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Alt 16.02.2015, 10:46   #47
dipol-audio
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Zitat von karlkaefer
Die Idee mit der Erhöhung der Sub Position hat nochmal einiges gebracht. Ich habe den Sub auf eine Höhe von 51cm gestellt, an der Regalende-Position.
Die weitere Position, zwischen Couch und rechter Wand, muss ich noch einiges Umräumen, daher morgen erst weitere Messungen :)



Hallo Alex,

ich denke, die Position "Ecke Regal mit Erhöhung" ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung! Vielen Dank für die Messungen in Post #43.

Es wäre m.E. sehr interessant - auch für die anderen Mitleser - zu den Messungen in Post #43 (nur Subwoofer, breitbandig) noch als Ergänzung den Subwoofer (nur Subwoofer, beitbandig) an der alten Position ("Frontwand halbrechts") zu messen (im Idealfall gleich eingepegelt ...), damit man sehen kann, wieviel "Kompensationsbedarf" dadurch einspart wird, und wie sich das Ein-/Ausschwingen im Vergleich nun gestaltet.

Wir hatten ja an der Frontwand bisher nur die komplette Anlage gemessen ...



Allgemein zur Basswiedergabe (tiefer und mittlerer Bass):

"Absorbtionsmaßnamen" (passiv) unterhalb 100Hz sind in den meisten Räumen ziemlich illusorisch und erfordern erhebliche umbaute Volumina. Der einzig praktisch gangbare Weg ist oftmals, wenn beim Neubau eines Raums schwingfähige und bedämpfte Trockenbauwände vorgesehen werden.

Wo das nicht der Fall ist, braucht man im Bereich bereits bewohnter Räume meist gar nicht erst über Absorptionsmaßnahmen z.B. <100Hz nachzudenken.

Im tiefen bis mittleren Bass sind dann die zur Verfügung stehenden wirksamen Mittel

- aktive Bassfallen
- geeignete Subwoofer Anordnungen, die letztlich eine vergleichbare Funktion wie aktive Bassfallen erfüllen können


Bei den Subwoofer Anordnungen kann man zwei Basis-Strategieen unterscheiden:

1) Man verzichtet darauf, die räumliche Varianz der Schalldruckfrequenzgänge zu minimieren und optimiert nur die Übertragungsfunktion zwischen Subwoofer-Position und Haupthörplatz. Mit nur einem einzelnen monopolaren Subwoofer ist dies die einzig mögliche Strategie.

2) Man minimiert auch die räumliche Varianz der Schalldruckverteilung. Diese Strategie geht erst wirklich in die Richtung einer "quasi modenfreien" Wiedergabe, bei der man bezüglich jeder Raummode darauf achtet, nahezu gleich viel Energie zu entziehen wie man in die betreffende Mode hineinsteckt.

Hier gibt es mehrere Konfigurationen, mit denen man arbeiten kann:

- "Multisubwoofer": Ab 3 Stück monopolare Subwoofer im Raum verteilt, z.B. Methode "Geddes". Nachteil ist allerdings oft das Impulsverhalten, denn es wird nur eine Optimierung für den eingeschwungenen Zustand ("Steady State") vorgenommen ...
Im "großen amerikanischen Vorstadt Holzhaus" kann das trotzdem ganz gut funktionieren. Im "europäischen Steinwohnzimmer" sind die einzugehenden Komprommisse oft größer, da von vornherein wesentlich weniger passive Absorption vorhanden ist.

- SBA "Single Bass Array" an der Frontwand des Raums reduziert den Raum virtuell (bezüglich Eigenmoden) auf eine Dimension, eine passive Absorbtion der verbleibenden Längsmoden erfolgt an der Rückwand. Ein voll funktionsfähiges SBA ist für Wohnräume unrealistisch, jedoch sind "Misch-Strategien" 1) und 2) denkbar.

- DBA "Double Bass Array" an Frontwand reduziert den Raum virtuell (bezüglich Eigenmoden) auf eine Dimension, eine aktive Absorbtion der Längsmoden erfolgt durch 2tes Bass Array an Rückwand. Nachteil ist der erhebliche Installationsaufwand.

- Dipol Subwoofer (z.B. 1-2 Stück) kann ebenfalls eine "virtuelle Dimensionsreduktion" bewirken vergleichbar SBA. Verbleibende Moden müssen passiv absorbiert oder mittels Strategiemix aus 1) und 2) bezüglich des Hörplatzes neutralisiert werden.

- Dipol Subwoofer (z.B. 2-4 Stück) können ebenfalls vor- und hinter dem Hörplatz durch Richtwirkung eine DBA-ähnliche Funktion erfüllen, indem hinter dem Hörplatz aktiv absorbiert wird.


Diese letztgenannte Technik wurde von mir selbst entwickelt und ermöglicht eine breitbandige Funktion im tiefen und mittleren Bassbereich auch in solchen Räumen, in denen keine DBAs montiert werden können oder sollen. Denn eine nahezu vollflächig nutzbare Front- und Rückwand steht dafür selten zur Verfügung. Viele Räume sind zudem auch L-förmig oder haben Wanddurchbrüche, weisen also keine Quaderform auf.

Zu dieser Technik - aktive Absorption mit Dipolen - hatte ich bereits in 2014 für ein anderes Forum eine Demonstration erstellt:

http://www.aktives-hoeren.de/viewtopic.php?f=28&t=5853

Die Bilder dort - insbesondere im Post "L-förmiger Raum" - enthalten dazu teils in sich selbst noch Beschreibungen und können durch Anklicken betrachtet und heruntergeladen werden. Die Standbilder der Simulationen zeigen die Absorption von verbleibenden Längsmoden durch Dipol-Subwoofer hinter dem Hörplatz.
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Grüße aus Reinheim, Oliver Mertineit

Gewerblicher Teilnehmer

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Nihil sine causa




Geändert von dipol-audio (16.02.2015 um 11:47 Uhr).
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