Das jeweils obere Diagramm zeigt den Pegelverlauf am obersten Mittel-/Hochtöner auf der Schallwand.
Das jeweils untere Diagramm zeigt den Pegelverlauf an einem der beiden unteren Mittel-/Hochtöner auf der Schallwand.
(Bestückungsschema der Schallwand siehe Eingangspost)
Schalterstellung "Narrow":
Alle Mittel-/Hochtöner haben den gleichen flachen Pegelverlauf auch im oberen Hochton.
Schalterstellung "Moderate":
Es erfolgt eine "moderate" Umverteilung der Leistung zugunsten des oberen Treibers zum oberen Hochton hin.
Schalterstellung "Wide":
Es erfolgt eine deutlichere Umverteilung der Leistung zugunsten des oberen Treibers im oberen Hochton.
Das Bündelungsmaß des Arrays wird zum oberen Hochton hin in Relation deutlich zurückgenommen.
Das Array wird also in seiner Gesamtheit ähnlich wie ein virtueller Breitbandlautsprecher gesehen, nur dass
dessen wirksame "virtuelle Membranfläche" (oder deren maßgeblicher Umfang) über der Frequenz graduell
eingestellt werden kann.
Die einzelnen Treiber sind aufgrund ihrer Dimensionen jedoch - anders als real existierende größere Breitband
Treiber - nahezu perfekte "Kolbenstrahler", d.h. sie leiden nicht unter denselben Problemen wie "reale" Breit-
bänder was u.a. Partialschwingungen oder die Kontrolle des Energiefrequenzgangs betrifft.
Ich habe eine solche Einstellbarkeit des Bündelungsmaßes schon an vergleichbaren Arrays vorgenommen:
Der Schalldruckfrequenzgang kann dabei auf Achse (Edit: für den Direktschall) über alle Schalterstellungen
hinweg "nahezu gleich" gehalten werden. Aber es ändert sich der Raumanteil im oberen Hochton deutlich
mess- und hörbar.
Damit kann man z.B. auf Räume reagieren, die im oberen Hochton überproportional absorbieren (merklich
fallende Nachhallzeit über der Frequenz), ohne dass der Lautsprecher im Hochton subjektiv dadurch "scharf"
klingt:
Denn Anpassungen im Hochton sind normalerweise nicht möglich (durch DSP oder an einem passiven LS),
ohne auch den Frequenzgang im Direktschall zu verändern.
Das Wesen einer "Raumkurve" ist aber ursprünglich, etwas über die Frequenzabhängigkeit des Raumanteils
(bezogen auf einen Hörplatz) auszusagen: Hier gehen das Bündelungsverhalten des Lautsprechers ein sowie
der Verlauf der Nachhallzeit des Raums insbesondere im Hochton.
Eine ursächlich wirksame Kompensation hinsichtlich der Lautsprecher-/Raum Interaktion muss sich also auf
das Bündelungsmaß und den Energiefrequenzgang eines Lautsprechers beziehen und vorzugsweise nicht
einen bereits vorhandenen ausgewogenen Direktschall Frequenzgang verbiegen, wie es "üblicherweise"
leider gehandhabt wird, wenn etwa "Raumkurven" eingestellt werden.
Die o.g. Schaltung wird als Teil des Mittel-/Hochtonwandlers selbst gesehen und durch eine geeignete passive
stufig anpassbare Beschaltung realisiert. D.h. der Gesamtlautsprecher bleibt konzeptionell weiterhin ein "2-Wege
System" und würde auch bei aktiver Ansteuerung nur 2 DSP- und Verstärkerkanäle benötigen.
Von der Schallabstrahlung her könnte man die "Wege" auch anders zählen (grob von "unten nach oben"):
- Bassreflexport
- Cardioid Element (?) (*)
- Tieftöner
- Mittel-/Hochtonarray (alle)
- Mittel-/Hochtonarray ("Principal Tweeter")
Das wären (bis zu) 5 Wege, wie sie real an der Abstrahlung - je nach Einstellung - beteiligt sind.
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(*) Bildet - isoliert gesehen - auf der Rückseite des Gehäuses de Facto eine gegenphasige Schallquelle
mit Tiefpass Charakteristik.
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