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Kann man als unmusikalischer Mensch Musik intensiv genießen?

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    Kann man als unmusikalischer Mensch Musik intensiv genießen?

    Diese meine Frage ist in einem anderen Thread schief gegangen. Ich möchte sie dennoch gerne zur Diskussion stellen.

    Zuerst einmal das was ich sicher weiß:
    Wenn man ein guter Musiker werden möchte, ist die wichtigste Voraussetzung, dass man Talent dazu hat. Hat man keines, ist sozusagen Hopfen und Malz verloren, so viel kann man gar nicht üben, dass das jemals etwas Ordentliches wird.

    In diesem Zusammenhang frage ich mich immer wieder, inwieweit Leute die über Musik reden (auch HiFi-Enthusiasten), selbst "musikalisch" sind.

    Und darüber hinaus: kann man als musikalisch untalentierter Mensch Musik wirklich intensiv genießen?

    Geschieht das dann nur teilweise, indem man sich beispielsweise nur auf den Text (falls vorhanden) oder auf ein Instrument das einem gefällt, oder auf den Rhythmus (zum Tanzen) konzentriert?

    Wie ist das mit Menschen, die Konzerte besuchen? Sind die alle „musikalisch“? Erkennen sie falsche Töne und/oder Taktfehler?
    Oder geht es vielen von denen nur um’s dabei gewesen sein?

    In alten Dokus sieht man, wie junge Mädchen reihenweise in Ohnmacht fallen, nur deshalb, weil beispielsweise „The Beatles“ vor ihnen auf der Bühne Musik gemacht haben. Und die die nicht umgefallen sind, die haben so laut gekreischt, dass sie die damals schwachbrüstigen Lautsprecher übertönt haben. Ich bezweifle, dass diese Teenager nur einen blassen Schimmer von Musik haben/hatten. Woher kam also die Begeisterung, die sie komplett ausrasten ließ?

    Was ist also „die Magie“ von Musik? Was muss man dazu mitbringen, um sie in allen Details genießen zu können?

    Gruß
    David


    WEBSEITE HiFiAKTIV: Klick mich
    Wirklich hochwertige Audiowiedergabe erfordert tadellose Messwerte beim Hörplatz. Das muss einmal die Basis sein. Danach hört man die Aufnahmen weitgehend so, wie sie produziert wurden, aber nur so gut, wie es die Umstände im Hörraum und beim Hörplatz zulassen. Diese "Deckelung" setzt in üblichen Wohnräumen sehr früh ein, da helfen auch die besten und schönsten Geräte nichts!
    Was bei schlechten Bedingungen immer hilft, das ist ein möglichst kleines Hördreieck.

    Es spricht aber nichts dagegen (gehört für mich sogar standardmäßig dazu) sich nach Optimierung der Messdaten abschließend einen „besser gefallenden“ Klang mit breitbandigen Anhebungen oder Absenkungen einzustellen als lineare Wiedergabe es meist ist. Oft (auch für mich) reicht dazu nur eine Anhebung der Tiefbässe um ein paar dB. An den tadellosen Messdaten ändert sich deshalb nichts.

    Alles das ist „Standard-Profitechnik“, die auf digitaler Basis funktioniert und wozu ein PC und ein DSP notwendig sind.

    Alles was unter den Sammelbegriff „HiFi“ fällt, ist für mich schon vor sehr langer Zeit komplett uninteressant geworden, weil damit nie das erreicht wurde, was ursprünglich angestrebt war und weil es auf die uralte Art auch gar nicht geht, die sich bis heute nicht verändert hat.

    Grundsätzlich: Behauptungen die mir bedenklich erscheinen, glaube ich erst dann, wenn sie physikalisch und messtechnisch nachvollziehbar sind und wenn sie mir in Form eines verblindeten Vergleichs bewiesen wurden. Das war bisher nach unzähligen solcher Tests noch nie der Fall!

    Meine Auffassung von seriösen Vergleichstests: Klick mich - Die bisherigen Testergebnisse: Klick mich - Private Anlage: Klick mich -

    Eine Bitte an Alle: nicht ganze (noch dazu große) Beiträge zitieren und darunter einen kurzen Kommentar schreiben! Besser (beispielsweise): "Volle Zustimmung zu Beitrag 37".
    Wichtig: zumindest versuchen, beim Thema zu bleiben!

    #2
    Ich bin mir sicher, dass nur einige wenige Musikgeniesser wirklich musikalisch veranlagt oder talentiert sind.
    Wie oft habe ich mit, aus heutiger Sicht relativ schlechten musikalischen Darbietungen, Menschen musikalisch begeistert. An der fachlichen Kompetenz des Publikums hatten wir in der Band einige Male gezweifelt.
    Wäre da nicht die vorderste Reihe, besetzt mit Musikerfreunden oder "Konkurrenten", die mir Argusaugen jeden Fehler oder virtuoses Spiel beobachteten.

    Ich habe durch langjährige musikalische Schulung, gutem Rhythmusgefühl und Gehör, eher Probleme dissonante Klangerzeugnisse zu überstehen.

    Musik im Altertum bis in die Gegenwart, in nahezu allen Völkern der Erde, gehört wohl mit den bildenden Künsten zu den Urbedürfnissen der Menschheit.
    All das auch ohne Sachverstand und doch mit großer Hingabe.

    Kommentar


      #3
      Das mit den Mädchen, ist eher durch den Hormonhaushalt zu erklären, sowie viele damalige soziale Faktoren. Dito Elvis, MJ oder früher die Opern- und Kinostars.

      Unmusikalisch, ist schwer scharf zu definieren, wenngleich jeder weiß, um was es geht. Unmusikalisch ist für mich erst jemand, dem Musik nichts bedeutet. Davon wiederum gibt es nicht so viele.

      Ein Kritiker soll mal gesagt haben - als ein Komponist über seine Kritik lästerte, er hätte selber nicht ein Musikstück komponiert: "Eier kann ich auch nicht legen - trotzdem weiß ich, ob ein Ei gut oder schlecht ist". Genau so ist das IMHO auf der "Empfängerseite" - man muß kein Motorenbauer oder Mechaniker sein, um gute Autos zu mögen. Dann noch der Fall "Genusshörer", der, bei sehr magerer Ahnung von der Materie, Musik mag und "konsumiert". Der ist für mich keinesfalls unmusikalisch, sonst würde er es nicht tun. Es könnte sogar sein, daß er aus, hmm, hedonistischer Sicht mehr davon hat, als der ewigdashaarindersuppesuchende Kenner, der sich bewusst oder darauf konzentriert, Fehler herauszuhören, oder dem die "Analytik" den Sinn des Werks verklärt. Nur der wirklich Unmusikalische hat halt Pech - aber kann hoffentlich etwas Anderes genießen.

      Ceterum censeo: Genießen wir, so lange wir noch können.
      Alles Andere ist Beiwerk, "Schall und Rauch".

      Zuletzt geändert von respice finem; 08.07.2023, 21:10.
      Schweigen ist Einsicht in die Sinnlosigkeit, oder Wirkung der Ignorierliste.

      Kommentar


        #4
        Guten Abend, David!

        Zitat von David Beitrag anzeigen
        ... kann man als musikalisch untalentierter Mensch Musik wirklich intensiv genießen? ... Was ist also die Magie von Musik? Was muss man dazu mitbringen, um sie in allen Details genießen zu können?
        Yes, I (we) can

        Untalentierter als ich, das ist möglich, jedoch nicht wahrscheinlich, trotzdem, oder gerade deswegen, genieße ich das Hören von Musik, bzw. was das (sie) in mir bewirkt.

        Die Magie von Musik ist, was ich nicht zu beschreiben vermag. Die Magie von Musik ist für mich nicht in Worte zu fassen. Doch wollte ich dies überhaupt? Nein! Musik ist für mich etwas Emotionales, etwas, was sich für mich der Ratio (Vernunft) entzieht. In anderen Gebieten, in denen ich bewandter war, ist es so gewesen, daß je weiter ich in der Materie steckte, diese beinahe verstand, diese an Reiz verlor und Langeweile dräute. Das Alter bringt - zumindest für mich - mit sich, dem Gedächtnis nicht mehr so zu vertrauen, denn Details verschwinden irgendwo im Neuronenorkus des Gehirns. Des Weiteren zieht der Geist der Zeit seine Bahnen und liebgewonnene Interpretationen und Handlungsweisen müssen sich diesem anpassen, möchte man im Sozialen reüssieren.

        Für die letzte Deiner Fragen möchte ich beinahe schreiben: Nichts - und Alles! Doch es wird sich eher in Richtung sehr wenig einpendeln. Genügsamkeit könnte ein guter Start für den Genuß sein.

        Für die Befriedigung des musikalischen Genußes nehmt Folgendes:



        mit einem Fitzelchen von Violine



        Wer den Film dazu sehen möchte:

        Le professionnel

        Eine gute und ruhige Nacht wünscht

        Silver Surfer

        Kommentar


          #5
          Diese Frage kann ich als recht unmusikalischer Mensch eindeutig mit ja beantworten

          Gruß

          RD

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