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Allgemeines zur Musik Alles das in die anderen Musikthemen nicht passt

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Alt 12.02.2017, 09:40   #1
David
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Standard Wer spielt ein Musik-Instrument?

Meine Geschichte dazu:

Ich bin mit viel Musik aufgewachsen. In unserer Wohnung hat immer irgendwo Musik gespielt. Entweder aus dem Radio, oder es ist bei einer meiner Schwestern im Zimmer eine Platte gelaufen.

Als ich etwa 12 Jahre alt war, hat mir mein Vater ein Akkordeon gekauft. Dazu habe ich einen Lehrer bekommen. Da ich anscheinend von Geburt an ein "Streber" war, habe ich mich da voll reingesteigert. Bald habe ich im Orchester meines Lehrers gespielt und zwar "die erste Stimme", die restlichen Schüler durften mich nur begleiten.
Die dort übliche Musik (Klassisches und Traditionelles) hat mir immer weniger gefallen, denn zu Hause waren schon die ersten "Rocker" angesagt.

Somit habe ich das Akkordeon in eine Ecke gestellt, denn diesen Klang gab es bei der mir immer besser gefallenden Musik nicht.

Mein erstes selbstgekauftes Instrument mit Verstärker (auf Raten!) war dann eine Bassgitarre. Keine Ahnung, wie ich auf die gekommen bin, vielleicht war es nur Zufall, oder die Empfehlung vom Verkäufer im Geschäft wo ich war......egal.

Jedenfalls habe ich mich dann wieder in die Sache "reingetigert", dieses Mal aber ohne Lehrer (woher auch?). Mir ist nichts Anderes übrig geblieben, als nur nach Gehör zu spielen, mit allen Vor- und Nachteilen, die sich daraus ergeben. Das mache ich bis heute so, allerdings mit unvergleichbar mehr Routine und Kreativität.

Bald spielte ich dann als ca. 16-jähriger bei irgendwelchen "Bubi-Bands" mit, sogar öffentlich. Und weil ich mich damals schon sehr mit technischen Dingen beschäftigt habe, war auch immer ich derjenige, der sich um die Anlage gekümmert hat. Zuerst in Form von Instandhaltung und Reparaturen, später dann mit dem Selbstbau.

Das hat mich sogar zur ersten Selbstständigkeit mit einem Freund (der lustiger Weise auch E-Bassist war) gebracht. Wir haben mit einer kleinen, aber bald sehr bekannten "Firma" Bühnenanlagen gebaut. Konkurrenz hatten wir kaum und das war vielleicht der Hauptgrund, warum wir so erfolgreich waren, denn Bands gab es damals fast in jedem Lokal und alle hatten sie irgendwelche technischen Probleme.

Alle Geräte haben damals noch mit Röhren funktioniert. Das größte Problem war die Materialbeschaffung. Da Anfangs noch ohne Auto, waren wir oft den ganzen Tag unterwegs, nur wegen ein paar Bauteilen.

Nach ca. 10 Jahren war es dann vorbei mit all' dem, denn zwischenzeitlich gab es schon viele billige Serienprodukte zu kaufen und in den Lokalen gab es immer weniger Bands, dafür aber immer mehr "Discjockeys".

Mit dem Musizieren habe ich dann aufgehört. Beruflich ging ich in's HiFi-Service.

Vor 10 Jahren habe ich wieder mit dem Musizieren begonnen. Zwischenzeitlich ist auch hier alles ganz anders geworden. Ich habe eine Zeit lang gebraucht, um das zu verstehen.
Im Gegensatz zu früher hat absolut nichts lange Bestand, man kann sich auf gar nichts mehr verlassen. Dazu kommt, dass es nur noch ganz wenige Lokale mit Bühnen und mit Live-Musik gibt und dass man für's Musizieren nichts bezahlt bekommt. Man muss selbst für ausreichend Publikum sorgen und man muss versuchen, mit ein bisschen Eintrittsgeld zumindest auf eine Spesendeckung zu kommen.
Wenn man dem Lokalbesitzer nicht versprechen kann, dass viele Leute kommen - zumindest so viele dass es sich auch für ihn auszahlt -, bekommt man gar nicht "die Erlaubnis" dort zu spielen. Manche Lokalbesitzer verlangen sogar eine Pönale auf die sie zurückgreifen können, wenn für sie der Umsatz nicht passt. Nicht selten muss man zusätzlich noch einen Techniker bezahlen.
Alles das gilt für die Musikrichtung die wir machen.
Bei Zeltfesten und ähnlichen Veranstaltungen sieht die Sache etwas besser aus.

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Wer hat auch eine Geschichte dazu? Wer spielt ein auch Musik-Instrument?
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Gruß
David


Einen „Audio-Laien“ erkennt man daran, dass er sich viel mehr mit Audiokomponenten beschäftigt als mit Raumakustik, LS-Aufstellung und Hörplatzwahl.
Auch Personen, die noch wenig Wissen auf diesem Gebiet haben, oder solche, die Rat und Hinweise von Erfahrenen suchen, sind hier richtig.
Meine Auffassung von seriösen Vergleichstests: Klick mich - Die bisherigen Testergebnisse: Klick mich - Private Anlage: Klick mich
Grundsätzlich: Behauptungen die mir bedenklich erscheinen, glaube ich erst, wenn sie mir in Form eines verblindeten Vergleichs bewiesen werden konnten. Das gilt für das was ich selbst zu hören glaube ebenso.
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Alt 12.02.2017, 11:09   #2
longueval
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Standard AW: Wer spielt ein Musik-Instrument?

geige
seit ich 6 oder 7 bin
zuerst musikschule, dann konservatorium (bis 19), für einen mitläufer in einem provinzorchester hätts vielleicht gereicht, das war mir zu wenig, seither amateur. (geige und bratsche)
zweitinstrument war klavier, da hätte es zu nix gereicht, hab ich auch nur gemacht wegen der harmonielehre.
in den letzten jahren spiel ich auch ein wenig mit einem contrabass herum, ist aber wirklich nur spielerei, 0 ernst dabei.
in der konservatoriumszeit hab ich auch ein wenig klassischen gesang gemacht (tenor), für bel canto ist mein stimmumfang aber zu klein. als hobby hab ich zeitweise bei chören mitgemacht oder ausgeholfen.

summa sumarum, talent mittelmaß, grundsätzliches übverhalten faul, anfallsartig.
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ALSregel: besser man kann mehr, als man macht, als man macht mehr, als man kann. (brecht)

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Alt 12.02.2017, 16:45   #3
David
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Standard AW: Wer spielt ein Musik-Instrument?

@longueval
Ich stelle mir das Spielen auf Instrumenten, die keine fix vorgegebenen Töne haben (z.B. Bünde bei Saiteninstrumenten oder Tasten bei allen Arten von Tasteninstrumenten) sehr schwer vor.

Ich will auch gar nicht wissen, wie "falsch" da oft gegriffen und gespielt wird, auch von Profis. Bei Violinen geht es um Millimeter. Allerdings wird ja ohnehin oft mit Vibrato gespielt, da merkt man Fehler nicht so sehr.

Gesungen habe ich früher in Bands auch, aber das war nicht besonders gut. Heute singe ich nicht einmal mehr Background, alleine schon deshalb, weil ich dann mit Sicherheit falsch spiele.
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Gruß
David


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Alt 12.02.2017, 17:32   #4
longueval
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Standard AW: Wer spielt ein Musik-Instrument?

man glaubt gar nicht, mit welcher sicherheit man nach einiger zeit das dann im griff hat, wer falsch greift (selbst viertelton) ist nicht einmal begabter amateur.
erste lage is eh klar, schwieriger wirds bei höheren lagen, aber zb bei der 3. lage merkt man WIE die hand am corpus ansteht, ob man richtig liegt. das geht nach einiger zeit mit traumwandlerischer sicherheit.
man übt ja auch bis zur besinnungslosigkeit harmonien und griffmuster durch.
selbst wenn man ein guter klassischer geiger ist, hat man probleme beim jazz, wegen der abweichenden harmonieen, muss man neu automatisieren, und die strichtechnik ist auch anders notwendig.
und vibrato nützt gar nix, die erste intonation muss sitzen, schon gar, wenn man schnelle passagen spielt. allerdings schulen bundlose streichinstrumente das gehör ungemein, auch absolut. war mir ein leiden in früheren plattingerszeiten, wenn die umdrehung nicht ordentlich justiert war. manchmal hab ich sogar orchester an der stimmung erkannt, aber das ist schon lang aus.

https://www.youtube.com/watch?v=P_lrTmLknNA
https://www.youtube.com/watch?v=V3aloHY7I_g
https://www.youtube.com/watch?v=fVSgx7gKc_k
https://www.youtube.com/watch?v=K67o86CS5uo
https://www.youtube.com/watch?v=AIQCg1n49EU
https://www.youtube.com/watch?v=haxPfFi58ww
usw
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Geändert von longueval (12.02.2017 um 18:22 Uhr).
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Alt 12.02.2017, 18:40   #5
tf11972
Traut seinen Ohren nicht
 
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Standard AW: Wer spielt ein Musik-Instrument?

Dass ich Organist bin, habe ich ja hier schon erwähnt:

http://www.hififorum.at/showthread.php?t=7036

Letztes Jahr fragte mich ein befreundeter Organist, ob man denn seine Orgel (bestehend aus Haupt- und Chororgel) mit insgesamt 62 Registern auch sampeln könnte. Also begab ich mich auf die Suche nach Sampleherstellern, jedoch winkten alle ab.

Was also tun?

Da ich schon gewisse Erfahrungen in der Tontechnik besitze, dachte ich mir, probieren geht über studieren und nahm selbst drei Register auf. Nach einigem Herumexperimentieren (der kritischste Schritt ist das Entrauschen, sonst killt man entweder Obertöne oder produziert Artefakte) klangen diese schon ganz vielversprechend, sodass ich noch weitere nächtliche Aufnahmesitzungen absolvierte.

Ohne die Hilfe eines Freundes, der die XML-Programmierung und die Grafikerstellung übernimmt, ist solch ein Projekt allerdings nicht zu stemmen. Mittlerweile haben wir aber schon 27 Register spielbar. Kostproben gibts hier (um die Kurve zum Instrumentspielen wieder zu kratzen):

http://www.contrebombarde.com/concer...r/1932/uploads

Die ersten vier Beispiele stammen von unserem eigenen Projekt.
__________________
Viele Grüße
Thomas

www.forestpipes.de
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Alt 12.02.2017, 18:48   #6
David
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Standard AW: Wer spielt ein Musik-Instrument?

Danke, wieder was dazugelernt.

Diese Beispiele zeigen auch auf, wieviele Noten/Töne da oft gespielt werden müssen, das ist ja fast wie bei den "Rock-Gitarristen", die einen ständig damit quälen.

Harmonielehre, das ist so ziemlich das Wichtigste beim "ernsthaften" Musizieren. Und genau da habe ich ein schweres Manko. Mein gutes tonales Gehör hilft mir aber umgekehrt.

So ganz das absolute Gehör hatte ich nie, jedenfalls war es nicht so, dass ich jeden Ton sofort richtig benennen konnte. Aber wenn ich ein Lied oft genug gespielt oder gehört habe, so habe ich die Tonhöhe im Kopf. Simply The Best von Tina Turner fängt beispielsweise in F an, das habe ich genau im Kopf gespeichert. Oder "Help", ebenfalls von Tina Turner, das fängt in C an, auch das habe ich gespeichert.
__________________
Gruß
David


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Alt 12.02.2017, 18:58   #7
Hifi-Kenner
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Standard AW: Wer spielt ein Musik-Instrument?

Zitat:
Wer hat auch eine Geschichte dazu? Wer spielt ein auch Musik-Instrument?
Ich spiele perfekt Luftgitarre, singe aber nicht ganz so gut wie Joe Cocker.;)
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Alt 12.02.2017, 19:02   #8
longueval
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Standard AW: Wer spielt ein Musik-Instrument?

für harmonielehre ist ein keyboard eine wichtige hilfe, ob klavier oder sonstwas, ich habs immer sofort vor meinem gesistigen auge.

gut gemacht @tf

ich freu mich immer sehr, wenn wer was gscheites macht!

ich glaub dein orgeldings hab ich schon mal bewundert, stell doch noch mal fotos rein!
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Geändert von longueval (12.02.2017 um 19:12 Uhr).
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Alt 15.02.2017, 13:37   #9
Amerigo
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Amerigo
Standard AW: Wer spielt ein Musik-Instrument?

Meine Geschichte.

Ich hatte als Kind schon Freude am Singen, habe in der Primarschule schon Unterricht gehabt. Nachher ging vieles schief.

Mitten in der Primarschule hiess es, wir müssen ein Instrument lernen. Meine Eltern fanden, Klavier wäre richtig und so wurde ein Klavier angeschafft. Ich habe mich 6 Jahre lang gequält und keine Sekunde Freude empfunden. Das Klavier stand in unserem "Hundezimmer". Und jeder Tastendruck war nicht nur in der Wohnung, sondern im ganzen Quartier zu hören. Ich war eher gehemmt und habe es nie geschafft, mal irgendas mit Freude zu üben. Mein Klavierlehrer hat nach 6 Jahren gefragt: "soll ich mal mit deinen Eltern reden?" - ich bin ihm heute noch dankbar, das war die letzte Klavierstunde.

Im Gymnasium hatten wir einen Sadisten als Musiklehrer. Ein Fundi-Christ, aus einer Freikirche. Sein Name war "Herr Ernst" und genau so war sein Unterricht. Man musste teilweise allein vor die Klasse stehen und irgendwas vorsingen. Und wehe, die Tonhöhe war nicht perfekt, dann wurde das geübt bis zum bitteren Ende. Seine Prüfungen waren mathematische Meisterleistungen, aber völlig an uns Schülern vorbei.

Ja, und so war mir das Musizieren endgültig vergällt.

Mit etwa 36 habe ich dann wieder mal meine geliebten Dire Straits gehört und mir gedacht, dass so 'ne Stratocaster halt doch mal geil wäre. Und für einmal habe ich auf mich gehört, und bin mit einem Freund losgezogen, zum Strat-Kauf.

Seither spiele ich selber Musik, aber halt nur Hobbymässig. Dafür mit viel Freude - die Gitarre ist für mich beinahe tägliche Entspannung, Inspiration, Meditation. Und sogar an der Musiktheorie habe ich Freude bekommen.

Bin gespannt auf eure Stories.

Liebe Grüsse

David
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Alt 15.02.2017, 16:54   #10
UweM
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UweM
Standard AW: Wer spielt ein Musik-Instrument?

Ich habe wie so mancher als Kind Blockflöte gespielt, mit ca. 13 mal Trompete gelernt aber keinen Spaß daran gehabt.
Mit 16 dann einen Neustart am Schlagzeug – so richtig mit Unterricht, Noten lesen etc. – und habe dann in einem Orchester gespielt, kurz sogar in einem Symphonieorchester und aushilfsweise mal in einer Hardrockband.

Das ganze bis ich Mitte 20 mit dem Studium fertig war, dann habe ich alles verkauft, weil in einer kleinen Junggesellenwohnung in einer fremden Stadt und als Berufsanfänger einfach kein Platz und keine Zeit mehr vorhanden war.
Ein paar Stöcke lagen aber immer zu Hause rum und wenn mir im Radio ein Rhythmus gefiel habe auch auf den Knien oder einem Kissen manchmal mitgetrommelt.

Einige Jahre später, mittlerweile (und immer noch) verheiratet, fiel meiner Frau das natürlich auf. Sie hat mich immer ermutigt, damit doch wieder anzufangen aber dann kamen nacheinander zwei Kinder und wieder war kein Platz da, vom Lärm den das nun mal macht, sowieso abgesehen und das rutschte in der Priorität weit nach hinten.
Vor knapp vier Jahren war ich mal wieder ein verlängertes Wochenende in der Heimat und erinnerte mich daran, dass ja Montagabend immer Orchesterprobe war.
Ok, dachte ich, fahr halt mal hin, hör zu, was die heute spielen und anschließend gehst du mit den alten Bekannten einen trinken.
So entspannt sollte das nicht werden. Ich kam durch die Tür des Probenraumes, der Dirigent sieht mich an, und statt einer Begrüßung kam ein „Dich schickt der Himmel, wir haben heute keinen Schlagzeuger da“, drückt mir einen Stapel Noten in die Hand und „… setz dich, spiel!
Nach über 20 Jahren Pause waren das schon verdammt viele Noten auf dem Blatt.
Aber es war ein Stück dass ich früher schon mal gespielt hatte und als ich die Melodie hörte, ging es dann leichter von der Hand als erwartet. Das ist so wie mit dem Fahrrad fahren, so ganz verlernt man es nie.

Als meine Frau mich später mit einem breiten Grinsen im Gesicht zurückkommen sah, beschloss, sie aktiv zu werden.
Einige Wochen danach habe ich meinen 50. Geburtstag gefeiert. Freunde und Arbeitskollegen hatten, von meiner Frau angestiftet, jeweils Geld gesammelt und mir zwei Gutscheine für einen Musikinstrumentenhändler in München geschenkt.

Zu Hause steht jetzt ein elektronisches Schlagzeug von Roland, das sich vom Spielgefühl nicht stark von einem akustischen Set unterscheidet und bei dem man auch via Kopfhörer üben kann.
Und das Üben macht richtig Spaß.
UweM ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2017, 17:32   #11
David
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Standard AW: Wer spielt ein Musik-Instrument?

Zwei tolle Musiker-Geschichten aus dem Leben!

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Gruß
David


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Alt 01.10.2018, 00:01   #12
Blechgitarre
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Standard AW: Wann wurden Verstärker so gut wie heute?

Zitat:
Zitat von LowIQ Beitrag anzeigen
So wie ichs mitgekriegt hast hoerst Du eh kein Stereo, so von Konserven....?

Bzw beschraenkst Dich auf Deine Gitarren und Live Music..?

Oder seh ich des falsch ?

Woher Dein so starkes Interesse..?

Gitarristen erzählen viel von Klangunterschieden, zb zwischen Ahorn und Palisandergriffbrettern.
Da aber kaum einer 2 Gitarren hat, die sich nur im Griffbrett unterscheiden, und noch weniger jemals Blindversuche gemacht haben, bleibt das alles Stammtischgerede.
Deshalb wollte ich mal schauen wie andere Soundfetischisten das Thema Klang sehen.


Klangunterschiede bei Gitarren und Amps sind zwar zweifellos vorhanden, und vieeeeeel größer als bei Euch, aber ich finde sie zunehmend unwichtig.
Die Finger sind viel wichtiger.


Stephen „Stevie“ Ray Vaughan z.B. klingt auf der Akustik Gitarre genauso wie auf der EGitarre.
Ich bekomme sogar schon Zweifel ob ich den Sound von der Musiküberhaupt trennen kann. Und ob der Versuch überhaupt sinvoll ist.


Blindtest sind natürlich kein Zaubermittel, sie können nur den Einfluss von Markennamen ausschalten. Zumindest bei Gitarristen ist dieser riesig
Blechgitarre ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.10.2018, 06:06   #13
Holger Kaletha
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Standard AW: Wann wurden Verstärker so gut wie heute?

Zitat:
Zitat von KlingDing Beitrag anzeigen

Ich weiß als Musiker mit recht gut trainierten Ohren, wie schnell vermeintliche Überzeugung bei Klangzuordnung zum jeweiligen Instrument die Sicherheit der Entscheidung mit den Augen zu tun hat (aus meiner Sicht z.B. auch eindrucksvoll aus den "Stradivari-Tets" abzuleiten). Das glaubt man einfach nicht, wenn man die Erfahrung nicht selbst macht. Wobei man bei den Instrumenten schon noch Unterschiede wahrnimmt, aber die sind "verblindet" dann plötzlich längst nicht mehr so eindeutig zuzuordnen.
Diese ganze Diskussion hat doch nun wirklich nur Kuriositätswert. Ich war letzte Woche im Haus der Klaviere von Herrn Gottschling:



Da hat man die Gelegenheit, die man in normalen Klavierhäusern nicht hat, einen Steinway D neben einem Bösendorfer, einem Bösendorfer Imperial, einem Yamaha S7 und einem großen Schimmel-Flügel zu hören. Der Bösendorfer klingt wunderbar voll und satt und basskräftig. Im Diskant hat er allerdings nicht den sprühenden Charme eines Steinway. Das liegt ganz einfach daran, dass Bösendorfer hier nicht die Duplex-Skala verwendet. Schimmel und auch Yamaha verwenden die Duplex-Skala (wie Bösendorfer in der neuesten Instrumentengeneration inszwischen auch), kommen aber trotzdem nicht an die Aura heran, die der Steinway hat. Das hört man bei verschiedenen Stücken natürlich mehr oder weniger deutlich, sehr deutlich ist die Überlegenheit des Steinway z.B. beim G-Dur Prelude von Rachmaninow zu hören. Faszinierend ist wiederum die Resonanz im oberen Bassbereich bei Bösendorfer, die dann wieder der Steinway nicht zeigt. Das liegt daran, dass Steinway und die meisten anderen Hersteller die Seitenwände so bauen, dass sie Null Resonanz haben. Bösendorfer verfolgt die entgegengesetzte Philosophie, die Seitenwände sollen gerade mitschwingen. Anders als Bösendorfer sind bei Steinway die Bassseiten nicht doppelt, sondern nur einfach mit Kupfer gewickelt. Dadurch klingt der Steinway im Bass schlanker und nicht so satt wie ein Bösendorfer Imperial, der Bass bekommt dafür aber im Forte "Biss", was z.B. bei Prokofieff von Vorteil ist. Der Yamaha hat den Vorzug nicht zuletzt einer vorzüglichen Mechnik. Man kann den Ton sehr schön modellieren, auch im Leisen. Er ist was den Obertonreichtum angeht reicher als ein Schimmel und kommt dem Steinway da deutlich näher. Hier sagt dann der Klavierbauer, dass man so einem Instument Zeit geben muss. Im Vergleich mit einem restaurierten, vielgespielten alten Steinway klingt der Yamaha etwas nüchterner. Hier sind dann klavierbautechnische Kenntnisse erforderlich um zu wissen: Was kann man bei so einem Instrument durch Intonation verändern und eventuell "verbessern" wo liegen die baulichen Grenzen? Das spielt für die Kaufentscheidung eine erhebliche Rolle. Solche Instrumente kosten ja richtig Geld.

Genauso wie es eine Binsenweisheit ist, dass Steinway nicht gleich Steinway ist (die Instrumente ab 200 verwenden einen anderen Korpus, was der Klavierbauer durchaus nicht so vorteilhaft findet), ist auch nicht eine Stradivari gleich einer Stradivari. Die Instumente haben einen individuell sehr eigenen Klang, was die Spitzengeiger natürlich wissen, wenn sie eines dieser Instrumente mit Namen spielen. Wer behauptet, da sei ja in Wahrheit kein Unterschied zu hören, der muss dann erst einmal erklären, warum es keinen Spitzengeiger seit 200 Jahren gibt, der nicht auf einer Stradivari oder Guarneri gespielt hat und warum sie nicht mit allen Stradivaris gleich gut klar kommen, sondern ein bestimmtes Instrument bevorzugen (Beispiel: Anne Sophie Mutter).

Zitat:
Zitat von KlingDing Beitrag anzeigen
Und da es hier ja auch mal kurz um den "späten Liszt" ging:
Die Behauptung, er sei in dieser Phase zu einer Rückbesinnung auf die Einfachheit der "Dur-Moll-Tonalität" zurückgekehrt und hätte sich von der komplexeren Harmonik verabschiedet, die die anderen Komponisten zu dieser Zeit noch verwendeten...
Wo habe ich so etwas behauptet? Beim späten Liszt gibt es eine Verknappung und Abstraktion der Tonsprache bis zum Äußersten. Da wird einerseits die Funktionsharmonik gesprengt nicht zuletzt durch die Verwendung des Trintonus, des diabolus in musica. Das geht bis zur Atonalität (wie z.B. beim tonal nicht mehr analysierbaren Schlussakkord von "Nuages gris"). Zugleich verwendet Liszt in diesem Kontext die Tonalität in einer höchst abstrakten Weise, wo ein Dur dann eben nur noch ein nacktes Dur ist. Die Funktionsharmonik bekommt damit ihrer Kadenzfunktion entkleidet eine "psychologische" Funktion der Unmöglichkeit Trost zu spenden wie in den "Trauergondeln" z.B., wo das Dur zum trostlosen Hoffnungsflämmlichen wird, das gleich wieder erlischt oder in den "Threnodien", wo es eine Dur-Apotheose gibt als Kontrast des ganz Einfachen inmitten des Komplexen. Da wird nichts mehr "synthetisiert", "versöhnt", "aufgelöst" sondern das Harmonische und Unharmonische als unverträgliches Element gegeneinandergestellt wie ein komplementärer Farbkontrast, ein Lichtschein, der im Dunkel leuchtet.

Zitat:
Zitat von KlingDing Beitrag anzeigen
Bitte recherchieren.
Die Aufforderung gebe ich an Deine Adresse zurück. Auch in Neuer Musik wird die Dur-Moll-Tonalität durchaus verwendet - aber eben als harmonisches Element unter anderen harmonischen Elementen. Das ist eben ganz etwas anders, als wenn dies bei Haydn oder Mozart geschieht.

Zitat:
Zitat von KlingDing Beitrag anzeigen
Liszt wandte sich in dieser Zeit zunehmend von der "Dur-Moll-Tonalität" und der hierauf basierenden, zu dieser Zeit üblichen Funktionsharmonik ab. Er suchte nach neuen Klängen und Möglichkeiten, sowohl die Tonalität als auch die zu dieser Zeit üblichen Formen betreffend. Er wird also durchaus als Voreiter zu dem gesehen, was da später folgt...bis hin zur "Atonalität".
So ist es. Das ist aber nur die eine Seite, s.o.!. Auch Debussy verwendet noch die Dur-Moll-Tonalität, aber bringt sie in die Schwebe. Es kommt eben darauf an, wie man die Tonalität verwendet und nicht nur auf ihr Vorhandensein oder Nichtvorhandensein an sich. Das war mein Argument und nichts anderes.

Schöne Grüße
Holger
Holger Kaletha ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.10.2018, 07:57   #14
David
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Standard AW: Wann wurden Verstärker so gut wie heute?

Holger, kein halbwegs normaler Mensch wird daran zweifeln, dass gleichartige Musikinstrumente unterschiedlicher Hersteller unterschiedlich klingen. Das hat hier auch Niemand so gesagt.

Es wird aber auch stark davon abhängen, wie komplex ein Musikinstrument ist. Bei Flügeln ist das klar, aber beispielsweise bei einer Triangel gleicher Größe nicht mehr oder so marginal, dass es egal ist.

Bei Instrumenten die man beim Spielen in den Händen hält (Saiteninstrumente und Blasinstrumente beispielsweise) wird auch unser Tastsinn mit aktiv und mitentscheidend, ob ein Instrument gefällt oder nicht. Da kommt aber dann auch schon wieder Subjektivität ins Spiel und wenn man weiß von welchem Hersteller ein Instrument kommt und was es kostet, oder welche Geschichte sich dahinter verbirgt, kann (und wird!) das wieder suggestiv beeinflussen.
Auch hier würde so mancher "Blindtest" für Verblüffung sorgen.
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Gruß
David


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Alt 01.10.2018, 08:37   #15
KlingDing
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Standard AW: Wann wurden Verstärker so gut wie heute?

@Holger
Hier Deine Behauptung im Zitat:

"Aber was ist damit letztlich für eine Erkenntnis gewonnen? Die Dur-Moll-Tonalität ist auch einer der "urältesten Hüte" der Musik. Wenn der späte Liszt die Dur-Moll-Tonalität auf das nackte Gerüst reduziert, dann kann man auch sagen: Das ist trivial, andere Komponisten haben eine komplexere Harmonik (Liszt selber natürlich auch in anderen Stücken) usw. Nur geht das an der Sache vorbei. Denn kein Komponist hatte vorher den Mut, die Tonalität so "nackt" wie ein fleischloses Skelett reizlos zu verwenden. Die Radikalität liegt hier im Purismus der Anwendung. Einen ganz alten Hut zu verwenden kann also sehr innovativ sein. Es kommt auf das "Wie" an. Deswegen überzeugt mich das Argument so nicht. Der Sinn des Einzelnen ist nur aus dem Ganzen verständlich."

Ich bin längst aus dem Alter raus, mich mit sinnlosen Diskussionen zu beschäftigen...
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