Ist hier schon hinreichend das Phänomen der TikTok-Sucht bekannt? Die Kurzvideos, auch gern genutzt zum Musikkonsum, führen die nutzende Person in eine Blase, aus der sie schlecht raus kann. Auch ein Aspekt des Streamingnutzens.
Downloads erfordern Archivierung, gleich mehrere Festplatten zur Datensicherung. Wer eine große CD-Sammlung hat, darf erst einmal mindestens ein Jahr jede freie Minute seiner Freizeit damit verbringen, die Sachen zu rippen. ,,,

Da geht man dann ganz zwangsläufig mit den neuen Entwicklungen mit, weil es einfach zum Lebensstil passt. Klar gibt es immer noch den Junggesellen oder Familienvater kurz vor der Rente, dessen Kinder aus dem Haus sind mit Eigenheim, der sich im Hifi-Keller eine große Accuphase-Anlage mit einer 44 kg Endstufe hinstellen kann. Das ist aber eher die Ausnahme. Ich höre bei meiner CD-Sammlung immer: "Jetzt reicht es aber, jetzt sind es genug CDs!" Ich habe das Problem gelöst mit unterschiedlicher Nutzung. An der Hauptanlage und an der Kopfhöreranlage höre ich nur CDs. Da ich über 4000 CDs habe, sehe ich nicht ein, warum ich die rippen soll, nur um sie vom Computer abzuspielen, wo ich dann doch nicht ganz die Qualität meiner CD-Wiedergabe erreiche. Um Youtube-Videos oder Musikdateien abzuspielen, dafür habe ich jetzt meinen Cambridge-DAC direkt am PC angeschlossen mit aktiven JBL-Desktop-Lautsprechern. Dazu kann ich dann noch meinen Focal Clear am Kopfhörerausgang des Cambridge-DAC nutzen. So habe ich eine schon gute und akzeptable Qualität. Die reicht mir, denn ich höre schwerpunktmäßig sowieso CD. Zudem gehöre ich zu den Menschen, die wie bei Büchern auch gerne etwas "Materielles" in der Hand haben, also eine Scheibe, die ich abspielen kann, einen Klappentext, den ich lesen kann und ein CD-Archiv, das ich mit den Augen sehen kann. Die Musik nur virtuell auf der Festplatte zu haben, ist mir suspekt. Wenn man Pech hat, ist alles auf einen Schlag gelöscht und weg. Zu Dateien auf der Festplatte kann man zudem kein persönliches Verhältnis entwicklen wie zu einer Schallplatte oder CD, die man mal gekauft hat uinter ganz bestimmten Umständen. Dazu kann man eine ganze Geschichte erzählen, da ist also "Leben" drin. Dateien auf der Festplatte haben dieses Leben und diesen Lebensbezug nicht. Da wird es anonym und beliebig.
Im Wohnzimmer sind einem allerdings die Hände gebunden was raumakustische Maßnahmen angeht, weil die Möglichkeiten beschränkt sind bzw. die Akzeptanz für solche "Eingriffe" familiär oft nicht vorhanden ist. Da muss sich der Hifi-Freund mit den Gegebenheiten arrangieren. Die Einmessung ist glaube ich nicht zuletzt deshalb so populär, weil sie die Illusion eines Grenzenlos-Möglichen schafft scheinbar ohne Aufwand. Das halte ich dann doch eher für eine Illusion, nämlich zu glauben, man brauche nicht das Wohnzimmer zu einem Tonstudio umrüsten, vermeintlich keine teuren Verstärker, wenn man nur den Frequenzgang glatt bügelt, dann ist scheinbar alles perfekt und richtig. Ich bin freilich immer dafür, alle Möglichkeiten, die sich bieten und die sinnvoll sind und einen Klanggewinn bringen, auch zu nutzen. Warum sollte man das auch nicht tun! Nur bin ich konsequent. Ich betreibe zwei Verstärker an einem Lautsprecher. Die AVM-Anlage ist "alte Schule" - keine Klangregelung und nur die direkte Verbindung. Deshalb würde ich da nie etwas elektronisch daran herummodeln wollen. Das mache ich wenn dann nur mit dem anderen Gerät, dem Yamaha RN 803D, der dafür ja auch eingerichtet ist.






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