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maho 15.09.2014 10:55

Pure Direct oder Anpassen?
 
Ich möchte kurz meine letzten drei HIFI-Jahre skizzieren.

Ich besitze schon lange keinen Plattenspieler mehr und schwöre auf gerippte CD's oder auch manchmal gerippte LP's, die ich mit einer Squeezbox Touch von einer Fesplatte streame.

Bei diesem Konzept erfreue ich mich an der identen Qualität bzw. dem sehr schnellen Zugriff auf die gewünschte Musik.

Trotzdem habe ich auch noch einen Universalplayer für Mullti-CH bzw. Heimkino (5.2 Ausführung).

Vor ca. 3 Jahren bekam ich nach langer Zeit wieder einmal diesen berüchtigten "Es muss sich was ändern" - Schub.

Also stellte ich auf Röhrenverstärker um, der nicht einmal einen Klangregler hatte.

Mit dieser Kette (SB-Touch/CD-Player > DAC > Röhrenverstärker spielte ich Musik/Stereo.

Multichannel wurde bedient mit einem AVR und einem Umschalter für die Front_LS.

Ich fand, dass der Sound bei Stereo sehr gut war in meiner Erinnerung und hätte ich nicht vor ca. 1 Jahr aktive LS von Neumann (die 310er) gehört, wäre wahrscheinlich noch alles beim alten.
So infiziert, musste eine neuerliche Systemumstellung her und es wurde ein neuer AVR mit Vorstufenfunktion und zwei aktive Fronts vom David.

Raumeinmessung mit Audyssey brachte am Hörplatz ein wunderbares Ergebnis.

Und jetzt zur eigentlich Frage: immer mehr entdecke ich die vielfältigen Klangeinstellungen des AVR und ich benütze sie auch praktisch immer. Das geht mittlerweil so weit, dass ich für jede CD die für mich perfekte Einstellung suche.

Wenn ich zwischenzeitlich auf Pure Direct drücke, hört sich das geradezu armselig an.

Jetzt habe ich in meiner Erinnerung noch mein voriges Setup in Erinnerung und meine, dass das wesentlich besser geklungen hat, als jetzt die Pure Direct-Einstellung beim AVR.

Wie geht denn ihr mit vorhandenen Einstellungsmöglichkeiten beim Klang um?
Nutzt ihr sie oder sagt ihr > so wie's drauf ist, so muss ich's hören, auch wenn es grottig klingt?

SilverSurfer 15.09.2014 12:39

Servus @maho!

Zitat:

Zitat von maho (Beitrag 281288)
...Jetzt habe ich in meiner Erinnerung noch mein voriges Setup in Erinnerung und meine, dass das wesentlich besser geklungen hat, als jetzt die Pure Direct-Einstellung beim AVR. ...

Da stehst du nicht alleine im Regen, meine Erfahrung ist dieselbe (Denon 4520). Anscheinend wird dabei nicht nur die Lautstärke nach unten geregelt (pure direct mode) ... .

Zitat:

Zitat von maho (Beitrag 281288)
Wie geht denn ihr mit vorhandenen Einstellungsmöglichkeiten beim Klang um? Nutzt ihr sie oder sagt ihr > so wie's drauf ist, so muss ich's hören, auch wenn es grottig klingt?

Bei Stereo ändere ich nichts an den Einstellungen. Bei Surround habe ich den Dialog Enhancer Mode auf Vollgas gestellt, aber ansonsten auch nix verändert.

Die Einstellungen des Händlerteams reichen mir voll und ganz.

Beste Grüße

Erik

maho 15.09.2014 13:28

Ich habe auch den 4520 und ich spiele mich schon mit DV-Einstellungen, auch die Restore-Einstellungen verbessern zeitweise den Klang.

Welche Audyssey-Einstellung verwendest denn du für Musik?

armin75 15.09.2014 14:33

Ich benutze bei Stereo den Raumeq des Denon, klingt wenn ich die LS nicht mitten im Raum stehen habe (optimales Stereodreieck) viel besser. Bei optimaler Aufstellung schaltet ich den Raumeq ab, lasse aber die Einstellung auf Stereo nicht Direct oder Pure Direct.

LG

Armin

maho 15.09.2014 14:41

Veränderst du denn die Aufstellung deiner LS öfters?

SilverSurfer 15.09.2014 15:37

Servus @maho!

Zitat:

Welche Audyssey-Einstellung verwendest denn du für Musik?
So wie sie von den Aufstellern des Systems eingemessen wurde, was genau, weiß ich leider nicht. Es ist mir ein Übles, wenn ich mich mit den "Eingeweiden" der Audiotechnik rumplagen muss ;) Ansonsten ist es die rote Taste Musik, glaub ich (Einstellung Stereo =>Fronts plus Subwoofer).

Da die Mitte etwas nach links (einen Hauch von Fitzelchen von Zitrone von Schale wohlgemerkt, mehr nicht) verschoben schien, habe ich die Entfernungen der Frontlautsprecher nachgemessen und dann leicht korrigiert => Mitte war wieder da, wo sie hingehört.

Ich bin nach wie vor sehr zufrieden, was der "Wunderwutzi" Denon in meinem Raum fabriziert.

Beste Grüße

Erik

ruedi01 15.09.2014 16:31

Bei meiner Rotel A/V-Vorstufe sind alle analogen Eingänge auf 'Bypass' geschaltet. Das entspricht pure direct, alle DSPs und die Klangregler werden umgangen.

Digitale Quellgeräte (egal ob Stereo oder Mehrkanal) werden ebenfalls ohne weitere DSP-Manipulationen wiedergegeben. Der Bypass-Mode lässt sich bei digitalen Signalen allerdings nicht wählen. Alles andere klingt zwar ggf. spektakulärer aber auch verwaschener. Das mag ich nicht. Über ein automatisches Einmesssystem verfügt der Rotel nicht, vermisst habe ich es bisher nicht. Auch den subwoofer, den ich nicht habe, vermisse ich nicht. Ich habe es mal mit Sub versucht, der trat aber immer irgendwie störend in den vordergrund, oder, wenn zu schwach eingestellt, war er nicht zu hören, verbesserte aber auch nicht die Tiefenwiedergabe.

Gruß

RD

longueval 15.09.2014 22:51

des rätsels lösung ist de hörkurve
es kommt darauf an, wie laut du hörst, ab ca 80dbc finde ich klangregelung unnütz.
darunter hört man einfach manche frequenzanteile schlecht, da versteh ich dich dann.

daher bei mir der grundsatz, möglichst linear, aber gehobene zimmerlautstärke.
darunter arbeite ich manchmal beim spaßhören mit shelf filtern, die ich an die lautstärke anpasse.
vergess ich zurückzustellen und hör lauter, ists grauslich.
ein deutliches zeichen sind zb tiefe männerstimmen, die unmöglich klingen, wenn der bassshelf hochgedreht ist. da können schon 3 db zu viel sein.
wo sind die zeiten, als pres moch lautstärkeabhängige loudnesschalter hatten .....

armin75 16.09.2014 00:42

Zitat:

Zitat von maho (Beitrag 281303)
Veränderst du denn die Aufstellung deiner LS öfters?

"Seriös" hören kann ich selten, nur wenn ich ein paar Kumpel zum Hören da hab. Da ich Hybrid- Dipole habe sollten die optimalerweise weiter im Raum stehen, das ist aber nicht wirklich möglich. Darum: ja. Die Positionen hinten und im Stereodreieck sind dezent markiert :-)

Armin

SilverSurfer 16.09.2014 12:12

servus @ruedi01!

Zitat:

Zitat von ruedi01 (Beitrag 281307)
... Ich habe es mal mit Sub versucht, der trat aber immer irgendwie störend in den vordergrund, oder, wenn zu schwach eingestellt, war er nicht zu hören, verbesserte aber auch nicht die Tiefenwiedergabe. ...

Bevor ich den Denon 4520 hatte, liefen bei mir die Fronts und der Subwoofer alle auf Full Range, wobei ich diesbezüglich deine Erfahrungen nachvollziehen kann => im Kurzzeitvergleich (Mute ein, Mute aus) war er schwer bis gar nicht rauszuhören, jedenfalls für mich. Ausser wenn er lauter gestellt wurde, dann trat er merklich in den Vordergrund. Anfangs habe ich meinem Subwoofer eine grössere Bedeutung zugemessen, die dann allerdings mit der Zeit immer weiter und weiter kleiner wurde.

Jetzt habe ich mit dem Denon 4520 eine Trennung bei 80 Hz von Fronts und Sub, wobei eine Mutestellung des Velodyne jetzt eindrücklich - negativ - von mir wahrgenommen wird. Auch der Hub der Bassmembranen meiner Fronts wird jetzt merklich weniger stark ausgelenkt, dank dieser Trennung.

Ich denke mal, dass bei Pure Direct diese Trennung dann wieder aufgehoben wird, sodass ich dann wieder einen Rückschritt hätte ... .

Beste Grüße

Erik

ruedi01 16.09.2014 12:57

Bei mir klappt das ohne Sub vor allem deshalb so gut, weil meine Frontlautsprecher und auch der Center einen sehr tiefen und sauberen Bass reproduzieren können. Hinzu kommt, dass mein Hörraum mit knapp 18 m² nicht gerade groß ist.

Wenn es bei Actionszenen in Videos so richtig rumst, vermisse ich nichts. Auch bei Musik ist alles sehr sauber, druckvoll und ausgeglichen ohne anzudicken. Das ist mir wichtig.

Hätte ich einen doppelt so großen Raum, sähe es ggf. anders aus. Dann wäre ein potenter Sub vielleicht eine Überlegung wert, den habe ich ja, der ist aber eingemottet.

Gruß

RD

wolfus 23.09.2014 17:15

AW: Pure Direct oder Anpassen?
 
Ich verwende auf der Arbeit einige Installtionen mit AV-Receivern, oft mit, sagen wir vorsichtig, suboptimalem Raumklang. -- Ich arbeite daran --

Meine Erfahrung ist defintiv, dass das System durch die Audyssey-Einmessung und -Bearbeitung verbessert ist. Die versuchen inzwischen sogar, konstante Echos (Rückwand!) auszulöschen. Damit gehen sie über reine EQ-Korrektur weit hinaus.

Atmos 18.11.2017 12:31

AW: Pure Direct oder Anpassen?
 
... dieser Thread führt den ganzen Schwachsinn der Einmess-Automatik vor Augen, denn aufgrund der total verbogenen Frequenzgänge lässt sich "Direkt" und/oder "Pure Direkt"
nicht nutzen.

Aus dem Grunde habe ich meinen Raum akustisch so behandelt, dass ich den Equalizer nicht einsetzen muss.

Und das bringt nur Vorteile mit sich; so kann ich z. B. DSD nativ hören, oder wenn bei Dolby Atmos die Direktschalte anwende, die Dolby True HD Multi Spur hören.

Da die Direktschalte bei Stereo auch die SW deaktiviert, sind Fullrange-Fronts unabdingbar.

Anpassen ist schon richtig, aber mit Akustikmaterial im Raum.

longueval 18.11.2017 12:40

AW: Pure Direct oder Anpassen?
 
@wolfus

zwischenfrage, ich verstehe unter echo alles über 50ms, darunter is für mich hall. vielleicht hab ich da eine begriffsverwirrung. und wie machen sie das? gegenschall? weil im direktschall ist da schon alles vorbei ...

Micha L 18.11.2017 12:48

AW: Pure Direct oder Anpassen?
 
Der individuelle Klang des Tonträgers, gehört für mich zum Gesamtkunstwerk.
(Dabei meine ich nicht guten oder schlechten Klang).

Deswegen stört es mich nicht, daß mein Audionet-Verstärker außer der Lautstärke keine Klangregelung hat.
Anfangs war das gewöhnungsbedürftig. Das ging aber schnell vorbei.

Eine Spezialeinstellung für jede CD würde mich nerven.

Tolle Effekte verfälschen jedenfalls das Klangbild, welches der Tonmeister bewußt eingestellt hat.
Sie können beeindruckend sein, aber trotzdem unnatürlich.

(In ganz alten Tonbandzeiten gab es mal diesen Höhenwahn)


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