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Die Herstellung meiner Open Baffle Sat-Lautsprecher (ab ca. 80Hz)

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    Die Herstellung meiner Open Baffle Sat-Lautsprecher (ab ca. 80Hz)

    Ursprünglich habe ich von Open Baffle Lautsprechern nichts gehalten. Diverse Fotos und Beschreibungen dazu habe ich schon vor langer Zeit gesehen und gelesen. Gehört habe ich solche Lautsprecher aber noch nie. Immer kam ich zu dem Schluss, dass so etwas nie gut funktionieren kann, wegen dem akustische Kurzschluss, der bei Lautsprechern ohne Gehäuse zwangsläufig zustande kommt.

    Dieser Ansicht bin ich nach wie vor, aber nur in Bezug auf sehr tiefe Frequenzen. Bei halbwegs „vernünftigen“ Außenmaßen ist spätestens nach unten hin etwa bei 80Hz Schluss mit einem brauchbaren Nutzpegel und selbst da muss man schon „ordentlich tricksen“, um die sich dabei ergebenden Pegelverluste zu kompensieren.

    Vollbereichslautsprecher interessieren mich aber ohnehin nicht, weil ich seit mehreren Jahrzehnten nur Sub-/Sat Systeme verwende. Für mich ist das der einzige richtige Weg, wenn man in einem Raum optimal Musik an einer bestimmten Stelle (dem Hörplatz) wiedergeben will, denn fast nie befinden sich in einem Raum der günstigste Stellplatz für die Lautsprecher und der beste Schallentstehungsort für sehr tiefe Frequenzen am selben Ort. Vollbereichslautsprecher kann man somit in einem Raum immer nur kompromissbehaftet positionieren. So jedenfalls meine Erfahrung, abgesichert durch sehr viele Versuche sowie akustische Messungen.

    Ein Zufall hat dafür gesorgt, dass mich Open Baffle Lautsprecher plötzlich genauer interessiert haben. Ein weiterer Zufall hat mir dann ermöglicht, so etwas ohne großen Aufwand in der Praxis ausprobieren zu können. Und was ich dabei erlebt habe, das hat mich sehr erstaunt. So sehr, dass derartige Lautsprecher zu meinen bestehenden Subwoofern als „Sats“ durchaus infrage kamen. Offen blieb nur noch die Frage, ob so etwas bis zur Trennfrequenz meiner Subwoofer bei ca. 80Hz zufriedenstellend funktionieren könnte (großzügig hochgesetzt gingen 100Hz auch noch ohne Qualitätseinbußen).

    Nach vielen Recherchen, weiteren Versuchen in der Praxis, einschließlich vieler Messungen, Fehlentscheidungen, Fehlplanungen und Fehlherstellungen bin ich letztlich trotzdem zu dem Schluss gekommen, dass ich so etwas in meiner Anlage haben möchte, aber "richtig gemacht". Und selbstverständlich wie immer als Selbstbauprojekt.

    Alle Schritte zuvor waren sehr zeitaufwendig und arbeitsintensiv, auch haben sie mich „Lehrgeld“ gekostet, aber sie waren notwendig, um jetzt (wie ich glaube) klar zu sehen.

    Zum Glück kann ich - ohne dabei einen Kompromiss einzugehen – die vier Stück 10 Zoll Tieftöner von B&C weiter verwenden. Auch die beiden recht aufwändigen Metallgestelle passen bestens, allerdings muss ich in die senkrechten Haltestangen jeweils vier Gewindelöcher hinzufügen, zur Befestigung der leider notwendig gewordenen „Seitenflügel“.

    In diesem neuen Thread geht es nur noch um die Herstellung meiner Sat-Lautsprecher in Open Baffle Ausführung.
    Meine Versuche sind hier zu sehen:
    https://www.hififorum.at/node/651189

    Zukaufen muss ich (abgesehen von diversem Kleinmaterial) noch vier Stück 5 Zoll Mitteltöner von B&C und zwei Stück Air Motion Transformer vom Hersteller Mundorf, die speziell für Dipol-LS (OB-LS sind auch Dipole) entwickelt wurden. Sie sind rückwärts offen und geben den gleichen Schall nach vorne und nach hinten ab. Diese AMTs sind "ordentliche Trümmer" (10 Zöller) mit angeblich extrem geringen Klirr. Sie sind auch für sehr hohe Belastungen bzw. Pegel geeignet. Man findet sie nicht im Produktkatalog, die Techniker von Mundorf haben sie für ein spezielles Projekt entwickelt und nur in geringen Stückzahlen hergestellt. Durch meine Beschreibung was ich vor habe, wurden sie mir empfohlen, weil sie genau dafür passen.

    Ich muss es wieder dazuschrieben (wie oft noch???), weil ich schon mehrere Anfragen per eMail bekomme habe, wie bei dieser Konstruktion Bass entstehen soll. Hier die Antwort: das sind „nur Sats“, die erst ab ca. 80 Hz zum Einsatz kommen. Darunter arbeiten 4 Stk. geschlossene Subwoofer, die je einen 18 Zoll Bass-Konustreiber von B&C beinhalten. Ein 8-kanaliger DSP dient als Frequenzweiche und zur LS-Anpassung an den Raum.


    Übrigens habe ich nicht vor, die wirklich wunderbar gut funktionierenden bisherigen geschlossenen Sat-Lautsprecher zu „entsorgen“. Ohne viel Aufwand kann ich sie jederzeit wieder in Betrieb nehmen.

    ---------------------------------


    Hier die gezeichnete Frontansicht der neuen Lautsprecher. Mit der Herstellung habe ich schon begonnen. Alle meine bisher gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse sind hier mit eingeflossen. Die Gestaltung der Frontplatte sowie die Anordnung der Chassis sind mit dem Frontplatten-Simulationsprogramm „Edge“ optimiert.
    Die Höhe (samt Gestell) beträgt 118cm und die Breite 33cm. Die Mittel- und Hochtöner bilden in der Vertikalen ein akustisches Zentrum bei genau einem Meter Höhe.




    Die Farbe der Frontplatte ist noch ungeklärt.
    Zuletzt geändert von David; 31.08.2022, 17:59.
    Gruß
    David


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    Wichtig: zumindest versuchen, beim Thema bleiben!

    #2
    Damit auch hier die komplette Herstellung dokumentiert wird und weil ich die bereits hergestellten Metallgestelle weiter verwende, kopiere ich aus dem anderen Thread ein paar Beiträge hier her.

    ------------------------------


    Die Konstruktionszeichnung für die Metallgestelle:



    Die Aluvierkantteile habe ich online bestellt und mir zuschicken lassen. Für die runden Teile (vor allem die kleinen runden Füße, die ich höhenverstellbar machen werde) hatte ich noch ausreichend Material im Bestand, aber als dicken Alustab. Daraus flache Scheiben zu machen, das war relativ viel Arbeit, hat viele Späne erzeugt und vor allem hat es meine Drehbank an ihre Grenzen gebracht, wegen der Länge:



    Diese Arbeit nennt man "Abstechen", bezieht sich aber nur auf Metall und bedeutet, dass man mit einem "Einstichmesser" auf der Drehbank Teile trennt. Da dieses Einstichmesser sehr schmal ist (ca. 4mm breit) und in diesem Fall dazu noch sehr lang sein muss, damit es bis zum Zentrum kommt, besteht hohe Gefahr dass es bricht. Damit das nicht passiert (das Messer darf nie vorne und seitlich gleichzeitig Späne abheben!) muss man durch ständigen seitlichen Versatz sehr vorsichtig V-förmig von außen nach innen arbeiten. Dadurch entstehen keine flachen Scheiben, sondern gestufte Flächen, die man erst danach plan drehen muss:



    Die fertig hergerichteten Rohmaterialien:



    Stirnseiten fräsen:



    Schlitze für die Kreuzverbindung fräsen (heikle Arbeit, die sehr genau passen muss):


    Ecken wegsägen:



    Ecken befräsen


    Zuletzt geändert von David; 14.07.2022, 06:02.
    Gruß
    David


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      #3
      Die Aluteile sind fertig bearbeitet und mit Klarlack lackiert:




      Die Gestelle zusammengebaut.




      Sehen etwas "bizarr" aus.

      Gruß
      David


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        #4
        Hier sieht man eines meiner größten Probleme bei den Holzarbeiten, nämlich der viel zu kleine Arbeitstisch im Vergleich zu den Holzplatten. Ich kann immer nur ein kleines Bereich bearbeiten wenn die Platte am Tisch fixiert ist und danach muss ich "weiterschieben". Das betrifft sowohl die X als auch die Y-Achse. Die "Kunst" ist es, dieses Weiterschieben sehr exakt zu machen, weil sich sonst die Fehler addieren. Dazu habe ich mir schon mehrere Tricks einfallen lassen und so klappt es auch, aber der Zeitaufwand dafür ist hoch. Oft geht es nur um kleine Arbeiten bzw. Bohrungen die Sekunden dauern, die Einstellungsarbeiten davor dauern aber meist ein 'zigfaches davon.





        Ich verwende für das exakte Anbohren kein Bohrfutter, sondern eine Spannzange für den jeweiligen Bohrer, weil so etwas viel genauer läuft. Ist auch mehr Zeitaufwand, weil das Umspannen lange dauert, aber das Endergebnis ist dann einfach besser. Im Foto sieht man, dass ich den Bohrer verkehrt eingespannt habe und dessen Schaft als "Messdorn" verwende. Der Schaft steht hier auf dem Bezugspunkt Null.



        Diese extra gekauften und von mir selbst montierten Längslineare samt Digitalanzeige ermöglichen eine (Wiederhol-) Genauigkeit von fünf tausendstel Millimeter. Für Holz im Allgemeinen kaum ein Thema, aber für Metallarbeiten natürlich schon. Ein wesentlicher Vorteil davon ist auch, dass man den zuvor eingestellten Null- (Bezugs-) punkt immer wieder genau anfahren- und das Werkzeug (Bohrer, Fräser) von dort aus zu andere Positionen bringen kann.



        Fest steht, wenn man bei diesen Arbeiten nicht wirklich "gut drauf und hellwach" ist, passieren ganz schnell Fehler. Das ist besonders ärgerlich, wenn schon viele Stunden Arbeit in einem Teil stecken und wenn kein Ersatzmaterial da ist. Habe ich alles schon mehrmals erlebt. Zwar kann man alles irgendwie "reparieren", sogar so dass es die Funktion nicht beeinträchtigt, aber so etwas will ich für mich nicht haben. Ordentlich oder gar nicht, etwas Anderes kommt für mich nicht infrage und das macht die Sache noch viel schwieriger als sie so schon ist.
        Zuletzt geändert von David; 14.07.2022, 06:08.
        Gruß
        David


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          #5
          Mit den Holzarbeiten habe ich auch schon begonnen. Bisher verläuft alles problemlos. Den Fräszirkel aus Alu habe ich vor vielen Jahren selbst hergestellt.



          Die Mittel- und Hochtöner sind bestellt, erst sobald sie da sind, kann ich weiter machen.

          Die Verdrahtung kann ich dieses Mal nicht so machen wie zuletzt, weil es keinen - bzw. zu wenig - Platz für die Einfräsung von Schlitzen in die Holzplatten zwischen den Chassis gibt. Nach langer Überlegung ist mir dazu etwas eingefallen das außergewöhnlich ist, das mir aber ganz gut gefällt. Ist wieder zusätzliche Metall-Arbeit, aber dieses Mal soll es ja das letzte Mal werden, also scheue ich keinen Aufwand.
          Zuletzt geändert von David; 14.07.2022, 06:12.
          Gruß
          David


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            #6
            Die Holzplatten vor dem Verkleben:



            Das Verkleben ist eine Arbeit die viel Stress verursacht, einerseits weil der Kleber (beiderseits aufgetragen) schnell auftrocknet (Verdünnen hilft ein bisschen) und andererseits, weil man nur ganz wenig Zeit hat, um die beiden Platten richtig zueinander zu positionieren. Ist man da nicht schnell (ich würde sagen maximal 5 Minuten samt Anbringung der ersten paar Zwingen), ist ein Verschieben kaum noch möglich. Dabei geht es in meinem Fall um maximal 0,3mm +/- , weil ich ganz bewusst die Freistellung um die 10 Zöller herum sehr klein gemacht habe.

            Damit das Verkleben gelingt, ist vorher unbedingt eine "Trockenübung" notwendig, mit Hilfe der Chassis und exaktem Zusammenklemmen der beiden Platten mit Parallelzwingen an beiden Enden. Grundbedingung ist, dass die Platten schon vorher recht genau gleich groß sind und alle Ausnehmungen exakt zueinander passen. Danach muss man noch minimal rundherum bündig fräsen. Erst dann hat man beim Kleben durch Anbringen von seitlichen großen Zwingen die Gewissheit, dass die beiden Platten zueinander in der richtigen Position sind.

            Alles sieht auf Fotos immer so einfach aus, aber wenn man so wie ich Wert auf höchste Präzision legt und nicht den geringsten "Murks" inkauf nehmen will (und schon gar keine Ausbesserungen -> was nicht passt wird passend gemacht, so etwas gibt es bei mir nicht), dann ist jeder Arbeitsgang ziemlich schwierig. Viele Tricks sind notwendig, um bei einer Einzelanfertigung eine Genauigkeit wie bei einem hochwertigen Serienprodukt hin zu bekommen.

            Bisher bin ich sehr zufrieden. Alles passt, bzw. hat sofort gepasst.
            Zuletzt geändert von David; 14.07.2022, 06:13.
            Gruß
            David


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              #7
              So aufwändig ist das Verkleben der beiden Platten - und das muss binnen weniger Minuten passieren:



              Nachdem alles gut gegangen ist, sieht es so aus (einmal von vorne und einmal von hinten) :



              Noch sind diese Teile aber noch lange nicht fertig, denn es müssen noch sämtliche Kanten bearbeitet werden. Auch die Einpressmuttern der Chassis fehlen noch.

              Zuletzt dann noch der Feinschliff und das Lackieren.

              Erst dann folgt der endgültige Zusammenbau.
              Gruß
              David


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                #8
                Ca. 12 Stunden Arbeit, die Stehbolzen für die Rohre, in denen die Verkabelung läuft (sind ganz gleich, weil in Miniserie gemacht):

                Zuletzt geändert von David; 30.06.2022, 07:17.
                Gruß
                David


                WEBSEITE HiFiAKTIV: Klick mich
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                  #9
                  Die Schallwände sind fertig, besser gemacht als je zuvor - aber noch unlackiert. Und vor dieser Arbeit "fürchte" ich mich am meisten. Obwohl mir das Design meiner Lautsprecher immer schon weitgehend egal war (nur Zweckmäßigkeit reicht mir), könnte ich eine schlechte Lackoberfläche nicht akzeptieren. Sie soll matt sein (glänzend mag ich nicht) und sie kann eine leichte Struktur haben, aber diese muss gleichmäßig sein. Besonders schwierig wird das an den abgerundeten Kanten, weil sich das MDF durch den weichen Kern dort ganz anders verhält als auf den Flächen. Mehrere Lackschichten sind notwendig, bis die Kanten "dicht" sind. Zuvor saugen sie den Lack wie ein Schwamm auf. Danach sind sie sehr rauh, da hilft auch noch so gutes Glattschleifen zuvor nicht, denn die rauhe Oberfläche entsteht erst durch's Lackieren.

                  Dieses Mal habe ich den Mut, es wieder mit Kompressor und Spritzpistole zu versuchen. Wenn das nicht sofort überzeugend gut gelingt, kann ich immer noch mit der Walze weiter arbeiten.

                  Die letzten Schallwände habe ich nur mit der Walze lackiert. Aber das Lackieren mit der Walze wird nie wirklich schön, weil die Lackbahnen zumindest minimal sichtbar bleiben.
                  Der Vorteil war aber, dass ich mit der Walze auf den Kanten mehr Lack auftragen konnte als auf den Flächen. Mit der Spritzpistole geht das nicht. Eventuell könnte ich nur an den Kanten vorerst mit der Walze arbeiten, dann schleifen und dann mit der Spritzpistole weiter machen.....

                  Absurder Weise habe ich mir vor ca. 7 Jahren, nachdem meine "Blauen Boxen" fertig waren, noch eine sehr gute Profi-Spritzpistole gekauft (von SATA). Ich habe sie noch nie verwendet. Erst gestern habe ich sie mir erstmals (!) genauer angesehen. Ist ein super Ding! Jetzt wird sie zum Einsatz kommen.

                  Der graue Lack den ich bestellt habe, ist mir zu hell. Wie so oft stimmen die Farbtabellen nicht oder sie täuschen. Sind ja auch nur ganz kleine Musterflächen die man da sieht. Gestern habe ich bei Amazon eine schwarze Abtönpaste bestellt (alles auf Wasserbasis), müsste heute da sein.

                  Keine Ahnung was mich da jetzt erwartet......
                  Zuletzt geändert von David; 01.07.2022, 18:46.
                  Gruß
                  David


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                    #10
                    Wegen anderer Dinge, die entweder wichtiger waren oder mich kurzfristig mehr interessiert haben, habe ich dieses Projekt etwas zurück gestellt. Aber es ist nicht "gar nichts geschehen", denn ich habe dazwischen immer wieder die Schallwände fein geschliffen und eine weitere Lackschicht aufgetragen. Dazwischen musste ich sowieso immer warten bis der Lack durchgetrocknet ist. Mit der Lackiererei bin ich jetzt schon im Endspurt. Die Entscheidung, es mit der Spritzpistole zu machen, war eine gute, denn wenn man dabei mit wenig Druck arbeitet (was völlig ausreicht), ist auch die Gefahr dass Staub oder sonst was aufgewirbelt wird, praktisch Null.

                    Die vielen Lackschichten sind nur deshalb notwendig, weil das MDF an der abgerundeten Kanten so schwer glatt zu bekommen ist, trotz Grundierung. Aber auch das wäre nur halb so schlimm, wenn der Lack sich gut schleifen ließe. Lacke hatte ich schon mehrere verschiedne, es ist überall das Gleiche.

                    Noch zwei Lackschichten, dann müsste auch diese Arbeit mit einem guten Ergebnis abgeschlossen sein. Danach geht es sofort an den Zusammenbau, der ca. zwei Tage dauern wird.
                    Und dann kommt die Einmesserei....... Bin schon gespannt, ob sich der aufwändige "letzte Aufguss" wirklich rentiert hat, denn ein weiteres Mal gibt es dieses Mal nicht.
                    Aber ich bin recht zuversichtlich.
                    Gruß
                    David


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                      #11
                      Die Lackierarbeiten sind abgeschlossen. Mit dem Endergebnis bin ich recht zufrieden, mit meinen Mitteln ist "noch schöner" kaum möglich. Und vor allem freut es mich momentan einfach nicht mehr, in dieser Sache weiter zu machen. Diese Lautsprecher sind aber so gebaut, dass ein komplettes Zerlegen ohne Folgeschäden und ohne Löterei möglich ist. Das heisst, sollten diese Lautsprecher absolut zufriedenstellend funktionieren, könnte ich sie wieder zerlegen und die Schallwände noch einmal schleifen und lackieren. Allzu viel würde das aber - wie gesagt sind meine Möglichkeiten dazu eingeschränkt - kaum bringen.

                      Mit dem Zusammenbau habe ich schon begonnen. Das Schlimmste dabei war die Montage der AMTs, mit den verrückt starken Magneten. Jedes Werkzeug (man bräuchte antimagnetisches dazu) wird schon ab ca. 5 Zentimeter spürbar hingezogen und diese Kraft wird mit jedem Zentimeter stärker. Obwohl ich sehr aufpasse, ist es mir einmal passiert (Horror!!!) dass die beiden AMTs sich am Tisch liegend gegenseitig angezogen und so "verbandelt" haben, dass sie kaum noch auseinander zu bringen waren. Zum Glück noch in den Plastikfolien, somit ging das ohne Beschädigung ab.

                      Es fehlt vor allem noch die komplette Verkabelung. Und die ist links/rechts unterschiedlich, weil die Bauteile zwar gleich sind, aber die Schallwände spiegelverkehrt.

                      Grundsätzlich (jetzt einmal abgesehen von meinem Perfektionstick, der alles "hundert Mal" aufwändiger macht als notwendig) sind das recht einfache Lautsprecher. Man könnte grob sagen: "ein Brettl und vier Chassis drinnen, sogar ohne Frequenzweiche. Gäbe es eine Box dahinter, würde das so stimmen. Anders ist es nur deshalb, weil dabei alles sichtbar ist und auch bleibt. Da lässt sich kaum etwas verstecken, selbst wenn man es wollte. Alles - mehr oder weniger ausnahmslos - ist bei meinen Lautsprechern sichtbar. Selbst alle Schrauben, bis auf je eine einzige bei den Gestellen.

                      Leider kommt mir laufend etwas dazwischen, aber diese Woche werden diese Lautsprecher sicher noch fertig.
                      Zuletzt geändert von David; 13.07.2022, 14:35.
                      Gruß
                      David


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                        #12
                        Heute habe ich den Zusammenbau der Lautsprecher abgeschlossen. Alles hat bestens gepasst, es gab kein einziges Problem.

                        Hier ein paar schnell gemachte Fotos, teils noch ohne Seitenwangen während dem Zusammenbau:













































                        Die ersten Messungen waren sofort so, dass Freude aufkommt. Schon nach einer Stunde war ich mit den Einstellungen so weit, dass ich es lassen könnte wie es ist. Nur wenige einfache Korrekturen waren notwendig. Die Klirrwerte sind überragend gut, sogar noch einen Ticken besser als bei den blauen Boxen. Auch wenn sowieso unhörbar, bestätigt mir das, dass alles passt. Mit den Koaxen war das nicht ganz so.

                        Sogar Musik habe ich damit schon gehört. Egal wie hoch der Pegel ist, es klingt immer glockenklar und irgendwie "riesig und locker". Das heisst, der Klirr bleibt auch bei sehr hohen Pegeln im noch unhörbaren Bereich. Das war mit den Koaxen keinesfalls so und ich habe sogar den Eindruck, dass die jetzt gebauten OB-Lautsprecher diesbezüglich die blauen Boxen toppen und das will was heißen.

                        So wie es scheint, ist mir da ein großer Wurf gelungen, auch was die Ausführungsqualität betrifft. Es war aber auch ein sehr dornenreicher Weg, dieses Ziel zu erreichen.

                        Die Messungen und Einstellungen werde ich noch verfeinern, aber ich habe mir vorgenommen, dabei nicht zu übertreiben, weil es nichts bringt. Ich laufe nicht mehr "jedem kleinen Zacken nach", der bei kleiner Positionsveränderung des Mikrofons womöglich schon wieder weg ist (und neue dazu kommen)..
                        Zuletzt geändert von David; 17.07.2022, 18:33.
                        Gruß
                        David


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                          #13
                          Heute habe ich mich noch einmal mit den Messungen und Einstellungen "herumgespielt". Diese Lautsprecher sind unglaublich, so etwas hatte ich bisher noch nie. Auch komplett ohne Korrekturen - nur mit Pegelanpassung der Chassis zueinander - könnte man sie betreiben und es würde nichts Negatives auffallen (ich hab's probiert). Das gilt nur für die OB-Sats, bei den Subwoofern geht es ohne Raumanpassung keinesfalls, wegen der Moden.

                          Trotzdem habe ich bei den OB-Sats ein paar (sehr wenige und recht flache) Korrekturen hinzugefügt.

                          Das Gespann 2x B&C 5 Zöller und Mundorf 10 Zöller ist "ein Traum"!

                          Hier nur die beiden Bereiche beim Hörplatz. Zwischen einer Nahfeldmessung (Abstand ca. 30cm) und dann beim Hörplatz gemessen (Abstand 2,2 Meter) ändert sich fast nichts.



                          Und hier mit den Tieftönern gemeinsam (also die Anlage komplett beim Hörplatz). Ist auch besser als alles was ich bisher hatte.



                          Die Übergangsfrequenz zwischen Subwoofer und Sats konnte ich bei 80Hz belassen.

                          Der Klirr in Summe (also mit den Subwoofern) bewegt sich nach oben hin bis maximal 0,5%, Im kritischen Mitteltonbereich deutlich darunter.

                          Anmerkung: das ist die Einmessung "linear". Für gute moderne Aufnahmen würde es so passen. Da ich vorwiegend ältere Aufnahmen höre, hebe ich den Bass unter 80Hz (also nur den der Subwoofer) recht ordentlich (um ca. 6db) an. So klingt es für mich "satt und druckvoll" und so macht mir das Musik hören viel mehr Spaß als bei linearer Wiedergabe.

                          ----------------------------------

                          Wenn mir vor einem Jahr wer gesagt hätte, dass ich demnächst Lautsprecher ohne Gehäuse verwenden werde, hätte ich ihn ausgelacht. Und schon gar nicht hätte ich geglaubt, dass mir das auch klanglich noch besser gefällt als "die üblichen Kisten", aber es ist tatsächlich so (ich habe vorhin mit den "Blauen" verglichen), vermutlich durch den (raumbedingt sicher nicht sehr ausgeprägten) Dipol-Effekt. So richtig kann ich den nicht beschreiben und ich will auch nicht zum Schwurbeln anfangen, aber mit "Luftigkeit, Leichtigkeit und Klangwolke" liegt man dabei nicht falsch. Und alles das ohne dem geringsten Verlust an Präzision, egal bei welcher Lautstärke.

                          .....und weil diese Lautsprecher "so brav" sind, werde ich sie irgendwann (heuer noch) komplett zerlegen und noch einmal - was die Machart betrifft - ein bisschen aufwerten. Ein bisschen geht da noch.....
                          Zuletzt geändert von David; 17.07.2022, 19:16.
                          Gruß
                          David


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