HiFi Forum  

Zurück   HiFi Forum > SACHTHEMEN > Technische Grundsatzdiskussionen

Technische Grundsatzdiskussionen Vor- und Nachteile technischer Konzepte

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 14.02.2012, 20:37   #1
Merope
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 24.11.2010
Ort: NRW
Beiträge: 188
Merope befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Bi-Wiring Verkabelung

Hallo,

ich habe mir bei einem Bekannten seine neuen Boxen angeschaut und die bieten, wie viel Boxen ja heute, die Anschlussmöglichkeit "BiWiring" an. Es werden ja dabei Hoch/Mitteltöner und Tieftöner getrennt angesprochen.
So wie er es angeschlossen hat laufen allerdings aus dem Verstärker nun zwei Kabel pro Pol die dann einmal in den Hoch/Mittel Töner und einmal in den Tieftöner laufen.
So ganz kann ich den Sinn darin nicht entdecken, da ja beide Kabel weiterhin den vollen Frequenzumfang übertragen. Also muß sich auch beim Bi-Wiring die Frequenzweiche dafür sorgen, welche Frequenzen von welchem Chassis übernommen werden.

Fast alle Lautsprecher bieten ja nun dieses Bi-Wiring an. Gibt es denn handfeste Vorteile gegnüber der Normalverkabelung oder ist das auch wieder nur "Hifi-Voodo"?

Viele Grüße,
Jürgen
Merope ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.02.2012, 20:39   #2
paschulke2
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
Zitat von Merope Beitrag anzeigen
Fast alle Lautsprecher bieten ja nun dieses Bi-Wiring an. Gibt es denn handfeste Vorteile gegnüber der Normalverkabelung
Nein.
Zitat:
Zitat von Merope Beitrag anzeigen
der ist das auch wieder nur "Hifi-Voodo"?
Ja.

Es ist – leider – so einfach.

Gruß

Thomas
  Mit Zitat antworten
Alt 14.02.2012, 21:23   #3
Merope
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 24.11.2010
Ort: NRW
Beiträge: 188
Merope befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard

Hallo Thomas,

danke für die kurze und klare Antwort!

Man wundert sich als Laie natürlich schon, warum selbst sehr namhafte Lautsprecherhersteller dann Bi-Wiring anbieten.

Viele Grüße,
Jürgen
Merope ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.02.2012, 21:35   #4
paschulke2
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
Zitat von Merope Beitrag anzeigen
Man wundert sich als Laie natürlich schon, warum selbst sehr namhafte Lautsprecherhersteller dann Bi-Wiring anbieten.
Der Markt, unter anderem gesteuert von sehr phantasievollen "Fach"-Magazinen und auch phantasievollen Herstellern, verlangt es.

Der Vorteil von Bi-Wiring-Anschlüssen für den Hersteller:

Man macht etwas "high-endiges", es kostet in der Fertigung nur ein paar Cent und man hat keinerlei zusätzliche Entwicklungskosten. Einfach einen Zweig des Lautsprechers an die ersten beiden Kontakte anschließen, den Rest an die anderen beiden Kontakte, eine Blechbrücke dazu: Fertig ist das "high-endige" Feature. Und mit zwei Drahtbrücken statt der Blechbrücken – oder eben zwei Lautsprecherkabeln – hat der Kunde sogar noch ungeheures Tuningpotenzial und der Händler mag den Hersteller noch ein bisschen mehr …

Gruß

Thomas
  Mit Zitat antworten
Alt 14.02.2012, 21:46   #5
Reno Barth
Gewerblicher Teilnehmer
 
Registriert seit: 10.11.2008
Beiträge: 6.473
Reno Barth befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard

Zitat:
Zitat von Merope Beitrag anzeigen
Fast alle Lautsprecher bieten ja nun dieses Bi-Wiring an. Gibt es denn handfeste Vorteile gegnüber der Normalverkabelung oder ist das auch wieder nur "Hifi-Voodo"?
Im Normalfall bringt das nichts. Ausnahme sind einige wenige Röhrenverstärker, bei denen die Terminals für Höhen und Bässe an unabhängigen Sekundärwicklungen des Ausgangstrafos hängen. Außerdem braucht man die doppelten Terminals auch zum Bi-Ampen.

Haigner hat übrigens nur einfache Terminals.

lg
reno
Reno Barth ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.02.2012, 22:00   #6
Jakob
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 17.08.2010
Beiträge: 850
Jakob befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard

@ Merope,

die längere und richtigere Antwort kompliziert die Sache leider wie so oft. :)

Aber, grundsätzlich machen Hersteller manchmal auch Dinge, weil sie einfach so vom Kunden/Markt nachgefragt werden. Eine Erscheinung quer durch alle Branchen.

Davon abgesehen, sind Bi-Wiring Terminals insofern schön (wenn es auch wirklich getrennte Frequenzweichenzweige gibt), weil sie Bi-Amping ermöglichen. Bi-Amping bedeutet nmE fast immer eine gut nachvollziehbare Klangverbesserung und erfreut _selbstverständlich_ den Verstärkerbauer.

Nur, ob er den Unterschied hört, muß wie immer, der Hörer selbst herausfinden, und nebenbei die Frage beantworten, ob die Mehrausgabe für den zusätzlichen Verstärker an anderer Stelle größeren Nutzen brächte.

Bi-Wiring selbst kann übrigens theoretisch durchaus einen Vorteil bieten, aber damit würden wir dann die nächste (im Endeffekt ebenfalls fruchtlose) Diskussion lostreten. ;)

Gruß
__________________
Gewerblicher Teilnehmer. Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Audiotechnik. (u.a.)
Jakob ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.02.2012, 22:26   #7
Scheller
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
Bi-Amping bedeutet nmE fast immer eine gut nachvollziehbare Klangverbesserung
NmE sogut wie nie.
  Mit Zitat antworten
Alt 14.02.2012, 22:52   #8
paschulke2
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
Zitat von Jakob Beitrag anzeigen
Bi-Amping bedeutet nmE fast immer eine gut nachvollziehbare Klangverbesserung und […]
… ist technischer Unsinn in höchstem Maße.

Man nehme:

1 Zweiweg-Lautsprecher
1 passive Weiche
2 LS Kabel
2 Endstufen mit Gehäuse Kühlung und Netzteil

-> 1 Kanal einer Anlage mit Bi-Amping

Davon sparen wir jetzt ein:

1 Netzteil
1 Gehäuse mit Kühlung
2 LS Kabel
1 passive Weiche

Vom gesparten Geld müssen wir eine aktive Weiche finanzieren.

Vorteile (kein Anspruch auf Vollständigkeit):

– Die Endstufen sehen nur das Signal, dass der Lautsprecher wiedergeben muss. Der Hochtonverstärker kann z.B. nicht vom Bass übersteuert werden.

– Die aktive Weiche kostet weniger als das eingesparte Geld, wenn man Sachverstand und nicht audiophile Paranoia walten lässt.

– Mit der aktiven Weiche lassen sich die Pegel der einzelnen Chassis einfacher und verlustfrei aneinander anpassen.

– Es ergeben sich einfache Einstellungsmöglichkeiten, um den LS an die Aufstellung anzupassen.

– Korrekturen für einzelne Chassis (Amplitude, Phase) sind viel leichter möglich.

Kurz: Bi-Amping ist die Königsklasse im Bereich "rausgeschmissenes Geld". Mit dem gleichen Geld kann man aktiv mehr erreichen.

Gruß

Thomas
  Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2012, 05:35   #9
debonoo
Wetter und Menschenfreund
 
Benutzerbild von debonoo
 
Registriert seit: 18.07.2007
Beiträge: 9.307
debonoo befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Lächeln

Hallo..

http://de.wikipedia.org/wiki/Bi-Wiring

http://de.wikipedia.org/wiki/Frequenzweiche

http://www.google.at/search?aq=f&sou...-8&q=Bi-amping

mfG.
Andreas
__________________
Alles Leben = Energie

Die Welt ist soziale Vereibarung...

Erfolg ist durch nichts zu ersetzen...

Analytiker sind planlos - aber präzise....

Die Politiker sind die Heuchler des Notwendigen...

Nur weil der Mensch altert und stirbt, gibt es Erneuerung und Fortschritt auf dieser Welt...
debonoo ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2012, 06:45   #10
David
Admin und Forumsbetreiber
 
Benutzerbild von David
 
Registriert seit: 15.03.2006
Ort: Wien/Umgebung
Beiträge: 35.705
David hat die Renommee-Anzeige deaktiviert
Standard

Jürgen, stelle dir einmal vor, die Verbindungsdrähte oder Blechbrücken wären aus Gummi.
Beim Bi-Wiring passiert dann nichts Anderes, als dass man die Verbindungsdrähte oder Blechbrücken in der Mitte anfasst und V-förmig zum Verstärker hinzieht.
Was glaubst du, das sich dabei klanglich ändert?
Genau: gar nichts!

Hier eine ganz einfache Skizze dazu:



Beim Bi-Amping ist es kaum besser, obwohl sich da - was die eingebaute Frequenzweiche betrifft - schon minimal was ändert (der Basskanal beeinflusst nicht mehr den Rest). Dazu müsste man aber dann die Frequenzweiche auch dementsprechend abändern.
__________________
Gruß
David


Erst wenn man begriffen hat, dass Raumakustik, Lautsprecheraufstellung und Hörplatzwahl wichtiger sind als die Anlage selbst, hat man die Audiowiedergabe verstanden.
Auch Personen, die noch wenig Wissen auf diesem Gebiet haben, oder solche, die Rat und Hinweise von Erfahrenen suchen, sind hier richtig.
Meine Auffassung von seriösen Vergleichstests: Klick mich - Die bisherigen Testergebnisse: Klick mich - Private Anlage: Klick mich
Grundsätzlich: Behauptungen die mir bedenklich erscheinen, glaube ich erst, wenn sie mir in Form eines verblindeten Vergleichs bewiesen werden konnten. Das gilt für das was ich selbst zu hören glaube ebenso.
Eine Bitte an Alle: nicht ganze (noch dazu große) Beiträge zitieren und darunter einen kurzen Kommentar schreiben! Besser (beispielsweise): "Volle Zustimmung zu Beitrag 37".
David ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2012, 09:30   #11
Brainbox
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Guten Morgen,
Zitat:
Zitat von Merope Beitrag anzeigen
Fast alle Lautsprecher bieten ja nun dieses Bi-Wiring an. Gibt es denn handfeste Vorteile gegnüber der Normalverkabelung oder ist das auch wieder nur "Hifi-Voodo"?
Wenn "Kabel-Klang" für dich "Voodoo" ist, dann ist "Biwiring" auch "Voodoo". Ansonsten nicht.

Cheers

Lars
  Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2012, 10:10   #12
wolfus
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von wolfus
 
Registriert seit: 17.12.2010
Ort: St. Ingbert
Beiträge: 236
wolfus befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard

Zitat:
Zitat von Hifiaktiv Beitrag anzeigen
Beim Bi-Amping ist es kaum besser, obwohl sich da - was die eingebaute Frequenzweiche betrifft - schon minimal was ändert (der Basskanal beeinflusst nicht mehr den Rest). Dazu müsste man aber dann die Frequenzweiche auch dementsprechend abändern.
Wenn die Endstufe (+Kabel) einen ausreichend kleinen Innenwiderstand (und damit hohen Dämpungsfaktor) besitzt und nicht clippt, also linear arbeitet, verschwindet auch die gegenseitige Beeinflussung der Kanäle.
wolfus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2012, 10:19   #13
ra
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

ich hab immer biwiring gemacht, da ich (theoretische) vorteile gesehen habe, die ich jetzt aber als laie nicht erläutern müssen will.
dann hab ich den entwickler meiner LS wieder mal auf einer messe getroffen, und da fiel mir auf, dass er (noch immer) mit einem relativ normalen kabel aus seiner herstellung seine speaker single-wiring betreibt.
also mein schluss: wenn dieser mann, den ich wirklich schätze, seine LS auf diese weise vorführt, wirds für mich wohl auch passen.
so ist es auch.
gruß alex
  Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2012, 10:47   #14
carlinhos
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
Zitat von ra Beitrag anzeigen
ich hab immer biwiring gemacht, da ich (theoretische) vorteile gesehen habe, die ich jetzt aber als laie nicht erläutern müssen will.
dann hab ich den entwickler meiner LS wieder mal auf einer messe getroffen, und da fiel mir auf, dass er (noch immer) mit einem relativ normalen kabel aus seiner herstellung seine speaker single-wiring betreibt.
also mein schluss: wenn dieser mann, den ich wirklich schätze, seine LS auf diese weise vorführt, wirds für mich wohl auch passen.
so ist es auch.
gruß alex
Ich hatte 2x LS mit Bi-Wiring-Terminal, habe diese dann aber irgendwann mit einer Brücke verbunden und klanglich hat sich da für mich nichts Hörbares verändert. Bi-Wiring ist im Gegensatz zu Bi-Amping ein Verkaufsschmäh.
  Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2012, 11:05   #15
Jakob
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 17.08.2010
Beiträge: 850
Jakob befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard

Zitat:
Zitat von paschulke2 Beitrag anzeigen
… ist technischer Unsinn in höchstem Maße.
Das andere Verwendung mehr bringen könnte, ist doch kein Hinweis auf "technischen Unsinn" des Biampings, fiele aber in jedem Fall unter
Zitat:
und nebenbei die Frage beantworten, ob die Mehrausgabe für den zusätzlichen Verstärker an anderer Stelle größeren Nutzen brächte.
was ja nicht ohne Grund dort stand. :)


Zitat:
Vorteile (kein Anspruch auf Vollständigkeit):<snip>
Technische Vorteile sind gut und schön, aber wie sieht es mit den klanglichen Auswirkungen aus?

Gab es bereits kontrollierte Hörversuche, bei denen das gleiche (oder besser, das in jeder Variante bestmöglich ausgelegte) LS-Modell in passiver und aktiver Auslegung verglichen wurde?

Gruß
__________________
Gewerblicher Teilnehmer. Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Audiotechnik. (u.a.)
Jakob ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Gehe zu



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 17:24 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.7.1 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2018, Jelsoft Enterprises Ltd.
Powered by vBCMS® 1.2.2 ©2002 - 2018 vbdesigns.de