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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Killen Downloads die Musikindustrie?


Babak
06.07.2009, 00:36
... oder ist das nur eine zu stark vereinfachte Darstellung?

Hier mal eine interessanter Artikel vom Guardian, der etwas an der Oberfläche dieses Vorurteils kratzt:

http://www.guardian.co.uk/news/datablog/2009/jun/09/games-dvd-music-downloads-piracy

Demnach verschieben sich die Ausgaben der Leute für Unterhaltungsmedien.
Einer der Gründe ist der Nutzen.
Zitat:
But the reality is that nowadays, one can choose between a game costing £40 that will last weeks, or a £10 CD with two great tracks and eight dud ones. I think a lot of people are choosing the game - and downloading the two tracks. That's real discretion in spending.

Wenige Leute sind bereit, Ihr Geld für CDs auszugeben, auf denen nur 2 Nummern gut sind, und sonst nur mittelmäßig oder Nieten.

Da eird lieber das geld für anderes ausgegeben (DVDs, Spiele); udn die beiden guten Nummern runtergeladen.

Auch wenn das sicherlich nicht alle Gründe für die Probleme der Musikindustrie aufzeigt, hilft diese Sichtweise sicherlich, die festgefahrene Ansicht, dass die Downloads daran Schuld sind, aufzuweichen.

Netter Denanstoß ...

LG

Babak

Franz
06.07.2009, 00:40
Ich würde die Frage so beantworten: Downloads werden die Musikindustrie nicht killen, aber sie wird sich grundlegend ändern und sich auf diese Entwicklung neu einstellen müssen. Für mich bleibt es so, wie es immer war: Ich kaufe mir die Tonträger, die mich interessieren. Downloaden kommt für mich nicht in Frage, Ich halte das auch für eine Art Diebstahl. Und das möchte ich keineswegs unterstützen. Darf aber selbstverständlich jeder so machen, wie er möchte.

Gruß
Franz

zatopek
06.07.2009, 01:03
Hallo Babak,

in einem anderen Forum (http://www.tamino-klassikforum.at/thread.php?threadid=10530) hatte ich zu einer ähnlichen Frage folgendes gepostet:

Die Zukunft gehört dem Musikstreaming. Zugriff auf Musikserver via Streaming-Clients, seien sie nur standortgebunden (heiimische HiFi-Anlage) oder portabel (iPhones etc.). Entweder mittels des eigenen Servers zu Hause. Wahrscheinlicher scheint mir, dass auf gemieteten Servern die eigene Musik gehostet wird, mit Zugriffsmöglichket von jedem Ort. Alternativ: Dienste wie iTunes, Musicload etc. Die Musik wird sich entkörperlichen... Die Enmaterialisierung hat schon längst mit der Digitalisierung begonnen und wird unaufhaltsam weitergehen. Keine Bindung mehr an ein bestimmtes körperliches Medium, nur noch an das jeweilige Abspielgerät.

Ich fürchte allerdings, dass sich die Qualität der Aufnahmen aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus eher verschlechtern wird und kann nur hoffe, dass ich bis dahin so alt bin, dass ich den Unterschied eh nicht mehr höre. Die Jungen kennen nichts anderes, weshalb ihnen die schlechtere Qualität nicht auffallen wird.

So, und jetzt soll mir keiner ankommen und meckern: die Musikindustrie hatte und hat genügend zeit, sich auf die Veränderungen einzustellen. Und wenn sie es nicht tut, ist sie selber Schuld.Ich freu mich schon auf die neuen Möglichkeiten, Informationen parallel zu vernetzen und abrufbar zu haben. Aber vielleicht bin ich ja auch zu technikgläubig...

VG, Bernd

zatopek
06.07.2009, 01:07
...Downloaden kommt für mich nicht in Frage, Ich halte das auch für eine Art Diebstahl. Und das möchte ich keineswegs unterstützen. Darf aber selbstverständlich jeder so machen, wie er möchte.

Sorry Franz, das verstehe ich jetzt nicht: wenn ich für einen Download zahle, wiesol soll das Diebstahl sein ? Ich lade tatsächlich häufig Musik von Portalen wie amazon oder iTunes herunter, ohne jedes schlechte Gewissen.

Es geht halt darum, dass die CEO´s der Musikindustrie endlich kapieren, dass es nicht mehr damit getan ist, eine CD zu produzieren, sondern dass man sich auf neue Vertriebswege der Musik einstellen muss.

VG, Bernd

KSTR
06.07.2009, 01:28
Wenn die rein CDs verkaufende Musikindustrie gekillt wird, ist mir das recht egal, weil diese Industrie die Künstler sowieso nicht vertritt, d.h. sie hatten und haben nicht viel davon, ausser Vertragsverpflichtungen was sie zu tun und zu lassen haben. Wichtiger ist es die Künstler zu unterstützen, indem man ihr Material (egal welches Medium, bzw ob überhaupt eins) so direkt wie möglich von ihnen erwirbt, eben im Direktvertrieb, unter Umgehung eben der Industrie. Dahin geht ja auch der Trend.

Grüße, Klaus

Bluenote
06.07.2009, 03:41
@ Klaus

genau da sehe ich mit einen Vorteil. Die Künstler brauchen oftmals kein Vertriebssystem mehr. Sie brauchen nur ein Studio mieten oder wenn sie schon finanziell gut dastehen sich einrichten. Dann kann man gegen ein entsprechendes Entgeld die Aufnahmen von ihren internetseiten runterladen. Und das für einzelne Songs oder ganze Sampler.

bluenote

David
06.07.2009, 07:16
Seit jeher sage ich das so wie auch Klaus. Legales Download und zwar nur von dem was man wirklich möchte halte ich für den richtigen Weg.

Ich bin mir sicher, dass das die Zukunft ist und dass man sich schon in ca. 10 Jahren kein Medium mehr kauft - wer weiss, ob es dann so etwas überhaupt noch gibt.

Ob's gefällt oder nicht, es wird sich immer mehr alles über die weltweite Vernetzung abspielen. Man geht/fährt nicht mehr wohin um etwas zu besorgen, man setzt sich vor den PC und bekommt es ins Haus geliefert.

Noch was zum Musikdownload: den Löwenanteil der Einnahmen haben immer der Komponist und die Musiker zu bekommen und nicht die Vermarktungsmaschinerie. Letztere ist es auch, die aus "musikalischen Flaschen" so etwas wie "Stars" macht. Für mich ist das ein schmutziges Geschäft das mir gar nicht gefällt.

Gruß
David

visir
06.07.2009, 10:06
Leute, Ihr seht das ein bisschen zu einfach.
"Direkt beim Künstler kaufen" geht ja auch nur dann, wenn ein entsprechend (sicheres) Abrechnungssystem dahinter ist. Nachdem sich das der einzelne Künstler wohl kaum antut, bzw. es sich für einen alleine nicht auszahlt, wird er es delegieren... und schon haben wir Musikverlage.
Oder wie glaubt Ihr, dass die vorhandenen entstanden sind?

Und es gibt ja nicht nur die großen Konzerne, sondern auch die kleinen "independent" (unabhängig von was?).


Ich bin mir sicher, dass das die Zukunft ist und dass man sich schon in ca. 10 Jahren kein Medium mehr kauft - wer weiss, ob es dann so etwas überhaupt noch gibt.


Vinyl wurd auch schon längst totgesagt...


Noch was zum Musikdownload: den Löwenanteil der Einnahmen haben immer der Komponist und die Musiker zu bekommen und nicht die Vermarktungsmaschinerie. Letztere ist es auch, die aus "musikalischen Flaschen" so etwas wie "Stars" macht. Für mich ist das ein schmutziges Geschäft das mir gar nicht gefällt.


:O
In einem Bericht auf Ö1 habe ich einmal gehört, dass 9 von 10 produzierten Alben "floppen". Das eine erfolgreiche muss finanziell die anderen tragen.
Wobei ich das nicht grundsätzlich schlecht finde, dadurch bekommen immerhin etliche Musiker zumindest ihre Chance.

David
06.07.2009, 11:46
Vinyl wurd auch schon längst totgesagt...
Ist es auch schon längst. Nur wir paar "Spinner" (sorry) haben noch etwas damit zu tun. Vom insgesamten Tonträgermarkt her betrachtet hat die analoge Schallplatte einen absolut vernachlässigbaren Stellenwert.

Aber eines ist klar: umso länger es ein Medium/Format gibt/gegeben hat, desto länger hat es noch Bestand, obwohl es schon komplett veraltet ist.

Gruß
David

Reno Barth
06.07.2009, 11:50
würde die Musikindustrie jemandem abgehen? Würden die Menschen aufhören, Musik zu machen, Musik zu hören oder auch andere fürs Musikmachen zu bezahlen? Wär vielleicht gar nicht schlecht, wenn die Dinge wieder auf ein etwas menschlicheres Maß gestutzt würden...

Dr.Who
06.07.2009, 11:50
Hallo,


warum Downloads für die man bezahlt als Diebstahl gehalten werden will mir ehrlich gesagt auch nicht recht in den Kopf.:L

Ansonsten kann man das auch so händeln wie Magnatune : Man bezahlt nur das was man für richtig hält.;K Das geht ab 5$ los und endet irgendwo bei 20$( pro CD versteht sich). Man bekommt nach der Bezahlung einen Link mit den verschiedensten Formaten serviert. Eine echte Alternative, wie ich finde. Musikalisch und aufnahmetechnisch wird dort großes Kino geboten :

http://www.magnatune.com/

Reno Barth
06.07.2009, 11:52
Eine echte Alternative, wie ich finde.


ja, cool!

Franz
06.07.2009, 12:14
warum Downloads für die man bezahlt als Diebstahl gehalten werden will mir ehrlich gesagt auch nicht recht in den Kopf.:L


Ich hab mich da unpräzise ausgedrückt. Ich meinte natürlich nur die unbezahlten downloads.

Zum Direktvertrieb: Künstler finden die Vermarktung ihrer Produkte oft als hinderlich, deshalb geben sie das in andere Hände, die etwas davon verstehen. Das ist erstmal nicht Schlechtes. Brian Epstein war z.B. für die Beatles ein Riesengewinn. Ohne ihn wären sie nie bekannt geworden. Die Musikindustrie hat sich jedoch als Moloch entwickelt mit geradezu mafiösen Strukturen, das ist das Problem.

Gruß
Franz

zatopek
06.07.2009, 12:42
Ansonsten kann man das auch so händeln wie Magnatune : Man bezahlt nur das was man für richtig hält.;K Das geht ab 5$ los und endet irgendwo bei 20$( pro CD versteht sich). Man bekommt nach der Bezahlung einen Link mit den verschiedensten Formaten serviert. Eine echte Alternative, wie ich finde. Musikalisch und aufnahmetechnisch wird dort großes Kino geboten :

http://www.magnatune.com/

Und gute Klassik ist auch dabei, z.B. die Suiten für Cello Solo von J.S. Bach eingespielt von dem italienischen Cellisten Vito Paternoster.

VG, Bernd

Spalatro
06.07.2009, 13:50
warum Downloads für die man bezahlt als Diebstahl gehalten werden will mir ehrlich gesagt auch nicht recht in den Kopf.
Auch ein Download, für den man NICHT bezahlt, ist kein Diebstahl (und natürlich schon gar kein Raub, wie das tendenziöse Wort "Raubkopie" suggerieren will). Das Herunterladen ist bestenfalls eine Urheberrechtsverletzung - hierzulande (in Österreich) nicht einmal das, solange man sich an die gesetzlichen Regelungen für Privatkopien hält. Ja, das Recht auf Privatkopie gibt es noch!

Selbst dann, wenn ein Download nicht als Privatkopie durchgeht (z.B. weil klar erkennbar ist, daß die Vorlage nicht legal zustandegekommen ist), ist das erst einmal ein Fall fürs Zivilgericht (-> Unterlassung, Schadenersatz). Diebstahl hingegen ist ein strafrechtlicher Tatbestand. Das sollte man nicht vermischen, sonst sitzt man der Propaganda der Unterhaltungsindustrie auf.

Markus Berzborn
06.07.2009, 13:58
Ist es auch schon längst. Nur wir paar "Spinner" (sorry) haben noch etwas damit zu tun.

Das reicht ja auch, um zu überleben.
Mit den "Nicht-Spinnern" will ich sowieso immer weniger zu tun haben, je älter ich werde.
Fährt ja auch nicht jeder einen Bristol oder Aston Martin.
Aber die Firmen leben recht gesund in ihrer Nische.

Gruß,
Markus

David
06.07.2009, 15:04
Das stimmt schon Markus. Was aber nicht stimmt ist die Aussage, dass dieses Medium "überlebt" hat, denn markttechnisch hat es das nicht.

Gruß
David

Markus Berzborn
06.07.2009, 15:41
"Überleben" heißt für mich, dass sich etwas so rechnet, dass es weitergeführt werden kann. In welchem Maßstab, ist doch für den Liebhaber egal.
Und bei LPs reichen offenbar die ca. 1 Mio. Exemplare pro Jahr in Deutschland für ein sehr großes, sich noch ständig erweiterndes Repertoire-Angebot. Wenn das finanziell völlig uninteressant wäre, würden ja nicht immer mehr Majors wieder anfangen, LPs anzubieten.
Wenn Bristol mit einer Produktion von 3 oder 4 Autos im Monat überlebt, ist das doch OK.

Gruß,
Markus

Reno Barth
06.07.2009, 15:46
Was aber nicht stimmt ist die Aussage, dass dieses Medium "überlebt" hat, denn markttechnisch hat es das nicht.


???????????? versteh ich nicht. Klar werden deutlich weniger LPs als CDs verkauft, aber die LP-Umsätze steigen und da es keine Subventionen für analoge Tonträger gibt, wird damit offenbar auch Geld verdient. Ich hab irgendwo gelesen, dass im vergangenen Jahr in Stückzahlen mehr LPs als SACDs und DVDAs zusammen verkauft wurden. Im übrigen zeigen Kassette und Spulen-Tonband, dass auch gut etablierte Formate völlig verschwinden können.
Ich mach zurzeit mit Plattenspielern deutlich mehr Umsatz als mit CD-Spielern oder sogar Verstärkern und gehe davon aus, dass uns die LP noch viele Jahre erhalten bleibt (vor allem mangels eines wirklich hochauflösenden digitalen Formats).

lg
reno

David
06.07.2009, 18:52
Würde mich echt interessieren, in welchem Verhältnis weltweit CDs und analoge Platten verkauft werden.
Würde mich wundern, wenn die analoge Platte die 1% Hürde schafft und nur davon spreche ich.

Gruß
David

KSTR
06.07.2009, 19:11
http://www.musikindustrie.de/startseite.html

Höhlenmaler
06.07.2009, 19:18
Würde mich echt interessieren, in welchem Verhältnis weltweit CDs und analoge Platten verkauft werden.
Würde mich wundern, wenn die analoge Platte die 1% Hürde schafft und nur davon spreche ich.

Gruß
David

Ich vermute mal, daß es im Vergleich zu digitalen Tonträgern tatsächlich nicht viele sind.

A b e r - die LP Auktionen in der Bucht, das sind ja auch Verkäufe, ob die überhaupt im statistischen Vergleich Beachtung finden. Die Auktionen bezüglich Langspielplatten in der Bucht sind doch eine Menge. Minütlich. Täglich. Dauernd. ... und das sind nicht nur gebrauchte. Diese Langspielplatten,
die da in M e n g e n ihre Besitzer wechseln, müssten doch irgendwie ins Gewicht fallen.
O.K. meine Bestellungen fallen sicher nicht weiter auf. Dabei habe ich schon mehrmals in Österreich alte, gebrauchte Platten bestellt und - bin auch prompt beliefert worden ;Z



Vor ein paar Tagen habe ich in einer anderen Statistik gesehen, daß der Warenaustausch weltweit in der Bucht, alles andere übertrifft. Nirgendwo wird weltweit soviel eingekauft und verkauft, wie in dieser online Plattform. Auf dem zweiten Platz, weit abgeschlagen, liegt Amazon und dann kommen alle anderen.

zatopek
06.07.2009, 20:10
Würde mich echt interessieren, in welchem Verhältnis weltweit CDs und analoge Platten verkauft werden.
Würde mich wundern, wenn die analoge Platte die 1% Hürde schafft und nur davon spreche ich.

Der Absatz von Vinylplatten konnte sich nach der Einführung der neuen Tonträger wieder etwas erholen, so ist der weltweite Verkauf von neu produzierten Vinylschallplatten im Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr um 89 Prozent gestiegen. In Deutschland wurden 2006 noch 600.000 Langspielplatten verkauft, 2007 700.000 und 2008 900.000 Vinylexemplare. Weiterhin entfällt auf das Schallplattengeschäft aber nur knapp ein Prozent des Umsatzes des deutschen Musikmarktes.So steht´s jedenfalls in Wikipedia >hier (http://de.wikipedia.org/wiki/Schallplatte#Vinylplatte_versus_Audio-CD).

VG, Bernd

David
06.07.2009, 20:35
Da habe ich aber gut geschätzt, wenn auch nur auf Deutschland bezogen. International wird der Anteil eher noch darunter liegen.

Gruß
David

Reno Barth
06.07.2009, 20:39
http://www.musikindustrie.de/startseite.html


bistdudeppat....hab mir das jetzt ein bisserl durchgelesen. also wenn die partie auf den misthaufen der geschichte verschwindet, tät mir nichts abgehen. die haben jetzt eine hotline eingerichtet, wo man sich z.B. erkundigen kann, ob es legal ist, eine kopiergeschützte CD analog zu überspielen. ;X

der umsatzanteil der LP in der BRD lag 2008 übrigens bei 1 prozent. ist aber auch wurscht: wieviele autos sind cabrios? und cabrios sind trotzdem ein markt auf dem die meisten hersteller mitmischen wollen...

lg
reno

Reno Barth
06.07.2009, 20:46
International wird der Anteil eher noch darunter liegen.

ganz sicher und ganz weit. das liegt aber vor allem daran, dass es riesige märkte gibt, auf denen LPs praktisch nie vertreten waren (Indien, Südostasien, China, Afrika, arabischer Raum etc.) die steigen sukzessive von der MC auf CD um. Emi India hat z.B von den LPs mit klassischer indischer musik pro Titel ein paar tausend stück auflage gepresst (drum sind die jetzt so selten...). auf MC haben sie von den populäreren Titeln zweistellige millionenauflagen rausgeschoben.

lg
reno

Babak
06.07.2009, 20:55
Hallo

wenn der Prozentsatz der guten Musik weiterhin so niedrig liegt, helfen reine Downloads auch nicht.

Die Musikproduktion kostet ja auch was.
Und vermarktet muss weiterhin werden, sonst findet keiner die Musiker.
Was machen weiters jene Leute, die entweder keinen Computer und/oder keinen Breitbandanschluss haben?


Ob da der reiner Austausch des Mediums (Daten statt CD) die richtige Lösung ist, wage ich zu bezweifeln.
Das geht ja komplett am Kaufverhalten und die Bedürfnisse der Kunden vorbei.

Das sind alles Lösungen, die von uns als kleine Nischengruppe ausgehen. Die Grundausstattung bzw. Technikaffinität der meisten Leute sieht anders aus als die unsere.

Nur wenn man das berücksichtigt, kann das Musikbusiness (in welcher Form auch immer) gesund dastehen.
Egal, ob mit LPs, CDs, Dateien auf SD's, als Downloads, in holographischen Kristallen oder weiss der Kuckuck was.

Das Problem des Musikbusiness ist ein strategisches, kein technisches.

LG

Babak

David
06.07.2009, 21:07
Das Problem des Musikbusiness ist ein strategisches, kein technisches.

Sehe ich auch so.
Wobei die meisten Fehler wieder einmal im Pop-Bereich gemacht werden. Mehr denn je geht es nur ums schnelle Geld und um die Quote. Dazu passen auch diese dümmlichen Castings-Shows - bis hin zu den grauslichen Dschungelcamps.

Gruß
David

Babak
06.07.2009, 21:12
Hallo

sie haben noch nicht begriffen, dass man Kreativität nicht managen und steuern kann, sondern nur die richtigen Bedingungen schaffen, um sie zu fördern.

Mich wundert eher, dass manche wirklich gute Künstler trotz der Mechanismen im Musikbusiness den Durchbruch schaffen und ihre Musik erfolgreich vermarkten, ohne allzu große Abstriche zu machen.
;Y

LG

Babak

Markus Berzborn
06.07.2009, 21:24
Würde mich wundern, wenn die analoge Platte die 1% Hürde schafft und nur davon spreche ich.


Natürlich unter 1 %.

Aber wie gesagt: das reicht doch.

Gruß,
Markus

Markus Berzborn
06.07.2009, 21:26
wenn der Prozentsatz der guten Musik weiterhin so niedrig liegt, helfen reine Downloads auch nicht.


Ich finde, es gibt genug gute Musik. Jedenfalls mehr, als ich mir kaufen kann.

Es wird ja auch nicht soviel Mist produziert, um damit die Leute zu quälen, sondern weil der Mist halt vielen Leuten gefällt.
Das sollte man sich immer klar machen.

Gruß,
Markus

Babak
06.07.2009, 22:01
Hallo

hier ein paar "subversiver" Link mit Beleuchtung der Strukturen hinterm Musikbusiness.

http://futureofmusic.org/index.cfm

LG

Babak

David
07.07.2009, 08:18
Mich wundert eher, dass manche wirklich gute Künstler trotz der Mechanismen im Musikbusiness den Durchbruch schaffen und ihre Musik erfolgreich vermarkten, ohne allzu große Abstriche zu machen.


Qualität wird sich immer durchsetzen und auch Bestand haben. Allerdings muss auch Qualität nachkommen. Es gab schon wirklich erstaunlich gute Newcomer, von denen man dann plötzlich nichts mehr hörte. Das Ganze war dann nur ein "Strohfeuer".

Bei den Künstlern ist es sicher so, dass ihnen oft ihre eigene Persönlichkeit im Weg steht. Künstler sind meist komplizierte sowie launenhafte Menschen und Chaoten. Ohne Disziplin gibt es aber keinen dauerhaften Erfolg.

Gruß
David

Selfmade-Man
08.07.2009, 20:45
Ich sag dazu nur, dass Apple mit seinem iTunes Musicstore ganz nette Umsätze macht und die Künstler, die dort direkt vermarktet werden auch mehr davon haben als bei den "Grossen".

Der Vorteil ist ganz klar, man kann von einer CD die besten Tracks kaufen ohne gleich das ganze Album nehmen zu müssen. Und ich kann ganz spontan von zuhause aus jeden einzelnen Track probehören. Super finde ich sowas.

Dass es der Musikindustrie nicht gut geht, liegt nicht an den Downloads, sondern daran, dass diese Leute die Zeichen der Zeit nicht gesehen haben. Es gibt jetzt nunmal das Internet, das es möglich macht sehr schnell alle Arten von Daten auszutauschen. Eigentlich sogar ein Vorteil, denn man müsste ja gar keine Tonträger mehr herstellen.... aber eben, man muss bereit sein sich zu ändern.

Christian

David
10.07.2009, 07:43
Alles was Christian schreibt, sehe ich genau so. Die Musikindustrie muss endlich umdenken.

Man könnte auch so sagen: Zuerst war es die Nadel die in einer Rille kratzt, dann das Magnetband, dann die Opto-Plastikscheibe und jetzt holt man sich die Musik (bzw. fast alles) aus dem Internet.

Gruß
David

Bluenote
10.07.2009, 10:47
Das sehe ich auch so, schließe mich hundertprozentig Christian und David an.

;Nbluenote

visir
10.07.2009, 10:55
Das hieße aber auch, dass der Begriff "Album" seine Bedeutung verliert - ohne das jetzt bewerten zu wollen. Es werden dann einfach nur Titeln gekauft. Ein "Album" hätte dann nur noch zwecks Bündelung für Mengenrabatte Bedeutung.

Wobei dafür aber noch viel Wasser die Donau runterfließen muss. Es gibt noch genug Konsumenten, die lieber eine Plastikscheibe kaufen, als sich nur ein paar mp3s runterzuladen. Mich eingeschlossen.

Bluenote
10.07.2009, 11:17
@ Wolfgang,

Nicht in mp3 Format, ich MasterQualität, FLAC oder mp3 runterladbar.

Meiner Meinung nach macht sowas auch erst dann Sinn, wenn auch Digital Musik aufgenommen wurde. Ältere Aufnahmen sind aber mit Bändern aufgenommen und abgesmischt. Da Klingen mit Sicherheit LP´S besser mit.

Hier denke ich das es nicht um entweder oder, sondern um eine bessere Auswahl geht. Ich finde beides sinnvoll und gut. Jedes Ding hat seine Vor- und Nachteile.

bluenote

David
10.07.2009, 11:35
Selbstverständlich muss es unterschiedliche Kompressionsraten zu unterschiedlichen Preisen geben. Über die Datenmenge könnte sich das sowieso von alleine regeln.

Bei Oldies würde ich beispielsweise nie lossless wählen, da reicht gutes MP3. Für die hochwertige Wiedergabe käme aus jetziger Sicht nur *.flac infrage.

Aber in jedem Fall nur Einzeltitel. Ich möchte nicht für Dinge zahlen die ich gar nicht möchte und das war/ist bei Alben immer der Fall.

Gruß
David

Franz
10.07.2009, 12:25
Das hieße aber auch, dass der Begriff "Album" seine Bedeutung verliert - ohne das jetzt bewerten zu wollen. Es werden dann einfach nur Titeln gekauft. Ein "Album" hätte dann nur noch zwecks Bündelung für Mengenrabatte Bedeutung.

Wobei dafür aber noch viel Wasser die Donau runterfließen muss. Es gibt noch genug Konsumenten, die lieber eine Plastikscheibe kaufen, als sich nur ein paar mp3s runterzuladen. Mich eingeschlossen.


Dem schließe ich mich uneingeschränkt an. Für mich ist das Album wichtig, nicht einzelne Titel. Ein Album ist ein kleines Gesamtkunstwerk, Titel sind Mosaikstücke darin. Für sich allein genommen geben sie nicht wieder, was ein Künstler beabsichtigt hat.

Gruß
Franz

Bluenote
10.07.2009, 13:16
Hallo Franz, das bekommst du doch alles mitgeladen. Zudem kannst du dir im ingternet noch wesentlich mehr Bilder und Geschichten dazuladen. Habe letztens mal bei einigen Künstlern geschaut was es so alles zu finden gibt.

Beispielsweise Janis Joplin. Richtig Klasse Bilder, nie vorher gesehen. Geschichten und Erlebnisberichte. Wissenswertes aber auch skuriles. Und das alles zusätzlich zu den eigentlichen Bootlegs.

Ich kann nicht verstehen warum das gegeneinander abgewogen wird, das ist meine Erachtens sinnlos, es ist zusätzlich. Falls etwas auf LP besser Klingt her damit. Die Infos des Downloads stehen mir dann trotzdem zur Verfügung.

bluenote

David
10.07.2009, 13:18
Franz, diese Ansicht hat natürlich auch ihre Berechtigung.

Ich bin da anders gestrickt (von mir aus primitiver), denn ehrlich gesagt interessiert es mich nicht wirklich, aus welchem Gemütszustand heraus ein Musikalbum entstanden ist. Entweder ein Lied gefällt mir oder eben nicht.

Gruß
David

visir
10.07.2009, 13:34
Franz, diese Ansicht hat natürlich auch ihre Berechtigung.

Ich bin da anders gestrickt (von mir aus primitiver), denn ehrlich gesagt interessiert es mich nicht wirklich, aus welchem Gemütszustand heraus ein Musikalbum entstanden ist. Entweder ein Lied gefällt mir oder eben nicht.


Genau so sehe ich es auch.
Ich kaufe trotzdem die Scheibe. Bei einem Album nehme ich dann die restlichen Stücke "in kauf", aber meistens wirds einfach eine "greatest hits".

Franz
10.07.2009, 13:51
@ Klaus (bluenote): Hast natürlich Recht. hab das wohl falsch aufgefaßt. Ich hänge ein wenig an den Alben, weil ich sie als Gesamtwerk sehen will. Nehmen wir z.B. mal ein Konzeptalbum wie dieses hier:

http://i42.tinypic.com/21ox2fl.jpg

Hier wird eine Geschichte erzählt, die tracks sind nacheinander aufeinander bezogen. Wenn ich mir da nur ein Stück herauspicken würde, verstehe ich nicht die story. Ich sehe also die einzelnen Stücke oft in einem größeren Zusamenhang, gebe aber gerne zu, daß heute solche Zusammenhänge gar nicht mehr vorhanden sind. Da werden die einzelnen songs einfach ohne Bezug nebeneinander gesetzt.

Gruß
Franz

Bluenote
10.07.2009, 14:02
Hallo Franz,

das ist klar,es gbt mehrere solche Alben, da braucht man alles. Meine Zukunft wird so aussehen das ich halt beides nutzen werde. Ich würde mir zumeist ja auch alles runterladen. jedoch höre ich oftmals Stimunngsabhängig. Nur ein Beispiel:

Led Zeppelin, ich öre manchmal nur die Balladen oder Balladenählichen Stücke und dann wieder gerne mal nur etwas fetziges.

Oder ich mir auch blitzartig eine Playlist einiger geliebter Rockballaden zusammen, auch von verschiedenen Künstlern. Die kann ich dann selbst auswählen oder per Zufallsprinzip abspielen, falls ich dann doch einen bestimmten Song unbedingt hören möchte, weil er gerade dazu passt, stelle ich ihn dazu oder ändere die Reihenfolge. Alles blitzschnell und via Iphone oder so.

Dann wieder möchte ich eine oder mehrere LP`s von Eric Burdon hören. Dann lege ich sie auf den Plattenteller. Ist doch ein Traum, das ist doch Luxus pur. Warum sollte ich mich festlegen? Mir fällt da nichts ein. Zudem besteht wahrscheinlich die Möglichkeit das absolut hochauflösende gute Aufnahmen zu erwarten sind. Da läuft bereits einiges, nicht nur in den USA.

Highfidele Grüße

bluenote

Franz
10.07.2009, 14:35
Bei mir ist es meist so, daß ich mir eine Platte oder CD ganz anhöre. Ich mag dieses zappen nicht.

Gruß
Franz

Spalatro
10.07.2009, 15:02
Ich sehe keinen Grund, warum Downloads das Albumformat bedrohen sollten. Das ist doch nur eine Frage der Vermarktung - wenn ich einen Songzyklus als Einheit (= Album) verstehe, werden die Lieder eben nicht einzeln verkauft.

Im Pop-Bereich haben sich die Alben erst ab Mitte der 1960er durchgesetzt, davor war die Single das meistgenutze Medium und Langspielplatten waren im Normalfall Hitzusammenstellungen.

Die letzte Instanz ist sowieso der Hörer. Der entscheidet, ob er sich ein Album als Album oder eben nur einzelne Stücke daraus anhört - egal, auf welchem Medium.

Die typischen Konzeptalben wie "The Lamb Lies Down on Broadway" haben auch in der Blütezeit der Rockalben nur einen kleinen Teil der Veröffentlichungen ausgemacht. Viel öfter wurden zwei Hitsingles mit acht oder zehn Füllern dazwischen angeboten.

Dual777
10.07.2009, 21:54
es ist sicher geschmackssache ob man ein "albumtyp" oder ein "einzeltracktyp" ist.
ich kann nur aus meiner eigenen erfahrung sagen, dass mich alben immer als gesamtkunstwerk fasziniert haben, allerdings mit meinem ersten CD-wechsler und dann mit iTunes begann ich den zufallsgenarator interessant zu finden. das hatte den nachteil dass ich tracks immer aus dem kontext herausgerissen hörte und ausserdem nicht wirklich "zugehört" habe.
seit einem jahr bin ich wieder auf dem vinyl-trip (wider jede vernunft) und so übertrieben das nun klingen mag: ich habe eindeutig mehr freude an meinem ewig liebsten hobby musikhören, weil das ergattern und anfassen und anhören von ALBEN einfach mehr spass macht und mich eben das gesamtkunstwerk fasziniert. auch wenn nicht alle nummern auf einem album gleich "stimmulierend" sind, aber sie machen die stimmung des gesamtkunstwerkes aus.
also da bin ich voll bei franz und seiner meinung.
ich bin mir aber auch bewusst dass es einfach nicht mehr zeitgemäß ist. es ist zwar recht nett dass ich und ein paar andere "musikspinner" freude an epischen doppelalben des progressivrocks haben, aber die für die musikindustrie relevante zahlende masse will doch eher einzelne tracks, weil sich zugegeben die meisten gar keine zeit mehr nehmen in ruhe ein ganzes album anzuhören. eigentlich muss für die mehrzahl der musikkonsumenten die einzelne nummer schon nach 5 sekunden auf den punkt kommen sonst wird geskipt - oder gelöscht... ;)

emersonlakeandpalmersche grüsse
michael

Markus Berzborn
11.07.2009, 01:08
Bei mir stellt sich die Frage nicht, da ich ohnehin nicht in "Songs" und "Tracks" denke und Alben, die nur aus einer Aneinanderreihung solcher bestehen, mich sowieso nicht interessieren.
Das war schon früher so und das ist auch noch heute so.

Gruß,
Markus

Dragonsage
11.07.2009, 12:59
Gerade erst den Thread gesehen.

Musik als Datei (eben Download) finde ich persönlich gut, wenn die Qualität stimmt. MP3 ist für mich nur als Vorabhören annehmbar (das darf jeder anders entscheiden).

Daher nutze ich vor allem Streamingangebote wie Naptser, um Musik kennen zu lerne, was ich toll finde kaufe ich auf Datenträger. Aber von je her habe ich kein Album gekauft, welches nur 1-2 gute Tracks hat. Mir muß ein Album schon überwiegend gefallen, abwechslungsreich sein, dann wird es auch gekauft. Das heißt, Downloads verändern mein Kaufverhalten nicht.

Die Musikindustrie verdient aber nicht so dolle am Download, daher gebe ich dem in der Art keine Überlebenchance auf Dauer als einzigste Möglichkeit der Musikbeschaffung.

Gut könnte ich in meinem Audiophilen Denken vorstellen, dass Blu Ray als Träger hochwertiger Musik, evtl. gar als Dateiformat ein Renner werden könnte - für mich wenigstens. So oder so gehe ich aber davon aus, dass der Zukunft der Musikindustrie in ansprechenden und hochwertigen Tonträgern sowie Chartgeschäft per Download zu sehen ist.

Das ist meine Meinung, ohne neben dem Eingangspost hier irgendwas gelesen zu haben. daher entschuldige ich mich, wenn was doppelt geschrieben ist...

Ciao DA

Reno Barth
11.07.2009, 15:00
Gut könnte ich in meinem Audiophilen Denken vorstellen, dass Blu Ray als Träger hochwertiger Musik, evtl. gar als Dateiformat ein Renner werden könnte - für mich wenigstens.


Nach den Erfahrungen mit SACD und DVDa bin ich da leider nicht sehr optimistisch...

lg
reno

Reno Barth
11.07.2009, 15:01
ich bin mir aber auch bewusst dass es einfach nicht mehr zeitgemäß ist.


und was bitte ist zeitgemäß? und wer bestimmt das?

lg
reno

Dragonsage
11.07.2009, 17:40
Nach den Erfahrungen mit SACD und DVDa bin ich da leider nicht sehr optimistisch...

Optimistisch bin ich auch nicht, aber möglich und sinnig wäre es.

Downloads finde ich im Prinzip genial, aber alles ist Unsinn, wenn die Kohle nicht am Ende für den Künstler rumkommt, gerade auch für die, die nicht unbedingt Arenen füllen.

Daher bin ich für eine Lösung, die zum einen zu Alben führt, die im Ganzen gut sind, zum Anderen für alle Seiten eine WinWin Situation darstellen. Und da kommt für mich BluRay raus.

Ciao DA

Höhlenmaler
11.07.2009, 18:53
hallo zusammen

Seit ein paar Minuten ist mein Laptop mal wieder mit der Anlage verbunden und ich kann meine MP3 Sammlung richtig, mit gutem Klang, hören, anstatt am Rechner und den Logitech Brüllern.

Im Moment höre ich einen südamerikanischen Sänger - Gregorio Barrios. - .... schon wieder vorbei, hab' nur zwei Stücke mit ihm.

Jetzt läuft aber auch schon Karukurichi Arunachalam, (http://www.goodnoise.com/album/Karukurichi-P-Arunachalam-Karaikurichi-P-Arunachalam-Nadaswara-MP3-Download/11455881.html) dessen mir unbekanntes Blasinstrument ziemlich extatisch und dabei indisch harmonisch ertönt. Er bläst sehr emotional in das Horn und irgendwie erinnert er mich sogar an sehr frei improvisierende Jazz Musiker aus den 60ern. Tolle Musik.
Dieses Stück (http://www.emusic.com/album/Karukurichi-Arunachalam-Mamava-Sadavarathe-MP3-Download/11502228.html) höre ich eben.

Mit meinen 90 Downloads pro Monat zwinge ich die MUsikindustrie sicher nicht in die Knie, vermute ich mal. Ich zahle schliesslich jeden Monat 20 Europa. Und wenn ich mir, wie heute morgen, einen 60 Minuten langen Track downloade, ist das auch O.K. eMusic machts möglich. Wer sich gerne abseits der Hitparaden in der Musik orientiert, egal welches Genre, klassisch, Jazz, aus aller Welt, Folklore ob alt oder neu, Schlager - eMusic hält ein umfangreiches Angebot bereit.

Jetzt, mal wieder über die Anlage, mittels USB, das ist einfach super.


.

David
11.07.2009, 18:56
Nach den Erfahrungen mit SACD und DVDa bin ich da leider nicht sehr optimistisch...

Ich auch nicht. Die Bluray ist sicher auch bald Vergangenheit.

Vielleicht haben das Viele noch nicht so erkannt, aber die "Artenvielfalt" (Medien/Formate) ist es, die den Markt und die Szene nicht fördert, sondern schwer belastet.

Nichts gegen Fortschritt, wenn dadurch tatsächlich eine Verbesserung erzielt wird. In der Vergangenheit war es aber schon ein paar Mal so, dass ein Formatstreit mehr Schaden als Nutzen angerichtet/erbracht hat. Auch hat nicht immer das bessere Format/System das Rennen gewonnen. Siehe das Kassetten-Audioformat (die Elcaset war unvergleichlich besser), siehe Video-VCR (Betamax und Video 2000 waren besser), siehe SACD (DVD-Audio war besser). Wenn man noch die digitale Fotografie und womöglich noch die ganze "PC-Welt" mit einbezieht, sind es noch 'zig mehr. Es ist unvorstellbar, welche Summen von Großkonzernen beim Versuch neue Standards einzuführen in den Sand gesetzt wurden.

Ich frage mich gerade, ob es gut ist, dass das der Endverbraucher das entscheidet. Sollten solche Standards nicht von einer kompetenten und neutralen (ich weiß, so etwas gibt es kaum) Kommission festgesetzt werden? Diese Standards müssten dann auch eine bestimmte Zeit lang Verpflichtung sein.

;U.....der Krümmungsradius von Bananen wird ja auch festgelegt.:E:

Gruß
David

visir
11.07.2009, 19:35
Hallo!

War heute wieder einmal in der Scheibenabteilung eines Elektrosupermarktes, und mir kommt vor, die Blu-ray-Abteilung wird immer größer. Freilich, noch hat sie die DVD-Abteilung noch lange nicht überholt.
Da gehts aber auch nur um Ton+Bild. Ob blu-ray auch die CD ablösen kann, bezweifle ich jetzt einmal.

Reno Barth
11.07.2009, 21:06
Jetzt läuft aber auch schon Karukurichi Arunachalam, (http://www.goodnoise.com/album/Karukurichi-P-Arunachalam-Karaikurichi-P-Arunachalam-Nadaswara-MP3-Download/11455881.html) dessen mir unbekanntes Blasinstrument ziemlich extatisch und dabei indisch harmonisch ertönt.


super! das Teil heißt Nadaswaram. Traditionell werden zwei davon gespielt, begleitet von zwei Trommlern, die auf Trommeln namens Tavil hauen. Die werden im Gegensatz zu anderen indischen Perkussionsinstrumenten mit Sticks bearbeitet. Live erklingt sowas in Südindien open air zur Puja, also zur Verehrung einer Gottheit. Hab das selbst einige Male gehört, ist ziemlich beeindruckend.
Ich hab mal ein Interview mit dem fast 100jährigen Sänger Semangudi Srinivasa Iyer gehört. Er erzählt, dass die Nadaswaram Spieler früher sowas waren wie Popstars. In seiner Jugend pflegte er mit Freunden zu sämtlichen erreichbaren Tempelfesten zu fahren, weil dort die besten Nadaswaram-Virtuosen zu hören waren. Die haben dann fünf, sechs Stunden lang gespielt und waren im übrigen für ihren Alkohol und Drogenkonsum bekannt. Muss ziemlich ekstatisch abgegangen sein. Im Jazz haben sich übrigens Charlie Mariano und Charles Lloyd an diesem Horn versucht.

Auf Hifi-Messen ist das Nadaswaram auch bestens geeignet, um lästige Hörer zu vertreiben :H

lg
reno

Höhlenmaler
11.07.2009, 22:03
super! das Teil heißt Nadaswaram. ... Im Jazz haben sich übrigens Charlie Mariano und Charles Lloyd an diesem Horn versucht.

Auf Hifi-Messen ist das Nadaswaram auch bestens geeignet, um lästige Hörer zu vertreiben
reno


hallo Reno

Schön, daß Dir dieses Instrument (http://de.wikipedia.org/wiki/Nadaswaram) bekannt ist und Du auch noch andere Musiker benennen kannst, die das versuchen zu spielen. Wenns einigermaßen gut aufgenommen ist, oder wahrscheinlich auch richtig gebaut wurde, klingts doch ganz gut. Je nach Fertigkeit des Instrumentenbaumeisters und der Wahl des passenden Mundsstücks, bzw. dem Rohrblatt, ist sein Ton halt unverwechselbar markant.Nach Charlie Marianos und Charles Lloyds Versuchen muss ich mal suchen.
Vielleicht habe ich bei eMusic wieder Glück. Mein Downloadkontingent ist für diesen Monat allerdings jetzt abgweidet.

.

Reno Barth
11.07.2009, 22:54
hallo Reno

Schön, daß Dir dieses Instrument (http://de.wikipedia.org/wiki/Nadaswaram) bekannt ist und Du auch noch andere Musiker benennen kannst, die das versuchen zu spielen.

Ich hab da viel Material auf LP. Empfehlenswert ist auch Kadri Gopalnath. Der spielt Nadaswaram-Musik am Saxophon. Die Platte hats leider nie auf CD geschafft. Kadri Gopalnath hat auch in anderem Setting aufgenommen. Da ersetzt das Saxophon den Sänger. Dazu gibts die typische karnatische Begleitung mit Violine und Mridangam. Diese Sachen gibts noch: http://www.orientalrecords.com

lg
reno

Höhlenmaler
11.07.2009, 23:48
Kadri Gopalnath (http://www.emusic.com/artist/Kadri-Gopalnath-MP3-Download/11575415.html) gibts auch bei eMusic.
und Kadri Gopalnath erzielt ne Menge Treffer mit der Suche (http://www.emusic.com/search.html?mode=x&QT=Kadri+Gopalnath&x=14&y=10), auch im Zusammenspiel mit anderen Musikern.
Die Oriental Records (http://www.orientalrecords.com/) Seite kannte ich nicht. Die Preise sind sehr O.K.
Auf LP habe ich nur Musik von und mit Ravi Shankar. Das ist aber dann zum Teil wirklich so gut, das macht mich sprachlos. Wie der in die Stahl Saiten seiner Sitar packt und dann diesen elektrisierenden,
- o h n e S t r o m - Sound zu erzeugen in der Lage ist, das ist unvergleichlich. Bin schon froh, daß ich mir sowas nicht remastered anhören kann.

.

Reno Barth
12.07.2009, 00:14
Kadri Gopalnath (http://www.emusic.com/artist/Kadri-Gopalnath-MP3-Download/11575415.html) gibts auch bei eMusic.


super. danke! ich seh schon, ich muss da beitreten. die neuen Wandlergeneration von Lector soll einen USB-Eingang haben, dann kann ich meinen Laptop über die Röhre laufen lassen :D

lg
reno

Markus Berzborn
12.07.2009, 11:43
Siehe das Kassetten-Audioformat (die Elcaset war unvergleichlich besser), siehe Video-VCR (Betamax und Video 2000 waren besser), siehe SACD (DVD-Audio war besser).

Wieso "war"? Es erscheinen doch noch laufend neue Titel auf SACD.

Gruß,
Markus

Reno Barth
12.07.2009, 12:05
Wieso "war"? Es erscheinen doch noch laufend neue Titel auf SACD.


schon. die DVDa ist aber praktisch tot und die hatte das zeug, in sachen klangqualität wirklich neue maßstäbe zu setzen.

lg
reno

Markus Berzborn
12.07.2009, 12:13
Ich wüsste nicht, warum DVD-A prinzipiell besser klingen sollte als SACD.

Gruß,
Markus

David
12.07.2009, 13:37
Klanglich hätte es keinen Unterschied gegeben, aber die DVD-A hatte einige Vorteile. Die SACD ist in Technikerkreisen recht umstritten, die DVD-A nicht. Die DVD-A war flexibler (jeder Kanal konnte je nach Bedarf mit unterschiedlichen Auflösungen arbeiten) und die Studios hätten lange nicht so hohe Investitionen gehabt. Unter dem Strich war die DVD-A in jeder Hinischt überlegen.

Gruß
David

Markus Berzborn
12.07.2009, 13:44
Klanglich hätte es keinen Unterschied gegeben

Unter dem Strich war die DVD-A in jeder Hinischt überlegen.

Diese beiden Aussagen lassen sich nur so verstehen:
Entweder stellen sie einen Widerspruch dar, oder der Klang ist für Dich keine "Hinsicht".
Für mich ist er dagegen das einzige, was mich überhaupt interessiert bei der Sache.

Gruß,
Markus

David
12.07.2009, 13:54
Der größte Fehler ist, immer allen nur auf den Klang zu beziehen, noch dazu bei Dingen die umstritten- oder sowieso technisch jenseits von Gut und Böse sind, was sowohl bei der SACD als auch bei der DVD-A der Fall ist, denn schon die CD reicht für hervorragend guten Klang völlig aus.

Noch etwas hätte übrigens für die DVD-A gesprochen, nämlich, dass sie viel einfacher mit dem CD-Format zu kombinieren war, weil heute ohnehin fast nur noch DVD-Laufwerke zum Einsatz kommen.
Es ist gar nicht so einfach, einen Player herzustellen, der CD und SACD abspielt. CD und DVD-A sind technisch näher verwandt. Die MP3 Wiedergabe wäre dann auch noch eine einfache Draufgabe gewesen.

Gruß
David

Markus Berzborn
12.07.2009, 14:03
Der größte Fehler ist, immer allen nur auf den Klang zu beziehen,

Ich sage lediglich, dass mich alles andere nicht interessiert.
Und MP3-Kompatibilität schon mal gar nicht.

Sinn meines Postings war lediglich, die falsche Vorstellung zu korrigieren, es würden keine neuen SACDs mehr erscheinen.

Gruß,
Markus

Reno Barth
12.07.2009, 14:25
Ich wüsste nicht, warum DVD-A prinzipiell besser klingen sollte als SACD.

hab ich damit auch nicht gemeint. DVDa klingt aber besser als CD (davon konnte ich mich mehrfach überzeugen) und hat gegenüber der SACD technische Vorteile. Ideal wärs gewesen, wenn die DVDa die depperte CD abgelöst hätte, dann wären wir heute klanglich weiter. CD ist ein digitaler Stanard aus den 1970er Jahren. Das muss man sich einmal vorstellen! Das ist so, als müsste man mit Word 1.0 schreiben...

lg
reno

Schärfer mit Senf
12.07.2009, 14:46
Wieder so einige Vorurteile lesbar ohne den eigentlichen Zweck erkannt zu haben:

Zur Aufklärung:

- DVD-A: wäre das kompatiblere Format zur CD gewesen - siehe Davids Argument - DVD-Laufwerke sind im Vormarsch, auch in heutigen CD-Playern, das Auslesen einer CD fällt unter Abwärtskompabilität. Und heutige Wandler in CD-Playern sind fast ausnahmslos 192kHz/24bit, also für DVD-A geschaffen, nur bekommen sie "Schonkost" mit 44,1kHz/16bit vorgeworfen. Die höhere Auflösung kommt nicht zum Tragen, weil das Futter es nicht zulässt.

- SACD: sollte eigentlich nicht in Konkurrenz zur DVD-A stehen, ist aber im Grabenkampf zur "gewünschten" Formatablösung eben dahin gedrängt worden. Dabei ist es ein völlig eigenständiges System, welches weniger kompatibel ist (DSD statt PCM), aber für reine Musik das bessere System darstellt (Ziel: höhere Dynamik, anstatt nur höhere Auflösung).

Und so manövrieren sich die Konzerne selbst ins "technische" Abseits, weil sie keine gerade Linie finden. So müsste für die Auskostung der SACD erst einmal klar sein, welche Zielgruppe angesprochen werden soll. Für die Masse nicht tauglich (man stelle sich eine auf maximale Dynamik produzierte Scheibe im Auto vor), daher fristet sie ein Nischendasein.

Die DVD-A bietet bis auf die höhere Auflösung nichts wirklich Bahnbrechendes, um die CD abzulösen. Auch hier setzt wieder das Futter die Grenzen. Für die Kost, die für die breite Masse "gemastert" wird, einfach überflüssig. Und weil alleine das CD-Format nicht mal ansatzweise ausgereizt wird, wird weiter versucht, einen "gewinnträchtigen" Nachfolger zu finden. Was kaum klappen wird, dazu ist das Format CD nicht "schlecht" genug, ein Nachfolger wird auch an der Kost, die darauf gebannt wird, scheitern. Es sei denn, man pickt sich die paar Rosinen raus, die speziell dafür (Präsentation des Formats) gemacht werden - und ein paar "audiophile" Labels, die aber meist kein Vollsortiment im Sinne des mannigfaltigen Musikgenres anbieten. Also wieder nur für ein paar "spinnerte" High-Ender mastern.

Markus Berzborn
12.07.2009, 14:47
Wobei allerdings die bestklingendsten CDs und Wandler aufzeigen, dass fast niemand das Potential dieses Mediums bisher ausgenutzt hat.

Mir wären jedenfalls gut produzierte CDs lieber als weiterhin das übliche klangliche Mittelmaß auf DVD-A.

Gruß,
Markus

David
13.07.2009, 07:47
Ich sage lediglich, dass mich alles andere nicht interessiert.

Dann kannst du getrost bei der CD (beim CD-Format) bleiben, denn man kann es drehen und wenden wie man will, es liegt vielmehr daran, wie gut/schlecht eine Produktion im Studio angefertigt wurde, das (digitale) Medium/Format ist seit Einführung der CD kein Thema mehr. Das bestätigt übrigens auch Heinrich Schläfer (Quinton). Selbst MP3 kann hervorragend gut klingen.

Aber diese Formatdiskussion hatten wir schon ein paar Mal. Ich möchte hier nur nochmals darauf hinweisen, dass es ein Fehler ist, anzunehmen, dass höhere Auflösung (über das CD-Format hinaus) automatisch zu besserem Klang führt.

Gruß
David

Markus Berzborn
13.07.2009, 08:49
Ich möchte hier nur nochmals darauf hinweisen, dass es ein Fehler ist, anzunehmen, dass höhere Auflösung (über das CD-Format hinaus) automatisch zu besserem Klang führt.


Natürlich sagt das Format selber gar nichts über das Endergebnis aus, das ist ja klar.
Genauso wie man nicht sagen kann, CD ist klanglich besser als LP oder umgekehrt.

Gruß,
Markus

Dragonsage
13.07.2009, 20:58
Ich möchte hier nur nochmals darauf hinweisen, dass es ein Fehler ist, anzunehmen, dass höhere Auflösung (über das CD-Format hinaus) automatisch zu besserem Klang führt.

Nein, mir ging es um folgenden Hintergrund:

1. Meines Wissens nach ist der Verdienst bei den Downloads nicht so prickelnd. Hintergrund: aus den Alben werden nur die Sahnestücke gezogen, aber alle Tracks kosten gleich.

2. Wenn ein Verdienst da ist, der akzeptable wäre, dann bei den CDs, bzw. allgemein bei Datenträgern.

3. Ich sehe die Zukunft dort, wo möglichst geringe bis keine Nacharbeitung vom Studiomaster zum Kunden erfolgt (aus klanglicher Sicht, aber auch aus Sicht der Produktion - XRCD wäre bei Dateivertrieb kein Thema).

Als Medium für 3 sehe ich die BR als geeignet. Das ist alles.

Also in Kürze: eine verminderte Nacharbeitung sehe ich als Qualitätsvorteil und mit CD Qualität arbeitet man im Studio oft nicht - bzw. habe davon noch nie gehört - IMHO ist da 24bit/192 kHz üblich, oder? Eine CD kann also gut klingen, aber die Produktionsschritte können klangschädigend sein. Gleiches gilt für Vinyl. Unter der Prämisse sind meine Statements weiter vorne zu sehen.

Übrigens zu MP3: KSTR schrieb das auch schon, tonal klingt MP3 richtig gut, aber manche rausgerechnete Informationen dienen uns zur räumlichen Wahrnehmung, eigentlich das, was wir so geil finden, oder nicht?

Ciao DA

Reno Barth
13.07.2009, 23:42
tonal klingt MP3 richtig gut,

naja. nur wenn auf der aufnahme nicht viel los ist. hör dir mal ein symphonieorchester auf MP3 über eine gute anlage an. das ist zum weinen. aber nicht vor lauter rührung...

lg
reno

Reno Barth
13.07.2009, 23:46
das (digitale) Medium/Format ist seit Einführung der CD kein Thema mehr. Das bestätigt übrigens auch Heinrich Schläfer (Quinton)


wann hat er das denn gesagt? auf der AAA messe in frankfurt (ich glaub, vor zwei jahren) hat er zum vergleich quinton masterbänder (digital) und die daraus produzierten CDs vorgeführt. der unterschied war überdeutlich...

lg
reno

Franz
14.07.2009, 00:05
Jau, hab ich auch so gehört.:I

Gruß
Franz

Schärfer mit Senf
14.07.2009, 00:26
Das Master wird in 96kHz vorliegen. Und so kann man das denn auch (z.B. auf DVD-A oder SACD) übernehmen. Die Verluste treten beim Mastering resp. dem Runtersampeln auf. Man kann mit dem richtigen Equipment auch verlustfrei runtersampeln. Das liegt nicht am Format. Zudem hat die Auflösung nichts mit der Dynamik zu tun (ein Master gegen DVD-A ist genauso zu unterscheiden), die nutzbare Dynamik wird auch dort kaum über 60dB gehen - dewegen finde ich es schon "komisch", ein Masterband dagegen laufen zu lassen. Die maximale Systemdynamik ist ein theoretischer Wert, der ohne Abfall innerhalb der gewünschten Bandbreite nicht ausgenutzt werden kann. Deshalb hat die SACD (die ja mit DSD arbeitet) hier auch deutliche Vorteile. Die theoretisch erzielbare obere Grenzfrequenz von 100kHz ist nicht für Fledermäuse gedacht, sondern um bei der Dynamikerweiterung - die zwingend mit einem eklatanten Abfall der Höhen einhergeht - genug Headroom zu haben (eben noch >20kHz).

Eine DVD-A (übernommenes Sample) wird sich weniger von einer richtig runtergesampelten CD unterscheiden.

David
14.07.2009, 07:47
Ein guter Tontechniker (und da zähle ich H. Schläfer dazu) kann mit ausgesuchten Beispielen immer wieder für Überraschung sorgen. Mir hat er zwei gleiche Musikstücke vorgespielt, wovon eines manipuliert wurde. Ich sollte die mir besser gefallende Version nennen. Für mich war es eindeutig die, bei der die Dynamik komprimiert wurde. Und das hat auch eine logische Erklärung. Solange man die Sache nicht übertreibt, bewirkt geringere Dynamik, dass auch leisere Passagen und Töne besser hörbar werden. Es hört sich dann "kompakter" und direkter an, das Klangbild ist nicht ausgedünnt.

Gruß
David

David
14.07.2009, 08:21
KSTR schrieb das auch schon, tonal klingt MP3 richtig gut, aber manche rausgerechnete Informationen dienen uns zur räumlichen Wahrnehmung, eigentlich das, was wir so geil finden, oder nicht?

Bei meinen für mich selbstgemachten Blindtests mit Foobar-ABX - lossless gegen MP3 160kBit - konnte ich bisher höchstens 8 Treffer von 10 Proben erzielen. Und das mit meiner großen Kelleranlage, wo ich Unterschiede und Details höre wie sonst nirgends.

Höre ich mir "wissend was spielt" - also unverblindet - beides vergleichsweise an, glaube ich auch immer, dass ich viel besser abschneiden müsste. MP3 klingt dann auch für mich "eindeutig" schlechter! Ebenso ist es beim Vergleich zwischen einer billigen (aber guten) Elektronikkomponente und einem teuren Edelgerät. "Wer das nicht hört, muss taub sein" waren in der Vergangenheit auch meine Worte.

Genau das ist ja das "irre" an der Sache und auch typisch für alle Leute die Blindtests ablehnen und die "irgendwas" behaupten. Solange man weiß was gerade in Betrieb ist, kommen Vorurteile dazu und schon "hört" man selbst nicht vorhandene Unterschiede ganz deutlich (siehe Faketests).

Jahrelang haben wir das in allen einschlägigen Foren diskutiert. Mit allen Erklärungen und Ausreden, bis zum Streit und zur Lagerbildung, samt Einordnung aller Beteiligten in virtuelle Schubladen.

Gebracht hat das alles genau Null und deshalb ist es auch völlig sinnlos, wieder von vorne zu beginnen. Jeder soll machen was er für richtig hält.

Gruß
David

Amerigo
14.07.2009, 11:55
Ich hab noch keinen einzigen BT mit Kopfhörer bestanden, der Unterschied mp3/192kbps zum Original detektieren sollte.

Glück für mich. Pech für die andern, die's unterscheiden können.

Gruss

David

Dr.Who
14.07.2009, 16:23
http://img199.imageshack.us/img199/8109/646m.jpg (http://img199.imageshack.us/i/646m.jpg/)





http://img98.imageshack.us/img98/5928/656l.jpg (http://img98.imageshack.us/i/656l.jpg/)



Hier mal der MLP-Lossless Decoder für die Erstellung einer DVD-A. Er ermöglicht nahezu jeden Wunsch, für die verschiedensten Kanäle.

KSTR
14.07.2009, 16:33
Und das mit meiner großen Kelleranlage, wo ich Unterschiede und Details höre wie sonst nirgends.Ausser massive Gruppenlaufzeit ;Y (ein kleiner Insidergag).

David
14.07.2009, 16:51
Klaus, ich werde mir das nochmals anhören. Vielleicht habe ich doch etwas falsch gemacht, oder das Musikstück war ungeeignet.

Gruß
David

Dragonsage
17.07.2009, 18:18
nur wenn auf der aufnahme nicht viel los ist. hör dir mal ein symphonieorchester auf MP3 über eine gute anlage an.
Tonale Unterschiede? Artefakte ja, aber tonale Unterschiede... Muß ich mal testen, aber bisher habe ich bei gut gemachten MP3 noch nie tonale Unterschiede gehört. Ist mir aber auch nicht so wichtig, was mir wichtig ist, habe ich nicht nur als MP3 sondern auch als FLAC.

Auch haben nur sehr wenige einen Unterschied zwischen MP3 160 VBR gegen FLAC in CD Qualität deutlich heraushören können, sofern beides über die gleiche Kette geht, in dem Falle die Squeezebox über einen hochwertigen Wandler.

Aber ich werde das mit einem Orchester (Holst, Planeten) mal testen... die hab ich eh gerippt...

Ciao DA

Dragonsage
17.07.2009, 18:24
Bei meinen für mich selbstgemachten Blindtests mit Foobar-ABX - lossless gegen MP3 160kBit - konnte ich bisher höchstens 8 Treffer von 10 Proben erzielen.
Du kennst meine Kritik an der Testmethode... (Übrigens: manche Kabelunterschiede finde ich deutlicher... aber was solls... :J)

Abgesehen davon finde ich bei mancher Musik es auch schlicht unmöglich 160 VBRs vom Orginal zu unterscheiden. Ich nutze dieses Format für Hörspiele.

Allerdings habe ich noch nie Klassik als MP3 gehört, da ich eigentlich eh alles als FLAC speichere (eben bis auf Hörspiele). Den Test werde ich mal machen.

Ciao DA

Reno Barth
17.07.2009, 23:31
Bei meinen für mich selbstgemachten Blindtests mit Foobar-ABX - lossless gegen MP3 160kBit - konnte ich bisher höchstens 8 Treffer von 10 Proben erzielen.


na das reicht doch. 100% gibts bei tests in den "life sciences", also biologie, medizin etc. so gut wie nie. 8 treffer bei 10 proben würd ich übersetzen mit: deutlich zu hören.

Babak
18.07.2009, 14:41
Hallo

na das reicht doch. 100% gibts bei tests in den "life sciences", also biologie, medizin etc. so gut wie nie. 8 treffer bei 10 proben würd ich übersetzen mit: deutlich zu hören.

bei genügend großer Stichprobenmenge... ja ;)

LG

Babak

David
18.07.2009, 17:50
"Deutlich" erscheint mir übertrieben, aber ich würde "mit viel Anstrengung gerade noch" akzeptieren. Und auch nur - wie Babak sagt - bei oftmaliger Wiederholung, was mir auch gelungen ist.

Gruß
David

Che55e
18.07.2009, 20:33
Die Wahrscheinlichkeit, dass man 8 oder mehr aus 10 errät liegt bei 5.4%.
Bei 18 aus 20 ist sie nur mehr 0.02%.