei Anwendung der gleichen "Wedelmessung" auch für den späteren Summenfrequenzgang
beider Wege ist die Zielfunktion im Bereich der Übernahme also nicht vollkommen "flach",
sondern ganz leicht fallend.
Damit haben wir dem "Frequenzweichendesigner" einen recht klaren Auftrag zu erteilen:
Er bekommt als Input zwei relativ "glatte" IST Übertragungsfunktionen für beide unbeschalteten
Wege und er bekommt eine eindeutige Zielfunktion (s.o.), die als Summenfrequenzgang im
Übernahmebereich anzunähern ist.
Eine bisher nicht erwähnte Voraussetzung für dies Vorgehen ist, dass die Nachhallzeit des
Raums im relevanten Frequenzbereich keine größeren Schwankungen aufweist: Das ist im
vorgesehenen Raum gegeben.
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Dieser Post ist quasi ein "Spickzettel für später", wenn es mal an die Frequenzweiche geht ...
Und ja: Wenn es gelingt, unter diesen Bedingungen eine Frequenzweiche zu erstellen, die
"wirklich gut sitzt", dann ist sie auch für andere Räume verwendbar.
Das hängt mit "Nebenbedingungen" zusammen, die dieser LS erfüllen wird, so werden die
Bündelungsmaße beider Wege an der Übernahme nicht sehr stark voneinander abweichen.
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