Wenn man bei passiven Lautsprechern ohne "DSP Eingriff" etwas
verbessern wollte - z.B. die Paarsymmetrie - dann muss man anfangen
die Hochtöner zu selektieren ... das muss ich leider so sagen, dass man
das zuerst tun müsste, weil diese Unterschiede wesentlich größer sind.
Absolute Zustimmung!
Gerade in letzter Zeit habe ich mich mit den Unterschieden/Toleranzen meiner verwendeten Chassis befasst. Und ein Chassis (einen 10 Zöller) habe ich sogar ausgetauscht, weil dessen Klirr deutlich höher war als der der drei anderen. Es war nur ein schmaler "Peak" bei ca. 220 Hz und hören kann man so etwas sicher nicht, aber mich hat er beim Einmessen meiner Anlage einfach gestört.
Bei dieser Gelegenheit habe ich auch alle anderen Chassis verglichen. Im Großen und Ganzen gab es da keine großartigen Unterschiede, aber der Idealfall (für pingelige Leute wie ich es bin) wäre eindeutig das Selektieren der Chassis vor dem Kauf für ein bestimmtes DIY-Projekt.
Bei Kondensatoren (das weiß ich von früher her) sind 10% Toleranz Standard. Für Netzteile und bei Koppelkondensatoren ist das egal, bei Frequenzweichen - noch dazu im Zusammenhang mit passiven Lautsprechern die nicht raumangepasst werden, ist das schon recht viel, obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass man das beim "Musikhören in der Praxis" als störend empfinden könnte.
Würde ich passive Lautsprecher herstellen, wäre das Selektieren von Kondensatoren fixer Bestandteil meiner Arbeiten. Soviel ich weiß, wird das bei den Herstellern von HiFi Lautsprechern nicht gemacht, denn ich habe schon einige Leute die damit zu tun haben, danach gefragt und diese Antwort bekommen. Wie immer mag es Ausnahmen geben.....
Es sind ja keine "Kabel", sondern Kondensatoren unterschiedlichen Aufbaus ...
Der Frank erzählt da erstmal keinen "Unfug", denn es gibt messbare Unterschiede,
die zumindest zwischen den Extremfällen (alter Elko ...) auch in's Hörbare
gehen können.
Aber: Es fehlt m.E. ein wenig an der Einordnung und auch das Experimentieren
mit den "hörbaren" Unterschieden hat hier Schwächen.
Ich möchte 2 Punkte herausgreifen:
1. Wenn ich sicher sein will, dass ggf. hörbare Unterschiede nur auf
die Bauart der Kondensatoren zurückzuführen sind, dann muss ich
Exemplare auswählen, welche wenigstens gleiche Kapazität aufweisen
oder ich muss diese Toleranzen anders aus dem Experiment "heraushalten"
(z.B. durch Zusammenschalten mehrerer Kondensatoren gleicher
Bauart).
Wenn im Einzelfall die Kapazität hier um 10% oder mehr abweicht, dann
verschiebt sich die Filtercharakteristik schon merklich allein dadurch:
Ich kann dann die "Klangunterschiede" nicht mehr allein auf die Bauart
zurückführen.
2. Wenn ich so etwas mit "Rauschen" und "auditiv" vergleiche, dann
wäre es auch angebracht, 2 baugleiche Hochtöner (linken und rechten?)
einmal derart zu vergleichen: Die klingen dann auch "anders" (i.d.R. sogar
deutlich). Diese Toleranzen der Wandler werden in den meisten Fällen
Unterschiede durch die Bauart der Kondensatoren deutlich dominieren
(sowohl messtechnisch als auch auditiv).
Das sollte man m.E. zur Einordnung wissen, und ich gehe davon aus,
dass der Frank das eigentlich auch wissen muss.
Ich habe mich mit der Thematik auch einmal befasst, kann aber aktuell
nur den persönlichen Schluss wiedergeben, zu dem ich damals gekommen
bin:
Ein guter MKP "Wickel" Kondensator mit "Schoopschicht", d.h. in
angemessener Industriequalität, wie er z.B. von WIMA geliefert wird,
ist m.E. für HiFi Anwendungen im Hochton "absolut hinreichend"
(also auch "High End" tauglich). Es sind m.E. hier keine "Klimmzüge"
extreme Dimensionieruengen oder "Boutique Materialien" erforderlich.
Wenn man bei passiven Lautsprechern ohne "DSP Eingriff" etwas
verbessern wollte - z.B. die Paarsymmetrie - dann muss man anfangen
die Hochtöner zu selektieren ... das muss ich leider so sagen, dass man
das zuerst tun müsste, weil diese Unterschiede wesentlich größer sind.
Andererseits sollte man sich aber bei den Kondensatoren auch nicht
mit etwas Schlechterem als der o.g. "anerkannten Industriequalität"
zufriedengeben.
Aber das ist meine Auffassung zu der Sache und jeder soll das
ansonsten so handhaben, dass er sich "glücklich" damit fühlt .
Zuletzt geändert von dipol-audio; 04.07.2024, 00:14.
Die Angst des Verbrauchers (eigentlich sollte es ja in diesen Fällen Gebrauchers heissen) davor, Lebensqualität zu verlieren, wenn er/sie nicht die neueste Version von XY nutzen kann, ist für die Hersteller doch viel umsatztreibender, als absichtliche Sollbruchstellen. Die eigentliche Funktion (eine gestellte Aufgabe zuverlässig und fehlerfrei zu erfüllen) wird zur Nebensache. Auch hier ist der Blick auf die Autobranche gestattet - bei der Vorstellung der neuen Modellgeneration von beliebigen Herstellern, lese ich in den Fachzeitschriften immer öfters als erste Meldung über die "Verbesserungen" der Connectivität, über die jetzt noch feinere Auflösung des noch grösseren Zentraldisplays usw. - Informationen über die Kofferraum- und Aussenabmessungen aber musst man im Kleingedruckten suchen. Wie fährt die neue Karre? - Wen interessiert das, Hauptsache an den Kopfstützen sind Smartphonehalterungen für die Kids auf den Rücksitzen vorhanden.
Moderne Zeiten - eine aktualisierte Neuverfilmung von Charlie Chaplins Stummfilmklassiker wäre wahrscheinlich nicht mehr lustig.
LG
E.M.
Das erinnert mich jetzt an meine Open Baffle Lautsprecher - sogar samt Subwoofer und wenn man will, auch dem Verstärker dazu - also alles was ich selbst gebaut habe.
Kaum dass ich etwas davon fertig hatte (nicht selten sogar schon während der Herstellung), sind mir wieder Verbesserungsmöglichkeiten eingefallen und schon wieder habe ich gezeichnet und gegrübelt.....und wieder neu gebaut. Das geht bei mir genau genommen seit Beginn an (also seit grob 40 Jahren) so.
Aus klanglicher Sicht hat sich über die gesamte Zeitspanne nichts Großartiges verändert (außer dass seit dem Einsatz von DSPs endlich die nervigen Bassmoden weg waren). Aus messtechnischer Sicht (und aus meiner Sicht, wegen der immer besser gewordenen Machart) schon, aber keinesfalls war das diesen verrückten Aufwand wert. Für die Open Baffle Sats existieren übrigens schon wieder neue Pläne.....
Verrückt? Na und wie!!! Noch verrückter geht kaum. Schwerster Dachschaden würde ich sagen.
es genügt nicht ein hirn zu haben, man muss es auch benützen
es ist wie beim feuerlöscher
hast du minimax im haus, löscht du jedes feuer aus, doch was nützt der ganze mist, wenn du nicht zuhause bist.
Mit zunehmendem Alter stellt man immer mehr fest, dass der Mensch zwar aus biologischer Sicht (so wie auch jedes Tier) ein Wunderwerk der Natur ist, aber im Hirn ist er einfach (Aussage gilt für "im Schnitt"!) eine glatte Katastrophe.
Dafür kann die Natur nichts, das menschliche Gehirn ist sogar extrem hochentwickelt, aber es wird einfach "von seiner eigenen Gattung fehlgeleitet" und geprägt. Das wieder ist eine Folge der hohen Intelligenz, man könnte auch sagen "wo Licht ist, ist (meist) auch Schatten und beim Menschen gibt es leider sehr viel Schatten.
Eine "Starter" Empfehlung von mir zum o.g. Thema wäre etwa das Büchlein
"Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn" von Gerald Hüther.
Ich habe es vor etlichen Jahren nach dem Lesen - in einer Kneipe, ich gebe es zu ... -
weiterverschenkt (mit meinen Unterstreichungen*, Eselsohren und ggf. auch Kaffeeflecken)
an eine junge Frau, die dort bediente und fragte "was liest du denn da?".
Mein Tischnachbar an jenem Abend sagte sinngemäß: "Das hast du gut gemacht, die liest das nämlich wirklich, ich kenne sie."
Und weg war das (mein) Buch, kurz nachdem ich die letzte Seite gelesen hatte ...
_________________
* ich unterstreiche in manchen Büchern, dann aber mit Bleistift (zart) und
Lineal oder technisch vergleichbaren Hilfsmitteln ...
Zuletzt geändert von dipol-audio; 03.07.2024, 01:43.
Heute hatte ich ein "Gespräch" mit dem Inhaber eines High-End-Vertriebes, der aus A auch den Markt in D versorgt.
Danach bin ich zur Beruhigung auf meine Waldrunde gegangen und jetzt bin ich geneigt, Davids Ansichten in Sachen HiFi/High-End-Markt im Wesentlichen zu teilen .....
LG
E.M.
Werde zukünftig nur noch meine Stimme für einzelne Ausnahmen erheben und nicht mehr die ganze Branche verteidigen.
@Edward
Oha, da muss ja was passiert sein ...
Mir fällt dazu der - leider sehr kriegerische - Ausdruck "Frontbegradigung" ein.
Aber im Ernst: Über das einzelne Beispiel (Ansätze, einzelne Produkte, individuelle
Hörsituationen, ...) lässt sich m.E. besser diskutieren/debattieren als über
"eine ganze Branche" ...
Und ganz so "nihilistisch" - David bitte verzeih' mir - wie unser geschätzter
Gastgeber muss man ja auch nicht werden dabei.
Ja. Aber so wie man nicht wirklich jeden Brand löschen kann mit einem Feuerlöscher, reicht oft noch so viel "Hirn benutzen" nicht.
Manchmal ist die Ursache dafür unsere inhärente Unvollkommenheit, manchmal die der Anderen.
Wir werden nie alles wissen und können, egal wie sehr wir daran glauben mögen.
es genügt nicht ein hirn zu haben, man muss es auch benützen
es ist wie beim feuerlöscher
hast du minimax im haus, löscht du jedes feuer aus, doch was nützt der ganze mist, wenn du nicht zuhause bist.
Seit mehr als 120 Jahren zählt Minimax zu den weltweit führenden Marken im Brandschutz mit einer einzigartigen Bandbreite bewährter Brandschutzsysteme.
Mit zunehmendem Alter stellt man immer mehr fest, dass der Mensch zwar aus biologischer Sicht (so wie auch jedes Tier) ein Wunderwerk der Natur ist, aber im Hirn ist er einfach (Aussage gilt für "im Schnitt"!) eine glatte Katastrophe.
Dafür kann die Natur nichts, das menschliche Gehirn ist sogar extrem hochentwickelt, aber es wird einfach "von seiner eigenen Gattung fehlgeleitet" und geprägt. Das wieder ist eine Folge der hohen Intelligenz, man könnte auch sagen "wo Licht ist, ist (meist) auch Schatten und beim Menschen gibt es leider sehr viel Schatten.
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