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Ich repariere ein Messgerät

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  • Ich repariere ein Messgerät

    Endlich habe ich ein paar Tage Zeit, um Dinge zu machen, die schon lange anstehen.

    Vor ca. 2 Jahren ist mir ein altes, aber sehr lieb gewonnenes Messgerät "eingegangen". Es handelt sich dabei um den Audiotester Leader LAV 190. Baujahr schätze ich auf 1970.

    Genau von diesem Gerät habe ich kein Bild gefunden, aber vom Nachfolger, dem LAV 192. Im Prinzip das gleiche Gerät, aber zweikanalig. Ich habe sozusagen die Monoausführung davon:


    Quelle: Tequipment.net

    Aus dem Gerät hat es zuletzt rausgestunken. Nach dem Öffnen habe ich festgestellt, dass die beiden Trafos ziemlich heiss sind. Ohne viel nachzudenken, habe ich die alte Kiste zuerst in den Müll geschmissen, dann wieder rausgenommen (macht man ja nicht, ist Elektroschrott) und auf den Dachboden gestellt.

    Zwischenzeitlich habe ich nach einem Ersatzgerät gesucht. Gefunden habe ich nichts oder nur relativ teuer.

    Heute habe ich mir die Kiste einmal vorgenommen. Schaltplan habe ich natürlich keinen. Das Netzteil ist relativ kompliziert gemacht. Wie gesagt 2 Trafos und noch dazu eine 110V/220V Umschaltung. Kann sein, dass dem Gerät die 230 Volt nicht ganz gepasst haben.
    Zum Glück konnte ich das Gerät noch einmal kurz in Betrieb nehmen, um einmal zu schauen, welche Spannungen notwendig sind. Die 220 Volt habe ich mit einem Regeltrafo eingestellt.
    Erkennen konnte ich dann noch, dass ein Trafo für das Messwerk da ist und einer für die NF-Aufbereitung. Beide Trafos haben mehrere Anschlüsse, aber nur ein Teil davon ist belegt. Beschriftung gibt es keine, aber nach längerem Hin- und her war klar, dass letzlich nur zwei Spannungen notwendig sind. Für das Messwerk ca. 30 Volt und für den Signalgenerator 18 Volt. Welcher Strom notwendig ist, ergibt sich so ungefähr aus dem Eisenkern.

    Bei RS-Components gibt es passende Trafos. Die bestelle ich und baue sie ein. Danach wird hoffentlich wieder alles funktionieren.
    Gleichzeitig bekommt dieses Gerät ein ordentliches Service.
    Gruß
    David


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    Einen „Audio-Laien“ erkennt man daran, dass er sich viel mehr mit Audiokomponenten beschäftigt als mit Raumakustik, LS-Aufstellung und Hörplatzwahl.
    Auch Personen, die noch wenig Wissen auf diesem Gebiet haben, oder solche, die Rat und Hinweise von Erfahrenen suchen, sind hier richtig.
    Meine Auffassung von seriösen Vergleichstests: Klick mich -Die bisherigen Testergebnisse: Klick mich -Private Anlage: Klick mich -
    Grundsätzlich: Behauptungen die mir bedenklich erscheinen, glaube ich erst, wenn sie mir in Form eines verblindeten Vergleichs bewiesen werden konnten. Das gilt für das was ich selbst zu hören glaube ebenso.
    Eine Bitte an Alle: nicht ganze (noch dazu große) Beiträge zitieren und darunter einen kurzen Kommentar schreiben! Besser (beispielsweise): "Volle Zustimmung zu Beitrag 37".
    Wichtig: zumindest versuchen, beim Thema bleiben!

  • #2
    Die Sache war/ist wieder einmal um einiges komplizierter gewesen als vermutet. Aber ich bin ganz knapp vor einem positiven Abschluss.

    Zuerst einmal habe ich etwas zu große Trafos gekauft. Das wäre natürlich egal, aber der dafür vorgesehene Platz ist verdammt klein. Ich habe die Trafos dann in Schrägstellung reingebracht, aber auch nur, indem ich den Sicherungshalter verlegt habe (13mm Bohrung).

    Das Gerät ist gar nicht so einfach zu zerlegen, viele Abschirmbleche müssen demontiert werden. Das alleine wäre nicht so schlimm, aber mehrere Schrauben waren festgefressen und - nona - genau die, die schlecht zugänglich sind. Wer hier Erfahrung hat, der weiss wie schwierig es ist, eine Kreuzschlitzschraube die einmal "vernudelt" ist, raus zu bekommen.

    Aber letztlich habe ich alles sehr gut hingebracht, auch die ganze Verdrahtung samt einem neuem Netzkabel usw.

    Dann ging es aber erst so richtig los. Mit dem Regeltrafo habe ich die Spannung hochgedreht. Das große Zeigerinstrument hat sofort funktioniert, aber der Tongenerator nicht. Auch das Frontlämpchen hat gezickt, es hat geleuchtet als das Gerät aus war und umgekehrt. Das ist natürlich nur eine Kleinigkeit gewesen, viel schwieriger war die Sache mit dem Tongenerator.

    Wie üblich wird mir nichts leicht gemacht. Die dafür verantwortliche Printplatte ist ziemlich unzugänglich eingebaut. Spannung war da, aber gerade an dieser Stelle ist der alte Trafo heiss geworden. Womit sich natürlich die Frage aufgedrängt hat, ob nicht doch ein defektes Bauteil den Schaden verursacht hat. Da nichts heiss wurde, habe ich weiter messen können. Ohne Schaltplan ist das natürlich ein Tappen im Dunkel.

    Mehr als bedenklich war, dass im Netzteilbereich zwei Elkos spannungslos waren. Der vor dem Spannungsregler (nach den Gleichrichterdioden) lag an der zu erwartenden Gleichspannung, aber die beiden Elkos danach waren "arbeitslos".
    Mit der Lupenleuchte habe ich dann den Grund dafür gesehen. Es gab jeweils eine Unterbrechnung bei zwei nebeneinander liegenden Leiterbahnen, die man mit dem freien Auge kaum sehen konnte. Mit Sicherheit ist es ein Kratzer gewesen, der den Ätzstopplack beschädigt hat. Es ist sogar jetzt noch auf dem Pertinax ein kleiner Kratzer zu sehen. Die Unterbrechungen waren keine 0,2mm breit.

    Aber das Schlimmste! Dieser Fehler war garantiert schon immer da!!! Unglaublich, dass dieses Gerät klaglos funktioniert hat!!!:X

    Je ein kleiner Lötbatzen hat dieses Problem sofort gelöst. Das war aber nicht der eigentliche Fehler, denn das Gerät hat ja wie gesagt auch so funktioniert.

    Also was dann? Die immer noch ungeklärte Frage war die der notwendigen Betriebsspannung. Der kaputte Trafo hat bei 220 Volt Primärspannung zufälllig 18 Volt geliefert - quasi ein "Normwert". Somit bin ich davon ausgegangen, dass das stimmt. Warum er warm geworden ist, habe ich auf die 230 Volt zurückgeführt (wir haben im Haus meist sogar 235 Volt). Diese Überlegung ist auch insofern plausibel, weil ich dieses Gerät schon seit vielen Jahren nicht mehr verwendet habe. Außer einmal und da ist es "abgebrannt".

    Auf der Printplatte habe ich dann zu meinem Glück einen Testpunkt gefunden, wo +40 Volt Gleichspannung anliegen sollten. Dort hatte ich aber nur 14 Volt.

    Der nächste logische Versuch war, einmal die Betriebsspannung zu erhöhen. Das sollte kein Problem sein, weil alle Elkos für wesentlich höhere Spannungen ausgelegt sind. Der netzseitige Regeltrafo ist dabei eine große Hilfe, denn dadurch steht jede nur erdenkliche Spannung zur Verfügung. Also habe ich einen großen Trafo mit 42 Volt neben das Gerät gelegt und angeschlossen. Mit drei Messgeräten habe ich die Netzspannung, die gleichgerichtete Spannung und den Messpunkt überwacht. Und um zu sehen was sich mit dem Signalgenerator abspielt, habe ich ein Oszilloskop an den Ausgang des Messgerätes angesteckt.
    Dann bin ich mit der Spannung hochgefahren. Bis zu den ursprünglichen 18 Volt vom kleinen Trafo hat sich gar nichts getan, aber schon bei ca. 22 Volt ist der Signalgenerator "angesprungen". Am Oszilloskop habe ich sofort eine - wenn auch noch grausige - Rechteckspannung gesehen, aber die war schon frequenzmäßig mit dem Drehrad abstimmbar. Ab ca. 32 Volt wurde aus dem Rechtecksignal ein schöner Sinus. Am Testpunkt lagen dann ebenfalls 32 Volt - allerdings Gleichspannung.
    Hallelujah!
    40 Volt am Testpunkt ergaben dann auch 40 Volt Wechselspannung beim Trafo.

    Somit war alles klar. Der alte Trafo hat mich abgetäuscht. 40 Volt sind notwendig. Habe dann gleich einen neuen Trafo bestellt, den ich morgen bekommen sollte. Der Umbau ist zwar nicht lustig, aber da ja schon alles vorbereitet ist, sollte das in ca. 1 Stunde erledigt sein.

    Vielleicht stelle ich noch ein paar Bilder ein.

    Die alte Kiste ist nämlich unglaublich praktisch. Ein Zeigerinstrument ist mir in diesem Fall auch viel lieber als eine digitale Anzeige.
    Gruß
    David


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    • #3
      So, ich habe den Trafo eingebaut, das Gerät einmal kurz eingeschaltet und wie zu erwarten funktioniert alles bestens.

      Habe noch ein paar schnelle (und ganz miese Fotos) gemacht, bevor ich die Kiste zugeschraubt habe.

      Von oben (die neuen Trafos sichtbar):


      Von unten:


      Linke Seite:


      Rechte Seite:


      Und fertig:


      Wenn ich so bedenke, dass dieses Gerät schon ein paar Tage im Müll war und ich es nur aus schlechtem Gewissen wieder rausgeholt habe - Wahnsinn! Es funktioniert echt wieder wie neu und hält sicher noch den Rest meines Lebens. Ein Tongenerator und ein großes Zeigerinstrument in Volt und dB geeicht ist eine ideale Kombination für viele Zwecke.
      ----------------------------------------------

      Im Übrigen habe ich gestern Abend unseren DVD-Recorder (Panasonic DMR-E85H) der auch nicht mehr ging (hat ewig den "Self-Check" gemacht und ist nie mehr in Betrieb gegangen) repariert. Der Grund war ein Spannungsregler im Netzteil. Fast wäre dieses Gerät auch im Müll gelandet, aber dann habe ich übers Internet den Tip mit besagtem Spannungsregler bekommen. Diesen habe ich bei Ebay gefunden (sonst nirgends!), bestellt, erhalten, eingebaut (war auch keine lustige Arbeit!) und jetzt hat auch dieses Gerät noch ein langes Leben vor sich.
      Gruß
      David


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